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Ab 2016 thermische Verwertung Papenburger Klärschlamm nicht mehr auf die Felder

22.05.2015, 20:21 Uhr

Das geänderte Konzept zur Verwertung von Schlamm aus der Papenburger Kläranlage war Thema im Umweltausschuss der Stadt.

Die Änderung sieht vor, das Ausbringen auf landwirtschaftliche Flächen bis 2016 zu beenden. Zum einen sei dies ein politischer Beschluss, erläuterte Leo Schwarte im Namen der Verwaltung. Zum anderen seien die Landwirte nicht mehr zur Abnahme bereit.

Bisher wird der Klärschlamm auf Vertragsflächen mit 30 Landwirten aus der Region und über eine Kompostierungsanlage in Burlage verwertet. Die Verfahrenstechnik des Papenburger Klärwerkes lasse auch eine thermische Verwertung zu. Der Ausschuss stimmte zu, verschiedene Angebote einzuholen mit der Option, aus der Asche künftig Wertstoffe wie Phosphor zurück zugewinnen.

Die Verwaltung informierte die Ausschussmitglieder darüber, dass es in Papenburg derzeit acht Torfabbaumaßnahmen auf knapp 30 Hektar Fläche im Stadtgebiet gibt. Die meisten Genehmigungen laufen zwischen 2016 und Mitte 2020 aus, vorbehaltlich möglicher Verlängerung. Als Folgenutzung ist meist Extensivgrünland mit dem Erhalt von Gehölzstreifen vorgesehen.

Welche Treibhausgase entstehen bei landwirtschaftlicher Bodennutzung, und wie lautet die CO2-Bilanz bei Wiedervernässung? Dazu referierte Ansgar Lasar, Klimaschutzbeauftragter der Landwirtschaftskammer Oldenburg. Landwirte im nördlichen Emsland werden künftig mehr bewässern müssen, ist Lasar überzeugt. Der Klimawandel bringe eine Verschiebung der Niederschläge in den Winter und schon dann müsse gespeichert werden. Eine mäßige Wiedervernässung von ehemaligen Moorflächen bei gleichzeitiger landwirtschaftlicher Nutzung sei für das Klima und die Landwirtschaft der beste Weg, so Lasar. Bei Überstau entstehe das Treibhausgas Methan. Eine Alternative sei der gewerbsmäßige Anbau von Torfmoos, der zurzeit erprobt werde. Die Landwirtschaft könne zum Klimaschutz einiges beitragen, müsse aber in der richtigen Weise angesprochen werden, resümierte der Klimaschutzbeauftragte der Kammer.