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Bilder vom NDR 2 Festival in Papenburg NDR 2-Festival: Besucher kommen trotz Regens auf ihre Kosten

06.09.2015, 02:17 Uhr

Das Wetter hat es am Samstag mit dem NDR 2-Festival an der Meyer Werft nicht besonders gut gemeint. Anfangs kamen nur leichte Tropfen vom Himmel. Doch im Laufe des Abends wurde das Wetter immer schlimmer. Letztlich verließen viele der insgesamt 25000 Besucher das Gelände an der Rheiderlandstraße, bevor mit den Fantastischen Vier der Headliner die Bühne überhaupt betreten hatte.

Das Wetter am Samstag fing langsam an schlechter zu werden – die Besucher des Festivals an der Meyer Werft kamen dennoch voll auf ihre Kosten. Sie sahen bestens gelaunte Künstler auf der Bühne am Werfthafen. Nachdem es mittags noch kräftig schauerte, blieb es beim Auftritt von Nessi ab 14.30 Uhr trocken. Die Sängerin aus Hamburg, die mit bürgerlichem Namen Vanessa Schulz heißt, könnte mit einer tollen Show überzeugen. Da der Einlass erst um 14.20 Uhr anstatt um 14 Uhr erfolgte, strömten viele Besucher erst während ihres Auftrittes auf das Gelände. Viele von ihnen wollten sich Cro ansehen, der nach Nessi die Menge zum Toben brachte. Seine leicht poppigen Rap-Stücke kamen bestens an. Viele der meist jüngeren Besucher wollten den Musiker, dessen Markenzeichen die Panda-Maske ist, live erleben. Zahlreiche Schilder mit seinem Namen wurden in die Höhe gestreckt. „Durch Cro wurde es sehr früh voll“, sagte Nico Röger, Geschäftsführer des Veranstalters Hannover Concerts.

Forster unterbrach seinen Auftritt

Auch wenn der Regen beim nachfolgenden Konzert von Mark Forster bereits einsetzte, konnte das der Stimmung der Leute keinen Abbruch tun. Ausgelassen feierten die Menschen und genossen die Songs des Pop-Sängers. Besonderen Applaus gab es für Forster, als er das Konzert kurz unterbrach, weil jemand in der Menge Hilfe von Sanitätern benötigte. Erst als Forster die Gewissheit hatte, dass alles in Ordnung ist, ging die Show weiter. Passend zum Schluss seines Auftrittes brachte der die Menge mit seinem Chart-Erfolg „Au revoir“ zum Mitsingen.

In der Pause, bevor Johannes Oerding auf die Bühne kam, fand eine Verlosung von NOZ Medien, der Reederei Norwegian Cruise Lines (NCL) und der Sparkasse Emsland statt. Es gab drei Preise, die alle drei an Frauen aus Geeste gingen. Zwei Glücksfeen auf der Bühne zogen die Gewinnerinnen. Der dritte Preis, ein Ipad mit einem einjährigen Abonnement der NOZ, ging an Monika Wessels. Den zweiten Preis, einen Scheck über 2000 Euro, sicherte sich Bernadette Haupt. Der erste Preis, eine Kreuzfahrt im neuen NCL-Schiff „Norwegian Escape“, das als Kulisse für das Festival diente, wurde von Sabine Bollmer in Empfang genommen.

