Polder-Projekt bei Masterplan geändert Neuer Lebensraum soll in Emsauen bei Papenburg entstehen

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Ein dauerhafter Polder für neuen Lebensraum soll in den Emsauen zwischen Papenburg und Herbrum angelegt werden. Foto: Christoph AssiesEin dauerhafter Polder für neuen Lebensraum soll in den Emsauen zwischen Papenburg und Herbrum angelegt werden. Foto: Christoph Assies

Papenburg/Vellage. Der Tidespeicher in Vellage, eine Maßnahme des Masterplans Ems 2050 zur Verbesserung der Wasserqualität des Flusses, wird nicht kommen. Stattdessen wird ein neuer Polder zwischen Papenburg und Herbrum angelegt.

Wie Thorsten Kuchta, Sprecher der Geschäftsstelle Masterplan Ems 2050 beim Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems in Oldenburg, auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, werde in den Emsauen zwischen Papenburg und Herbrum nach einem geeigneten Standort für einen dauerhaften Polder zur Entwicklung sogenannter ästuartypischer Lebensräume gesucht. Die Fertigstellung soll, so habe es der Masterplan-Lenkungskreis beschlossen, bis Ende 2020 angestrebt werden.

Projekt bis auf Weiteres ausgesetzt

Einstimmig hat der Lenkungskreis laut Geschäftsstelle des Masterplans ebenfalls entschlossen, das Projekt Tidespeicherbecken Vellage bis auf Weiteres auszusetzen. Im Masterplan waren die Tidesteuerung am Sperrwerk und der Einbau einer Sohlschwelle am Emssperrwerk sowie die Tidespeicherbecken als gleichberechtigte Lösungsansätze untersucht worden, um die Gewässerqualität der Ems zu verbessern. Nachdem die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien zur Tidesteuerung und zur Sohlschwelle zum Jahresende 2016 vorlagen, hatte der Lenkungskreis im Januar 2017 beschlossen, beide Maßnahmen zusammen zu führen und als „Flexible Tidesteuerung“ umzusetzen, heißt es in einer Mitteilung.

Aufwand für den Bau sehr hoch

Die Machbarkeitsstudie für Tidespeicherbecken zur Verbesserung des Gewässerqualität sollte – so sieht es der Masterplan vor – bis Ende 2018 fertiggestellt werden. Der Tidespeicher in Vellage war für einen zweijährigen Testbetrieb als Naturversuch vorgesehen und sollte über entsprechende Messreihen Daten zur Klärung der Frage liefern, ob Tidespeicherbecken auch langfristig zur Verbesserung der Wasserqualität in der Ems beitragen können. Die Kosten für die dafür geplante Ausbaggerung eines alten Emsarmes bei Vellage waren mit acht bis zehn Millionen Euro veranschlagt worden. Es sei zunehmend zweifelhaft, ob der Aufwand für den Bau des Beckens nach der grundsätzlichen Entscheidung, das Schlickproblem der Ems zunächst mit der „Flexiblen Tidesteuerung“ anzugehen, in einem tragbaren Verhältnis zu den zu erwartenden Erkenntnissen stehen, hieß es zur Begründung der jetzigen Lenkungskreisentscheidung.

Ergänzende Maßnahmen

Speicherbecken sollen als ergänzende Maßnahme untersucht werden. Die erforderliche Lage und Größe dieser Tidespeicher hängt davon ab, inwieweit die Ziele Schlickreduzierung und Verbesserung der Gewässergüte bereits mit der „Flexiblen Tidesteuerung“ erreicht werden können. Die Machbarkeitsstudie kann unter den aktuellen Randbedingungen auch ohne die Naturdaten aus dem Pilotspeicher im erforderlichen Umfang fertiggestellt werden.

Zunächst soll nach dem jetzigen Beschluss des Lenkungskreises anstelle des Speicherbeckens Vellage der dauerhafte Polder zur Entwicklung ästuartypischer Lebensräume an der Ems flussaufwärts zwischen Papenburg und Herbrum angelegt werden. Damit gemeint sind die ursprünglichen Lebensräume in der erweiterten Mündung der Ems. Erste Untersuchungen zum Standort laufen.

Änderungen auch in Stapelmoor

Zugleich beschloss der Lenkungskreis, die Planungen für einen Tidepolder in Stapelmoor bei Weener zu ändern. Wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Trinkwassergewinnung im Wasserwerk Weener durch einen an die Ems angeschlossenen Polder soll dort ein Süßwasserpolder entstehen, der allein aus Regenwasser gespeist wird. Wenn sich die Qualität des Emswassers verbessert hat, könne der Polder für die Tide geöffnet werden. Mit der Planänderung folgte der Lenkungskreis einer Empfehlung aus der Machbarkeitsstudie des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).


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