Konsolidierung geht weiter Papenburger Marien-Hospital stellt über zehn Ärzte ein

Von Gerd Schade

Fertig sind die Pläne für den Umbau der zentralen Notaufnahme und die Erweiterung der Kardiologie, auf die (von links) Ansgar Veer, Ärztlicher Direktor Peter Nellessen und Matthias Bitter einen Blick werfen.

            
Foto: Gerd SchadeFertig sind die Pläne für den Umbau der zentralen Notaufnahme und die Erweiterung der Kardiologie, auf die (von links) Ansgar Veer, Ärztlicher Direktor Peter Nellessen und Matthias Bitter einen Blick werfen. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Das Marien-Hospital in Papenburg setzt seinen Konsolidierungskurs fort und blickt offensiv nach vorn. Das Krankenhaus will mehr als zehn neue Ärzte einstellen. Die Nachfolge von Geschäftsführer Matthias Bitter, der das Haus nach über sechs Jahren auf eigenen Wunsch verlässt, soll bis Jahresende geregelt sein.

Papenburg. „Wir blicken hoffnungsvoll auf die kommenden Jahre“, erklärte Hauptgeschäftsführer Ansgar Veer in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Zusammen mit den anstehenden größeren baulichen Veränderungen (Umbau der zentralen Notaufnahme, Erweiterung der Kardiologie um einen zweiten Linksherzkathetermessplatz, wir berichteten mehrfach) sei das Haus auf einem guten Weg. Bitter zufolge sollen die Bauarbeiten mit einem Gesamtfinanzierungsvolumen von 7,6 Millionen Euro Ende des zweiten Quartals 2018 starten, parallel laufen und nach etwa 15 Monaten bis Ende 2019 abgeschlossen sein. „Der Bauantrag ist gestellt, derzeit befinden wir uns in der Endabstimmung von Details“, sagte Bitter. Finanziert wird das Vorhaben maßgeblich vom Land Niedersachsen (6,3 Millionen Euro). Die verbleibende Investitionslücke schließen der Landkreis Emsland und die Stadt Papenburg (jeweils mehr als 300.000 Euro) und das Krankenhaus mit Eigenmitteln.

Gesellschafter billigen Budget

„Wir haben uns für eine Vorwärtsstrategie entschieden“, betonte Veer und zeigte sich erfreut, dass die Gesellschafterversammlung dieses Vorgehen durch einen klugen Beschluss mittrage. So habe sie in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag das entsprechende Budget für die Arztstellen bewilligt.

Verluste reduziert

Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre bewertet die Geschäftsführung positiv. Kurz vor dem finanziellen Beina-hekollaps im Jahr 2010 mit einem Minus von 8,5 Millionen Euro gestartet, seien die Verluste sukzessive reduziert worden, betonte Veer. Bedingt durch einen „einmaligen Sondereffekt“, habe das Haus 2016 gar einen Überschuss in Höhe von knapp zwei Millionen Euro erwirtschaftet, „sodass wir im betrieblichen Bereich ein ausgeglichenes Ergebnis hatten“. Auch das Geschäftsjahr 2015 sei mit einem Überschuss (500.000 Euro) abgeschlossen worden. Für 2017 erwartet die Geschäftsführung hingegen ein negatives Ergebnis – in welcher Höhe, wollte Veer auf Nachfrage nicht sagen. „Das Jahr ist ja noch nicht zu Ende.“ Seit 2011 bildet das Marien-Hospital einen Verbund mit dem St.-Bonifatius-Hospital (Lingen), dem Hümmling-Hospital (Sögel) und dem Borromäus-Hospital (Leer).

Zahl der Patienten gestiegen

Die Zahl der Patienten im laufenden Jahr ist im Vergleich zu 2016 (10.900) auf rund 11.300 gestiegen. Dass dennoch mit weniger Erlösen zu rechnen sei, liegt Veer zufolge an „einer Abwertung der Vergütung in der Kardiologie. Das ist bedauerlich“, treffe aber bundesweit alle Krankenhäuser. Negativ zu Buche schlägt zudem die bislang hohe Fluktuation bei den fachärztlichen Diensten. Deshalb habe das Haus immer wieder auf Honorarärzte zurückgreifen müssen. „Das belastet“, so Veer, der für 2018 mit rund 11.700 Patienten rechnet.

850 Beschäftigte

Teil der nun beschlossenen Vorwärtsstrategie soll ein gezielter Ausbau der Leistungsfähigkeit des Marien-Hospitals sein. Dazu gehöre, in ärztliches Personal zu investieren – auch, „um die Belastungssituationen in den Nachtdiensten zu entschärfen“, wie Veer betonte. Ziel sei eine größere Kontinuität in der Ärzteschaft. Zurzeit seien 72 Mediziner im Haus beschäftigt. Einen Schwerpunkt bei den neuen Stellen will das Hospital bei der Versorgung seiner internistischen Patienten sowie bei den Assistenzärzten setzen. Bei guten Arbeitsbedingungen – beispielsweise, was die Anzahl der Nachtdienste betrifft – sei es durchaus möglich, Ärzte auch für Papenburg zu gewinnen, betonte Bitter im Hinblick auf den Facharztmangel in ländlichen Räumen. Veer wertet die Bewilligung für zusätzliche Arztstellen als „eine klare Zusage an den Standort, den wir weiterentwickeln wollen“. Zudem sei es ein „Signal der Dankbarkeit für das Geleistete“ an die derzeit 850 Beschäftigten (plus 50 Auszubildende). „Jetzt geht es voran – baulich und personell“, fügte Bitter hinzu.

Er selbst wird den Weg nur noch ein kurzes Stück mitgehen. Wie berichtet, wird Bitter das Haus verlassen und die Geschäftsführung eines konfessionellen Krankenhausverbundes in seiner Heimatregion Osnabrück übernehmen. Veer will die Nachfolge bis Jahresende geregelt wissen.