Dunkle Wolken bei Oerdings Show

Nach der kurzen Pause wusste Johannes Oerding genau, wie er das Publikum auf seine Seite ziehen konnte. Nicht nur beim Hit „Alles brennt“, sondern bei allen anderen Liedern ging das Publikum mit. Auch bei Oerding zogen sich bereits dunkle Wolken am Himmel zusammen, es kamen aber nur wenige Tropfen herunter. Das änderte sich bei Rea Garvey. Nicht lange nachdem der 42-jährige die Bühne betrat, gingen die ersten Schauer los. Garvey sagte, es sei seine Pflicht, dem Regen zum Trotz nun erst recht für gute Stimmung zu sorgen. Auch den Hit „Supergirl“ seiner früheren Band Reamonn gab er zum Besten. Für die Besucher wurden wegen der nahenden Dunkelheit kleine LED-Leuchten verteilt, aufsetzbar als Fingerringe. Statt Feuerzeugen leuchteten also tausende kleine, elektrische Lichter bei dem 15 Jahre alten Hit von Garveys Ex-Band. Mit weiteren aktuellen Stücken aus seiner Solo-Laufbahn schaffte der Ire es zusätzlich, die Menschen auch zum Tanzen und Mitsingen zu animieren. Doch die Regengüsse wurden im Laufe des Abends heftiger. Nach Einbruch der Dunkelheit gegen 21 Uhr regnete es in Strömen – und immer mehr Menschen verließen das Festivalgelände.

Alles glatt gelaufen

Der Regen konnte den Headlinern von den Fantastischen Vier – und auch deren Fans – nicht die Laune verderben. Sie brachten viele Hits – auch alte Gassenhauer aus den 90er Jahren. Das Stück „Danke“ sei, so sagten es Smudo, Thomas D., Michi Beck und And.Ypsilon, sei auch so gemeint gewesen. Schließlich sei es nicht selbstverständlich, dass noch so viele Gäste dageblieben seien, so die Künstler aus Stuttgart.

Alles in allem lief es damit nicht nur auf der Bühne rund, sondern auch dahinter und drumherum. Laut Angaben des Veranstalters Röger sei alles glatt gelaufen. Weder Polizei noch die Malteser, das Technische Hilfswerk (THW), die Feuerwehr oder die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) konnten besondere Vorkommnisse vermelden. Zu Beginn hätten einige Besucher mit Wespenstichen zu kämpfen gehabt. Zwei oder drei Transporte ins Krankenhaus seien nötig gewesen. Auch Kollapse habe es gegeben. Wenn die Leute lange gestanden haben und Alkohol im Spiel ist, kann das Heinz Walker, Wirtschaftsförderer der Stadt Papenburg, zufolge schon mal passieren. Aber: „Alles harmlos“, sagte er. Rund 300 Helfer kümmerten sich während des Festivals um die Eventualitäten aller Art, darunter auch überflutete Parkflächen zum Beispiel. Auf der ostfriesischen Seite der Ems hätten diese unter Wasser gestanden. Der Verkehr musste entsprechend über Papenburg geleitet werden, wo die Besucher auf den öffentlichen Nahverkehr umgestiegen seien, so Walker, Wirtschaftsförderer der Stadt Papenburg. Die Verkehrsmittel seien entsprechend aufgestockt worden. Trotz dieser Angelegenheit sei der Verkehr nahezu „stetig fließend“ gewesen. Stau habe es demnach beim Anreiseverkehr nicht gegeben.

Bauhof musste Freitagnacht noch vorsorgen

Auch Matthias Heyen, Leiter des städtischen Ordnungsamts, fasste zusammen: „Alles war entspannt.“ Allerdings musste der städtische Bauhof nach den Regenschauern in der Nacht zum Samstag noch eingreifen. „Wir haben das Gelände noch mit Schotter ausgebessert“, erklärt Heyen. Mithilfe von Firmen im Hafengebiet habe man das am Morgen noch unkompliziert regeln können.

Ob es im kommenden Jahr ein weiteres Festival geben wird, kann Röger zurzeit noch nicht sagen. Walker zufolge sei das schließlich auch immer eine Frage des Geldes. Seitens der Meyer Werft stehe dem aber nichts im Wege. „Wir haben Aufträge bis 2020“, sagte Werftsprecher Peter Hackmann. Da gebe es im Frühjahr und Herbst immer wieder mal die Gelegenheit, ein Festival vor der Kulisse eines fertigen Schiffes stattfinden zu lassen.

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