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Bewährungs- und Geldstrafe Rentner in Papenburg wegen Kupferdiebstahls verurteilt

Von Jennifer Kemker, Jennifer Gansefort | 08.02.2017, 13:26 Uhr

Das Amtsgericht Papenburg hat einen 76-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Rentner rund 200 Kilogramm Kupferkabel von einem Firmengelände gestohlen hat.

Der Mann gestand den Diebstahl. Wie er auf das Gelände kam, blieb hingegen unklar.

Laut Anklage hat der Rentner im Mai 2016 nachts eine Montagefirma aufgesucht und war über den zwei bis drei Meter hohen Zaun auf das Gelände geklettert. Rund 200 Kilogramm Kabel habe er über den Zaun in eine Schonung geworfen, um es später zu verkaufen. Ein Zeuge beobachtete die Tat, sodass der Angeklagte ohne seine Beute flüchtete. Die Polizei nahm in auf der Flucht fest.

Vor Gericht räumte der 76-Jährige die Tat ein. Zu seinem Diebesgut gehörten nach seiner Aussage Kabelreste aus Kupfer, die mit schwarzen Kunststoff überzogen waren. Allerdings behauptete er, nicht über den Zaun geklettert, sondern durch das offene Tor auf das Gelände gelangt zu sein.

Die Richterin hielt dem Beschuldigten vor, dass die Polizei in der Nacht bei ihm weitere Kabelreste gefunden habe. „Ich verkaufe öfter Kabel, die ich aus dem Müll gefischt habe oder finde“, sagte der Rentner.

Der 33-jährige Zeuge, der direkt neben dem Firmengelände wohnt, gab an, dass er in der Nacht aus der Schonung Geräusche gehört habe und mit einer Taschenlampe nach draußen gegangen sei. Als er in die Schonung leuchtete, habe sich der Mann auf den Boden geworfen.

Als er ihn ansprach, sei dieser aufgestanden und zu seinem Fahrrad geflüchtet. Am Telefon schilderte der Zeuge der Polizei, in welche Richtung der Täter gefahren sei. Weil es dunkel war, habe der 33-Jährige den Täter nicht erkennen können. Auf die Frage, ob das Tor offen gewesen sei oder nicht, konnte der Mann nur berichten, dass es normalerweise zu der Zeit immer geschlossen und verriegelt sei.

Die ebenfalls als Zeugen vor Gericht geladenen Polizeibeamten hatten den Beschuldigten noch in der Nacht seiner Festnahme verhört. Wie sich herausstellte, hatte er sich damals in zwei unterschiedliche Versionen des Geschehens verstrickt. Die Frage nach dem Zustand des Tores konnten aber auch die Beamten nicht beantworten. Somit blieb ungeklärt, ob der 76-Jährige über den Zaun geklettert ist oder die Kabelreste von außen unter dem Zaun durchgezogen hat.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft handelte es sich aber so oder so um einen vollendeten Diebstahl. Weil der Mann bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraft ist, plädierte sie auf drei Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und eine 500 Euro Geldstrafe. Die Richterin schloss sich dem an.

Die knapp einstündige Verhandlung gestaltete sich im Übrigen dahingehend schwierig, als das der Angeklagte schwerhörig ist. Die Prozessbeteiligten mussten deshalb nahezu durchweg fast schreien.