Anonym oder teilanonym zur letzten Ruhe Neue Bestattungsformen auf Friedhof in Aschendorf

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Aschendorf. Gemeinschaftsgräber, Urnenbestattung am Baum anonym oder teilanonym: Die Stadt Papenburg trägt dem Wunsch nach veränderten Formen der Bestattung auf dem Friedhof in Aschendorf Rechnung.

Die letzte Ruhestätte an der Waldseestraße ist der einzige kommunale Friedhof im Stadtgebiet. Wer den älteren Teil des Friedhofes regelmäßig besucht, dem dürften zwei quaderartige Stelen aus Sandstein im Zuge des Kreuzweges entlang der Friedhofsmauer etwa in Höhe der Leichenhalle aufgefallen sein. Sie markieren ein neu angelegtes Grabfeld für sogenannte Gemeinschaftsurnenwahlgräber.

Hier können nach Angaben von Marion Schepers-Sürken aus dem städtischen Fachbereich Tiefbau Nutzungsrechte für einen Zeitraum von 30 Jahren erworben werden. Wie sie in einer Pressemitteilung der Stadt weiter erklärt, können auf dem neuen Grabfeld eine oder zwei Urnen an einer Stelle in der Tiefe beigesetzt werden. An einer der Sandsteinstelen in der Mitte der Urnenwahlgräber würden die Namen der Verstorbenen angebracht. Dazu wird der Stadtverwaltung zufolge eine Schrifttafel aus Bronzeguss verwendet.

Unrühmliche Schlagzeile

Es geht aber auch anonym. Vor einer Grünfläche auf dem neueren Teil des Friedhofs sind drei schlankere Stelen als die aus Sandstein aufgestellt. „An diesen können ebenfalls die Namen angebracht werden, müssen es aber nicht“, erklärt Schepers-Sürken. Zurzeit zieren sechs Metallplättchen mit Namen, Geburts- und Sterbedaten von Verstorbenen eine der drei Stelen. Eine Zuordnung zu den anonymen Gräbern auf der Grünfläche ist nicht möglich, weil die Stelen nicht in unmittelbarer Nähe zu dem Gräberfeld stehen. „Auch das wird von immer mehr Menschen gewünscht“, so Schepers-Sürken.

Die Stelen beim anonymen Grabfeld hatten der Stadt vor gut zwei Jahren eine unrühmliche Schlagzeile beschert. Seinerzeit waren sie aus Holz, genauer gesagt handelte es sich um bunt bemalte Bretter, die als sogenannte Kunstspundwände während der Papenburger Landesgartenschau 2014 gedient hatten. Eines der Bretter war übersät mit dem Logo eines Geldinstitutes und mit dem Spruch „Gut für die Region“ versehen. Die Stadt hatte seinerzeit von einem „Missverständnis“ gesprochen und die Bretter nach einem Hinweis unserer Redaktion wieder entfernen lassen.

Stadt übernimmt Pflege

Wie es in der aktuellen Mitteilung aus dem Rathaus heißt, sind auf dem „Neuen Friedhof“ darüber hinaus auch Urnenbestattungen am Baum im Bereich der anonymen Gräber möglich. Bei diesen neu angelegten Grabfeldern übernimmt die Stadt die Pflege.

Friedhofsgebühren erhöht

Die neuen Bestattungsangebote ziehen aber auch höhere Kosten nach sich. Das war politisch nicht unumstritten. Im Juni hatte der Stadtrat nach längerer Debatte und zuvor mehrheitlicher Ablehnung im Aschendorfer Ortsrat mit knapper Mehrheit eine zum Teil drastische Erhöhung der Gebühren für den Friedhof an der Waldseestraße beschlossen.

Seitdem steht fest, dass beispielsweise die 20-jährige Nutzung eines anonymen Erdgrabes künftig 695 Euro statt wie bisher 250 Euro kostet. Die Kosten für die Nutzung eines anonymen Urnengrabes für dieselbe Dauer klettern von 180 auf 581 Euro – an einem Baum gar auf 854 Euro. Höhere Nutzungskosten sieht die neue Gebührenordnung außerdem auch bei nicht anonymen Bestattungen jeglicher Art vor. Die Gebühren waren zuletzt vor acht Jahren angepasst worden. Die Stadtverwaltung hatte die Notwendigkeit einer Erhöhung unter anderem damit begründet, dass es aufgrund neuer Bestattungsformen und Grabarten zum Teil bislang keine Tarife gebe.

Weitere Infos und Kontakt: Telefon 0 49 61/8 22 66 (vormittags), E-Mail: marion. schepers-suerken@papenburg.de


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