Grüne „verhalten“ – Linke „nicht zufrieden“ Wahlkreis Papenburg: Keine Euphorie in Sicht

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Papenburg/Lehe. Der Grünen-Landtagskandidat Werner Henseleit bekommt die Einbußen seiner Partei auf Landesebene in seinem persönlichen Ergebnis zu spüren. Linke-Kandidat Jannis Reiners sieht Verluste zugunsten der AfD, ist aber erfreut über sein Ergebnis vor Ort.

Auf der Leinwand im Papenburger News Café ploppt die grüne Säule nach ersten Hochrechnungen mit 8,5 Prozent auf, die die Parteimitglieder und Besucher regungslos zur Kenntnis nehmen. „Die Hoffnung war zweistellig“, sagte Henseleit. „Das war klares Wahlziel, und das haben wir nicht erreicht.“ Die Stimmung am Wahlabend nannte er daher „verhalten“. Auch auf persönlicher Ebene hat der Rastdorfer einstecken müssen. Sein Prozentanteil an Erststimmen sank um 2,8 Prozent gemessen am Wert der Wahl von 2013, der bei 7,4 lag. „Die Stimmenverluste passen auch zu dem, was wir im Land haben“, analysierte der 61-Jährige, der verärgert war über das Ergebnis der AfD, die wohl in den Landtag einziehen wird. (Weiterlesen: So hat Papenburg abgestimmt)

Dennoch zeigte er sich positiv mit Blick auf das Landesergebnis: „Wir sind auf jeden Fall dabei“ – auch in der Regierung. Für ihn wäre Rot-Rot-Grün seine Traumkonstellation.

"Wir haben zu viel an die AfD verloren"

Doch die ist unwahrscheinlich, wie das vorläufige Ergebnis am Sonntagabend zeigte. „Wir sind mit dem Landesergebnis überhaupt nicht zufrieden“, sagte Reiners bei dem privaten Treffen mit Parteikollegen bei ihm zu Hause über den noch nicht gesicherten Einzug in das Landesparlament. „Wir haben auf Landesebene zu viel an die AfD verloren“, lieferte er als Erklärung. Die AfD werde als Protestpartei wahrgenommen, Die Linke gelte für einige als etabliert.

Auch das Kreisergebnis „hätte besser sein können“, so der 21-Jährige. In starkem Kontrast dazu bewertete er sein „Dorfergebnis“, das er knapp zweistellig erreichte. Den Wahlkampf dort erledigte er per Rad und zu Fuß via „Personenkarten“, wie er sagt. „Das kann man nicht kreisweit schaffen.“ Dennoch: „Der Wahlkampf hat sich gelohnt. Persönlich bin ich zufrieden“, sagte Reiners über den Erfolg in seinem Heimatdorf Lehe und machte keinen Hehl aus seiner Freude über den Sieben-Prozent-Verlust des CDU-Kandidaten Bernd Busemann dort. (Der Wahlabend im Emsland im Liveblog zum Nachlesen)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN