Schiffbauer blicken auf das Jahr zurück Meyer Werft Motor bei neuer LNG-Technologie

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Papenburg . Für die Papenburger Meyer Werft geht ein Jahr zu Ende, in dem die emsländischen Schiffbauer mit der Einführung von Flüssigerdgas (LNG) als Antrieb Neuland im Kreuzfahrtschiffbau betreten haben.

Bis 2023 ist das Traditionsunternehmen mit Aufträgen ausgelastet. Nahezu alle großen Kreuzfahrtreedereien der Welt gehören derzeit zum Kundenkreis der Werft. In diesem Jahr kamen mit der Bestätigung des Baus der „Spirit of Adventure“, einem zweiten Schiff für die britische Reederei Saga Cruises mit Fertigstellung im Sommer 2020, und dem Auftrag für ein drittes Schiff für die US-Reederei Disney Cruise Line mit Ablieferung im Jahr 2022 zwei Aufträge am Papenburger Stammsitz hinzu.

Das Schwesterunternehmen, die Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde erhielt im Oktober einen neuen Auftrag über gleich sechs Flusskreuzfahrtschiffe für die schweizerischen Reederei Viking River Cruises. Sie sollen im Jahr 2019 abgeliefert werden. Zusätzlich fertigen die Rostocker die Maschinenraummodule für die Kreuzfahrtschiffe, die in Papenburg und am Standort im finnischen Turku gebaut werden.

Die Meyer-Werften-Gruppe steht mit ihrem Auftragsbestand auf Platz zwei bei den weltweit im Kreuzfahrtschiffbau operierenden Werften. 18 Hochsee-Luxusliner entstehen bis zum Jahr 2024 in Papenburg und Turku. Am Stammsitz sind es bis 2023 zehn Kreuzfahrtschiffe. Die Beschäftigung der aktuell 3500 Mitarbeiter in Papenburg ist damit weiter langfristig gesichert. Ihren Teil hat die Werft in dem bis zum Jahr 2030 geltenden Standortsicherungsvertrag mit dem Land Niedersachsen, der Gewerkschaft IG Metall und dem Betriebsrat damit erfüllt.

„Kunden überzeugt“

Neuland haben die Papenburger Schiffbauer in diesem Jahr mit dem Baubeginn für die ersten mit LNG betriebenen Kreuzfahrtschiffe betreten. Der Kreuzfahrt-Weltmarktführer Carnival Corporation setzt auf Meyer bei der Umsetzung dieses neuen Antriebes. Aktuell ist in Papenburg mit der „AIDAnova“ das erste Schiff einer Serie von insgesamt sieben Ozeanriesen für die Carnival-Marken AIDA, Costa, P&O und Carnival Cruise Line im Bau. Sie soll Ende kommenden Jahres in Dienst gestellt werden. In Turku begann im September der Bau der „Costa Smeralda“, die ab Oktober 2019 mit LNG Kreuzfahrten unternehmen wird.

Außerdem bei Meyer Turku entstehen für die US-Reederei Royal Caribbean International 2022 und 2024 zwei Kreuzfahrtschiffe für jeweils 5000 Passagiere, die erstmals sowohl mit LNG, als auch mit Brennstoffzellen betrieben werden sollen.

Werftchef Tim Meyer sagte in diesem Jahr in einem Gespräch mit unserer Redaktion, die Werft könne sich nur durch die stetige Weiterentwicklung der Prozesse und Produkte am Markt langfristig behaupten. „Mit dem Einsatz neuster Technologien, wie zum Beispiel von umweltfreundlicheren Antrieben, haben wir unsere Kunden bisher überzeugen können. Beispielsweise haben wir im Moment den höchsten Auftragsbestand an LNG betriebenen Kreuzfahrtschiffen.“

Mit weitreichenden Investitionen besonders im IT-Bereich, werde die Digitalisierung weiter voranschreiten, betont Tim Meyer in einer Pressemitteilung der Werft zum Jahresrückblick des Unternehmens. „Dafür suchen wir weitere Mitarbeiter und besonders IT-Spezialisten. Dank unserer Mitarbeiter und unserer Partner haben wir es auch in diesem Jahr geschafft, unsere Schiffe an zufriedene Kunden zu übergeben“, ergänzt Meyer.

Investiert wird an allen drei Standorten der Meyer Werft. In diesem Jahr ist der Anbau der Papenburger Baudockhalle sechs um 25 Meter fertiggestellt worden. Möglich sind durch den zusätzlichen Platz im größten überdachten Baudock der Welt nun Schwimmteile von bis zu 140 Metern.

Bei Meyer Turku ist ein neuer 1200-Tonnen-Portalkran errichtet worden. Investiert haben die Schiffbauer dafür 30 Millionen Euro. Der Bau ist Teil eines Investitionsprogrammes von insgesamt 186 Millionen Euro in die Werftanlagen.

Zwei Schiffe abgeliefert

Für den Bau der Maschinenraummodule für die Kreuzfahrtschiffe, die in Papenburg und Turku entstehen, wird derzeit auf dem Gelände der Neptun Werft in Rostock eine neue 60 Meter breite und 58 Meter hohe Halle für 50 Millionen Euro gebaut. Das Gebäude soll im März 2018 fertig sein.

Von Papenburg aus in See gestochen sind in diesem Jahr mit der „Norwegian Joy“, ein Kreuzfahrtschiff für die US-Reederei Norwegian Cruise Line für den asiatischen Markt und mit der „World Dream“ das letzte von zwei Kreuzfahrtschiffen für die asiatische Reederei Dream Cruises.

In der Geschäftsführung folgte im Februar Thomas Weigend Lambert Kruse nach, der sich nach fast 13 Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus der Unternehmensspitze zurückzog. Bei einem Betriebsunfall im November kam ein 51-jähriger Arbeiter aus Griechenland ums Leben. Der Mann einer Partnerfirma war mit Lackierarbeiten beschäftigt, als er in der Baudockhalle II aus ungeklärter Ursache aus etwa zwölf Meter Höhe in die Tiefe stürzte.

Für die Norwegian Cruise Line ist aktuell die „Norwegian Bliss“ im Bau, die im April 2018 abgeliefert werden soll. Ein weiteres noch namenloses Schwesterschiff für den asiatischen Markt folgt im vierten Quartal 2019. Meyer Turku lieferte in diesem Jahr mit der „Mein Schiff 6“ bereits den dritten Neubau für die Hamburger Reederei TUI Cruises ab. Eine neue Schiffsgeneration folgt mit der „Mein Schiff 1“ im Mai kommenden Jahres. Ein Schwesterschiff liefert Meyer Turku unter dem Namen „Mein Schiff 2“ im Frühjahr 2019 ab.


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