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„Asbestbelastung nicht messbar“ Stadt: Gefahr im Aschendorfer Stadion sehr gering

Von Gerd Schade | 08.02.2017, 17:40 Uhr

Vom Tribünendach im Aschendorfer Otto-Dölle-Stadion geht allenfalls eine „sehr geringe“ direkte Gesundheitsgefahr aus. Das erklärte die Papenburger Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion.

Damit kommt sie zu einem anderen Schluss als der Vorsitzende des TuS Aschendorf, Reinhold Korte. Er hatte den Aufenthalt auf den Zuschauerrängen wegen Rissen in dem asbesthaltigen Dach auf der Generalversammlung des Vereins im Januar als „mordsmäßig ungesund“ bezeichnet, weil Asbeststaub herabrieseln könne.

Stadtsprecher Heiko Abbas räumte zwar ein, dass es durch verschiedene, vor allem kleinere Löcher in der Dachdeckung vereinzelt zu Auslösungen von geringen Mengen der Asbestzementfasern kommen könne. „Allerdings ist die direkte Gesundheitsgefährdung als sehr gering anzusehen, da die Anzahl der beschädigten Stellen gering ist und die Fasern nicht in einen abgeschlossenen Innenraum fallen“, so Abbas. Durch die permanente Luftzirkulation sei es auch so gut wie unmöglich, überhaupt eine Asbestbelastung zu messen.

Beim Bau der Tribüne in den 1980er-Jahren waren Korte zufolge unter anderem asbesthaltige Wellzementfaserplatten verwendet worden. Akuten Handlungsbedarf sieht die Stadtverwaltung nach den Worten von Abbas nur dahingehend, dass eine kurzfristige Reparatur der betroffenen Stellen im Dach mit geringem Aufwand umsetzbar sei.

Was den Gesamtsanierungsbedarf der Tribüne betrifft, äußert sich die Stadtverwaltung zurückhaltend. Sprecher Abbas verweist vielmehr darauf, dass das Bauwerk kaum genutzt würde. Deshalb müsse insgesamt geklärt werden, welche Funktion sie in Zukunft haben solle. „Der Sanierungsbedarf orientiert sich klar an den Anforderungen“, so Abbas.

Gespräch anberaumt

Wie er weiter ausführt, soll zunächst in einem Gespräch der betroffenen Kollegen aus dem Rathaus gemeinsam mit Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) und dem TuS-Vorsitzenden Korte das Problem besprochen werden. „Es macht keinen Sinn, in diesen Fragen ohne eine Abstimmung vorzugehen. Ein entsprechender Gesprächstermin soll in Kürze anberaumt werden.“ Alle Beteiligten würden darauf setzen, die strittigen Themen untereinander zu lösen.

Dabei soll Abbas zufolge auch besprochen werden, wie es bei der vom TuS geplanten Verbreiterung des Bolzplatzes hinter der Tribüne zu einem regulären Trainingsplatz weitergehen kann. Hier hatte der TuS auf der Generalversammlung die aus Sicht des Vereins zähe Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung beklagt. Dabei geht es unter anderem um das Abholzen von acht Pappeln inklusive Flächensuche für Ersatzanpflanzungen sowie um die Fertigstellung einer Zaunanlage. Im TuS-Geschäftsbericht heißt es dazu, dass es trotz zahlreicher Gespräche und Schriftwechsel es bislang zu keiner Einigung mit der Stadt gekommen sei.