15. Auflage eröffnet Papenburger Kinder regieren die Pap(p)stadt

Von Lea Becker


Papenburg. Eine Stadt regiert von Kindern - In der Papenburger Pap(p)stadt haben 120 Mädchen und Jungen von Montag bis Freitag das Sagen und können das alltägliche Leben spielerisch nachstellen. Die 15. Auflage ist am Montag in der Kesselschmiede eröffnet worden.

Vom Bäcker und einer Eisdiele, über einen Friseur, eine Fahrschule, einen Bau- und Supermarkt bis hin zum Ordnungsamt – alles, was es zum Leben braucht, gibt es in kleiner Form in der Kesselschmiede. Noch sind die Betriebe etwas kahl mit ihren weißen Pappwänden, doch in den nächsten Tagen schmücken die neun bis 14-Jährigen ihre eigenen Geschäfte selber aus oder beauftragen dafür den örtlichen Malerbetrieb. Auch die Straßen müssen noch vom Ordnungsamt gekennzeichnet und mit Straßennamen versehen werden.

Fünf Tage leiten die Kinder die Firmen und regieren die Stadt. Die Jobs werden bei der Agentur für Arbeit verteilt. Einige sind direkt als Chef in die Unternehmen eingestiegen, andere sind angestellt oder vielleicht auch mal arbeitslos. Gezahlt wird alles mit den „Pabus“, der eigenen Währung. Am Dienstag steht die Bürgermeisterwahl an.

Schokoladenfabrik erstmal dabei

„Es ist witzig und spannend, alles alleine zu machen. Hier bekommt man nicht einfach Geld von den Eltern“, sagt die 11-jährige Schokoladenfabrikleiterin Lotte. Auch Jakob, Chef im Bau- und Supermarkt, freut sich auf die neuen Erfahrungen, denn im vergangenen Jahr war er im Bürgerbüro angestellt. „Es wird bestimmt ein bisschen anstrengend, aber macht auch Spaß“, so der 11-Jährige. Ihm zur Seite stehen Uwe Rieke und Jens Diekhaus.

Organisiert wird die Pap(p)stadt wie in jedem Jahr von den angehenden Erziehern der Berufsbildenden Schulen (BBS) und dem Fachdienst Jugend der Stadt. Seit August waren die 47 Schüler am planen. „Wir brauchten genügend und auch abwechslungsreiche Betriebe“, erklärt Jessica Hemmen vom Organisationsteam. Der Renner aus dem vergangenen Jahr, das Tattoo-Studio, ist auch in diesem Jahr wieder mit dabei. Neu bei den insgesamt 26 Firmen sind eine Schokoladenfabrik und ein Upcycling-Unternehmen.

Kinder füllen Stadt mit Leben

„Für jedes Kind ist etwas dabei“, berichtet Anke Brand, ebenfalls vom Orga-Team. Die 20-Jährige freut sich, dass es endlich los geht. „Ich bin gespannt auf das Ergebnis, wie sich die Betriebe entwickeln und was die Kinder für Ideen haben“, sagt die Schülerin.

Für Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) ist die Gemeinschaft in der Pap(p)stadt wichtig. „Jeder einzelne von euch ist wichtig, damit das große Ganze zum Schluss ein Erfolg wird“, sagte Bechtluft bei der Eröffnung. „Ihr seid Teil der Pap(p)stadt und ihr füllt sie mit Leben“, sagte Jugendausschussvorsitzender Pascal Albers (CDU). Ihm ist es wichtig, dass die Kinder fernab von WhatApp, Facebook oder Instagram bei dem Projekt das richtige Leben kennenlernen können.