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Festliches Hochamt am 24. November 1910 in der St.-Michael-Kirche Erste Messe vor 100 Jahren

Von Hermann-Josef Döbber

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Heute vor 100 Jahren wurde in der Papenburger St.-Michael-Kirche erstmals ein Gottesdienst gefeiert. Am Ostermontag 1909 war zu dem Gotteshaus am Obenende der Grundstein gelegt worden.Foto: Hermann-Josef DöbberHeute vor 100 Jahren wurde in der Papenburger St.-Michael-Kirche erstmals ein Gottesdienst gefeiert. Am Ostermontag 1909 war zu dem Gotteshaus am Obenende der Grundstein gelegt worden.Foto: Hermann-Josef Döbber

Papenburg. Heute vor 100 Jahren wurde in der St.-Michael-Kirche am Obenende in Papenburg erstmals ein Gottesdienst gefeiert. Zu dem romanischen Bau war am Ostermontag 1909 der Grundstein gelegt worden. Das Gotteshaus entstand nach den Plänen des Architekten Wilhelm Sunder-Plassmann aus Münster und wurde von den örtlichen Maurermeistern Hannen und Poelmann unter der Leitung des Bauführers Theodor Niesing erbaut. Die Benediktion erfolgte am 12. September 1911 durch Bischof Hubertus Voß.

Der November 1910 war reich an ereignisreichen Tagen für die Obenender Katholiken. Laufend berichtete die Ems-Zeitung über das besondere bevorstehende Ereignis. „Drei Altäre, reich vergoldet und mit zahlreichen figürlichen Darstellungen versehen, sowie die sehr edel gehaltene Kommunionbank, alles Meisterstücke des bekannten Bildhauers und Künstlers Heinrich Seling, Osnabrück, sind in der neuen St. Michaelis-Kirche zur Aufstellung gelangt. Der Hochaltar wird besonders an Festtagen, wo er sich komplett darbietet, ein anziehendes Bild gewähren“, steht in der Ems-Zeitung vom 18. November 1910 geschrieben.

Neue Kirchenordnung

Weiter ist dort zu lesen, dass Dechant Anton Schulte seine letzte Predigt in der alten Kirche hielt und den Einzug in die neue für den 24. November ankündigte. Auch habe der Geistliche einiges über die neue Kirchenordnung mitgeteilt. Die Mittelmesse falle nun weg, da sie in der alten Kirche eigentlich nur wegen des Platzmangels für die Kinder eingerichtet worden sei.

„Unter großer Beteiligung der Obenender Pfarrgemeinde wurde am Donnerstagmorgen das Sanktissimum aus der alten in die neue Kirche getragen und in dieser zum ersten Male das heilige Messopfer gefeiert“, heißt es vor 100 Jahren in der Ems-Zeitung. „Zum ersten Male erschollen die frommen Lieder der andächtigen Gemeinde zum Lobe und Preise des Allerhöchsten in diesem herrlichen Gotteshause, mit dem sich die lebende Generation für Jahrhunderte ein Denkmal ihrer Glaubenstreue und Opferwilligkeit gesetzt hat.“

Alte Kanzel

Nach Schluss des von Dechant Schulte zelebrierten Hochamtes bestieg dieser die aus der alten Kirche herübergeschaffte Kanzel, welche am rechten Pfeiler am Chorabschluss angebracht war, zu einer kurzen Ansprache.Er drückte seine Freude darüber aus, dass jetzt in der Kirche Platz genug sei, sodass sich nun niemand während des Gottesdienstes vor derselben aufzuhalten brauche.

Der Berichterstatter der Ems-Zeitung beschreibt die Akustik der Kirche als vorzüglich. Die Ansprache des Dechanten sei in jedem Teil der Kirche gut verstanden worden. Allerdings passe die alte Kanzel nicht so recht in die neue Kirche. Ebenso fehle noch eine neue Orgel. Dazu hatte die Ems-Zeitung bereits in Erfahrung gebracht, dass der Pfennigverein seine Sammlungen eifrig fortsetzen wolle.


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