Serie: 50 Jahre NOZ Papenburger Landesgartenschau-Erfolg verwelkt rasch

Gut lachen hatten (von links) Bürgermeister Jan Peter Bechtluft, Ministerpräsident Stephan Weil und der damalige Geschäftsführer der Landesgartenschau, Lars Johannson, bei der Eröffnung am 16. April 2014. Foto: Werner ScholzGut lachen hatten (von links) Bürgermeister Jan Peter Bechtluft, Ministerpräsident Stephan Weil und der damalige Geschäftsführer der Landesgartenschau, Lars Johannson, bei der Eröffnung am 16. April 2014. Foto: Werner Scholz

Papenburg. Offiziell strömten mehr von April bis Oktober 2014 mehr als 500.000 Besucher zur Landesgartenschau (LGS) nach Papenburg. Doch der Erfolg wurde schnell welk.

Denn nach dem Grünspektakel stand plötzlich ein Gesamtdefizit von 5,8 Millionen zu Buche. Daraufhin entwickelte sich eine politische Schlammschlacht inklusive Rücktrittsforderungen gegen Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU). Zudem schoben sich die Verantwortlichen von Stadt und Durchführungsgesellschaft munter gegenseitig die Schuld für das Finanzdesaster in die Schuhe. Keiner der handelnden Personen wollte das Ausmaß kommen sehen haben. Vorzeitig geschasst wurde am Ende lediglich LGS-Geschäftsführer Lars Johannson. Die Verwaltung und die Mehrheit des Stadtrates hatten ihn letztlich als Hauptverantwortlichen für das Finanzdebakel auserkoren. Johannson wies alle Vorwürfe zurück. Der heute 43-Jährige, der sich zwischenzeitlich mit einer Marketingagentur in Papenburg selbstständig gemacht hatte und gegen den ein Untreue-Verfahren vor Gericht gegen Geldauflage eingestellt worden war, ist seit August 2017 Tourismusdirektor auf Helgoland.

Die Stadt hatte von vornherein mit einem Defizit von 2,4 Millionen Euro für die Schau kalkuliert. Im Gegenzug erhoffte sie sich einen städtebaulichen und touristischen Impuls, vor allem durch eine Umgehungsstraße und den neu gestalteten Stadtpark. Für beide Projekte hatte die Stadt Fördergelder bekommen, ohne die sie die Vorhaben nicht hätte stemmen können. Am Ende klaffte jedoch ein zusätzliches 3,4-Millionen-Euro-Loch in der Kasse – Folge eines völlig unzureichenden Kostencontrollings der Stadt, wie der Bund der Steuerzahler ein Jahr später in seinem Schwarzbuch konstatierte.


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