Landtagskandidatin im Porträt Marion Terhalle will in der Politik weiterhin mitgestalten

Von Lea Becker


Aschendorf. Ohne Politik kann sie nicht mehr. Marion Terhalle aus Aschendorf engagiert sich seit 2001 in der Kommunalpolitik und will damit auch nicht aufhören. Bei der Landtagswahl kandidiert sie im Wahlkreis 82 für die FDP.

„Ich möchte mitgestalten. Nur zuschauen würde mich nicht zufriedenstellen“, sagt Terhalle. Auch vor 16 Jahren, als ihre zwei Kinder gemeinsam in einen Kindergarten gehen sollten und es in Aschendorf keine Kapazitäten gab, konnte die 49-Jährige nicht tatenlos bleiben. „Die Leiterin hatte sich vergeblich bemüht, also haben wir Eltern uns zusammengetan“, blickt Terhalle auf ihre politischen Anfänge zurück.

Bei der Bürgermeistersprechstunde mit dem damaligen Stadtoberhaupt Ulrich Nehe (parteilos) diskutierte sie als Vertreterin im Stadtelternrat über die Problematik. Im Aschendorfer Ortsrat sprach sie als Elternvertreterin. Dort hatte sie Erfolg. Der Rat hätte einstimmig einen Beschluss gefasst, dass Aschendorf mehr Kindergartenplätze braucht. „Da habe ich gedacht, das geht ja schnell“, erzählt die zweifache Mutter.

Aschendorfer Kinder in Papenburg-Kitas „an Praxis vorbei“

Der Kita-Ausschuss der Stadt Papenburg verwies jedoch an freie Plätze am Papenburger Obenende. „Da war ich etwas desillusioniert“, berichtet Terhalle. Es sei völlig an der Praxis vorbei gewesen, ein Kind in Aschendorf und das andere in dem Papenburger Stadtteil zum Kindergarten zu bringen. Auch wenn doch noch irgendwie eine Lösung gefunden wurde, war das für Terhalle der Einstieg in die Politik, denn es war das Jahr der Kommunalwahl.

„Der damalige FDP-Bundestagsabgeordnete und Ortsbürgermeister Hans-Michael Goldmann sprach mich an, ob ich nicht kandidieren wolle“, erinnert sich die 49-Jährige. Sie wollte es einfach mal versuchen, denn es bewegte sich nichts in der Kindergartenproblematik und sie wollte sich dafür einsetzen. Für die Freien Demokraten entschied sie sich, weil deren Politikverständnis ihren eigenen Vorstellungen entsprach.

In Orts- und Stadtrat gewählt:

Auf Anhieb wurde sie in den Orts- und Stadtrat gewählt: „Von null auf Hundert.“ Es sei interessant gewesen, in alle Bereich der Politik Einblicke zu bekommen. Ihren Schwerpunkt hat sie aufgrund ihrer persönlichen Geschichte in der Vereinbarung von Familie und Beruf. Als Mitarbeiterin im Finanzamt hat sie natürlich auch immer die finanzielle Situation der Stadt im Blick und will sich für den Bürokratieabbau einsetzen. „Es sollt nicht mehr reguliert werden als nötig“, sagt Terhalle.

Für die Landtagswahl ist die zweifache Mutter realistisch und macht sich keine Aussichten für einen direkten Einzug in den Landtag. Sie habe zudem nur einen Listenplatz im Mittelfeld. „Es geht mir darum, die Themen in die Fläche zu bringen“, erklärt Terhalle. Außerdem möchte sie mehr Menschen mit der liberalen Überzeugung erreichen.

Familie unterstützt sie

Von ihrer Familie erhält die 49-Jährige viel Unterstützung. „Sie geben mir immer das Signal ‚mach weiter‘. Alle stehen da voll hinter.“ Die Familie sei ihr Rückzugsort, denn die Politik nehme viel Zeit ein – alles ehrenamtlich. Für ihre Kinder sei ihr Einsatz ein Vorbild. „Ehrenamtliches Engagement macht unsere Gesellschaft aus“, sagt Terhalle. Daher sei es wichtig, dass Eltern ihren Kindern das vorleben. Auch ihre Eltern hätten sich früher viel in Vereinen eingebracht. Nur wenn jeder seinen Teil beitrage, könne das große Ganze funktionieren.