Heck wird Montag ausgedockt Tanks für „AIDAnova“ erreichen Meyer Werft

Von Christoph Assies


Papenburg. Am kommenden Montag, 11. Dezember 2017, soll das erste von zwei Schwimmteilen für das Kreuzfahrtschiff „AIDAnova“ aus der Baudockhalle der Papenburger Meyer Werft geschleppt werden.

Ursprünglich hätte das Manöver bereits am kommenden Samstagmorgen stattfinden sollen, Werftsprecher Peter Hackmann erklärte jedoch im Gespräch mit unserer Redaktion, dass die vorhergesagten Winde ein Ausdocken „zu kritisch“ machen würden. Einen genauen Zeitplan hätten die Verantwortlichen für Montag noch nicht.

Bereits am Mittwochnachmittag kam das zweite und letzte 120 Meter lange und 42 Meter breite Maschinenraumelement des neuen Flaggschiffes der Rostocker Reederei AIDA Cruises mit Schleppern in Papenburg an. Ein erstes Schiffsteil wurde bereits Ende September ins Emsland geliefert. Entstanden auf der Neptun Werft, dem Schwesterunternehmen der Papenburger Schiffbauer in Rostock-Warnemünde, beherbergt das zweite Segment die drei Flüssigerdgas (LNG)-Tanks für den Ozeanriesen. Zwei der Tanks haben jeweils eine Länge von knapp 35 Metern, einen Durchmesser von acht Metern und ein Fassungsvolumen von je 1550 Kubikmetern. Ein dritter, kleinerer Tank mit einem Durchmesser von fünf Metern ist 28 Meter lang und hat ein Fassungsvolumen von rund 520 Kubikmetern.

Wie bereits berichtet, wird die „AIDAnova“ das weltweit erste Kreuzfahrtschiff, das mit vier Dual-Fuel-Motoren, die vollständig mit dem umweltfreundlichsten fossilen Treibstoff LNG betrieben werden, ausgestattet sein. Durch die Nutzung von LNG werden Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden. Der Ausstoß von CO² verringert sich nach Angaben des AIDA-Mutterkonzerns Carnival Corporation um 25 Prozent.

Längere Schwimmteile durch Hallenverlängerung möglich

Das in der Baudockhalle entstandene 140 Meter lange Heckelement der „AIDAnova“ wird nach dem Verlassen der Baudockhalle gedreht und dann am Ausrüstungskai der Werft vertäut. Das nun angelieferte Segment soll anschließend in die Halle manövriert werden, wo es bis Februar auf die endgültige Höhe von insgesamt 20 Decks aufgebaut wird. Gemeinsam mit dem nächsten Kreuzfahrtschiff „Norwegian Bliss“ im Februar kommenden Jahres wird das zweite Schwimmteil der „AIDAnova“ die Halle zunächst wieder verlassen, ehe der Rohbau Anfang des Jahres vollendet wird.

Bisher waren die Schwimmteile der Kreuzfahrtschiffe nur jeweils rund 120 Meter lang. Durch die Verlängerung der Baudockhalle um 25 Meter können nach Angaben von Werftsprecher Günther Kolbe längere Elemente vorbereitet werden. „So docken wir jetzt die fertige Heckpartie der ,AIDAnova‘ aus“, erklärt Kolbe im Gespräch mit unserer Redaktion. Für die bessere Schwimmfähigkeit sind für das Manöver am Heck besondere Schwimmpontons angebracht worden, weil die endgültige Propellereinheit noch nicht montiert ist.

Erste Kreuzfahrten um die Kanarischen Inseln

In rund einem Jahr unternimmt der Neubau die ersten siebentägigen Kreuzfahrten um die Kanarischen Inseln. Zuvor kommt die „AIDAnova“, die Platz für rund 6000 Passagiere haben wird, am 2. Dezember 2018 nach Hamburg. Von der Elbmetropole aus findet die erste Kreuzfahrt in Richtung Gran Canaria statt.

Die „AIDAnova“ ist das erste von zwei neuen Kreuzfahrtschiffen, das die Papenburger Meyer Werft für AIDA Cruises baut. Das Schwesterschiff soll im Jahr 2021 abgeliefert werden. Beide Schiffe sind Teil einer Serie von insgesamt sieben Ozeanriesen, die der AIDA-Mutterkonzern, der größte Kreuzfahrtkonzern der Welt, Carnival, bei der Meyer-Werften-Gruppe bestellt hat. Die Schiffe für die Carnival-Marken Carnival Cruise Line, P&O Cruises, Costa Crociere entstehen an den Meyer-Standorten in Papenburg und im finnischen Turku zwischen 2018 und 2022.