Personal als Schwachstelle Papenburg: Digitalisierung Thema beim Wirtschaftstag Nordwest


Papenburg. Das Personal sei die größte Schwachstelle bei der Digitalisierung in Unternehmen, sagte Andreas Paschke, Leiter Organisationsentwicklung des Harener Unternehmens Röchling Engineering Plastics. Die Industrialisierung 4.0 war eines der Themen des dritten Wirtschaftstags Nordwest der Ems-Achse im Papenburger Forum Alten Werft.

Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sagte Paschke in dem Workshop „Digitale Chancen für die heimische Wirtschaft“, der im Rahmen des Wirtschaftstages noch vor der offiziellen Eröffnung stattfand. Immer mehr Prüfungen und Nachweise – auch bei der Produktion – seien notwendig. Das mache ein Unternehmen inflexibel und es produziere zu viel Papier. „Wir haben das gesamte Werk vernetzt“, sagte Paschke über das Unternehmen Röchling. Auch die Maschinen seien miteinander vernetzt, die auf diese Weise miteinander kommunizieren würden. Alle Mitarbeiter hätten einen Touchscreen am Arbeitsplatz – 240 an der Zahl. So würden Abläufe nicht nur im kaufmännischen Bereich, sondern auch in der Produktion digitalisiert.

„Unternehmen müssen umdenken“

„Das Moderne – das ist genau das, was wir hier brauchen“, sagte Tim Husmann, Netzwerkmanager der IT-Achse Ems am Standort Lingen. Junge Leute müssten Ideen mitbringen können, und diese müssten von unten nach oben stattfinden können. „Unternehmen müssen umdenken. Digitalisierung bedeutet auch, dass sich die Arbeitsweise ändert.“ Ein Eindruck, von dem auch Florian Thurmann vom Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal sprach, der per Videochat zur Gesprächsrunde zugeschaltet war und von seinen Berufsjahren im Silicon Valley in San Francisco, USA, berichtete. Letztlich ist das Personal „die größte Schwachstelle“ bei der Digitalisierung, sagte Paschke. „Die Leute müssen das wollen.“

Schwierigkeiten bei der Digitalisierung

Überhaupt müsse man auch die Schwierigkeiten bei der Digitalisierung sehen, sagte Paschke und sprach das Thema Datensicherheit an. Die Netzwerke müssten ausfallsicher sein und ständig funktionieren sagte er mit Blick auf mögliche Hacker, „was technisch locker möglich ist“. Die Gefahr sei da, aber das lasse sich lösen. Hinzu komme die Angst der Menschen, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, und Paschke gestand ein: „Nicht jeder Arbeitsplatz bleibt erhalten, wie er ist“.

60 Aussteller und 440 Teilnehmer

Neben dem Austausch über die praktizierte Digitalisierung, auch am Beispiel des Projektes Dorfgemeinschaft 2.0, das im Raum Grafschaft Bentheim/südliches Emsland seit November 2015 läuft, waren Energiewende und -effizienz sowie die Energie-Achse Ems Themen der Workshops. Zum Wirtschaftstag Nordwest hatten sich rund 440 Teilnehmer angemeldet, wie Dirk Lüerßen, Geschäftsführer der Ems-Achse, mitteilte. In einer begleitenden Ausstellung präsentierten sich Betriebe und Einrichtungen. Mit rund 60 Ständen lag die Zahl bei der erstmalig kostenlosen Veranstaltung leicht unter der Zahl vom Vorjahr 2016. Zweck des Wirtschaftstages ist das Netzwerken zwischen Kommunen, Kammern, Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Verbänden.


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