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Auftrag von Carnival Corporation Die Meyer-Werften-Gruppe baut drei neue Luxusliner

Von Christoph Assies | 06.09.2016, 15:03 Uhr

Die Papenburger Meyer Werft und die Werft Meyer Turku in Finnland haben einen neuen Auftrag zum Bau von drei Kreuzfahrtschiffen für den weltgrößten Kreuzfahrtkonzern Carnival Corporation bekannt gegeben.

Wie die Meyer Werft am Dienstag mitteilte, sollen zwei Schiffe für die Carnival Cruise Line bei Meyer Turku in Finnland gebaut werden, ein Schiff für die britische Reederei P & O Cruises entsteht demnach am Papenburger Stammsitz.

Die Kreuzfahrtschiffe für Carnival Cruise Line sollen von Meyer Turku, dem finnischen Tochterunternehmen der Papenburger Werft, in den Jahren 2020 und 2022 abgeliefert werden. Das Schiff für die britische Carnival-Marke P & O Cruises soll in Papenburg im Jahr 2020 abgeliefert werden. Die neuen Luxusliner, die jeweils Platz für 5200 Passagiere haben werden, werden nach Angaben der Schiffbauer mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben und sind nach den bereits in Auftrag gegebenen Schiffen für die Carnival-Marken Costa Crociere und AIDA Cruises weitere Neubauten mit dem umweltfreundlicheren Antrieb. Kreuzfahrtschiffe fahren derzeit meist mit Schweröl und gelten wegen ihrer Emissionen als klimaschädlich. Auflagen der Internationale Maritime Organisation (IMO) verpflichten die Reedereien dazu, die Ausstöße von Schadstoffen bis 2020 noch stärker zu reduzieren. Der Antrieb mit Flüssigerdgas soll die Emission von Rußpartikeln und Schwefeloxiden reduzieren und die Reise auf See somit umweltfreundlicher machen.

Wie die Carnival Corporation mitteilte, wird die Ablieferung von jeweils einem der bei der Meyer-Unternehmensgruppe bereits in Auftrag gegebenen Neubauten für Costa Crociere und AIDA Cruises von 2020 auf 2021 verschoben. Dies erlaube dem Unternehmen mit seinen zehn weltweiten Kreuzfahrtmarkten effektiver zu wachsen, so das US-Unternehmen in seiner Mitteilung.

„Wir setzen mit dem neuen Auftrag die langjährige Partnerschaft mit der Carnival Corporation fort und freuen uns auf die Herausforderungen, diese innovativen Schiffe an unseren Standorten in Turku und Papenburg bauen zu dürfen“, so Werftchef Bernard Meyer in der Pressemitteilung. Für die britische Carnival-Marke P & O Cruises hatte die Papenburger Meyer Werft in den Jahren 1995 und 2000 die „Oriana“ und die „Aurora“ gebaut. Die „Aurora“ war bei der Inbetriebnahme eines der modernsten Kreuzfahrtschiffe und mit einer Länge von 270 Metern und Platz für 1878 Passagiere etwas größer als ihr Schwesterschiff. Im Jahr 2014 wurde die „Aurora“ bei der Hamburger Werft Blohm & Voss für 33 Millonen Euro umfangreich renoviert. Dabei wurde unter anderem ein Scrubber zum Entschwefeln der Abgase eingebaut und eine neue Rumpfbemalung aufgebracht.

Insgesamt lässt die Carnival Corporation, die weltweit mehr als 100 Schiffe betreibt, mit den neuen Aufträgen nun bis zum Jahr 2022 zwölf neue Kreuzfahrschiffe für verschiedene Marken des Konzerns bauen. Fünf Neubauten entstehen in der italienischen Fincantieri-Werft, und sieben auf der Meyer Werft an den Standorten in Papenburg und im finnischen Turku.

Mit den neuen Aufträgen reicht das Auftragsbuch der Papenburger Meyer Werft nun bis in das 2022 und ist nach Unternehmensangeben nun so weit im Voraus gefüllt, wie noch nie zuvor. Aktuell steht die Ablieferung der „Genting Dream“ für die asiatische Reederei Dream Cruises bevor. Das 335 Meter lange Schiff soll am 12. Oktober an den Auftraggeber übergeben werden.