Anwohner klagen über Gerüche Papenburger Splittingkanal wächst immer weiter zu

Von Hermann-Josef Tangen

Die zugewachsenen Stellen im Splittingkanal können nach Angaben der Anwohner selbst von den Enten nicht mehr schwimmend passiert werden. Foto: Hermann-Josef TangenDie zugewachsenen Stellen im Splittingkanal können nach Angaben der Anwohner selbst von den Enten nicht mehr schwimmend passiert werden. Foto: Hermann-Josef Tangen

Papenburg. Weitgehend zugewachsen sind einige Teilbereiche des Splittingkanals in Richtung Surwold. Anlieger klagen über Geruchsbelästigungen und fordern Abhilfe.

Die wird es aber vorerst nicht geben, da ein konkreter Termin für die Entschlammung dieser Wasserstraße derzeit nicht absehbar ist, sagt Stadtsprecher Heiko Abbas.

Am Splitting zwischen dem Wendebecken beim Stadion des Sportvereins DJK Eintracht und der Stadtgrenze zu Surwold dürfte sich die Situation durch den in den kommenden Wochen zu erwartenden zusätzlichen Eintrag vom Eichenlaub indes weiter verschärfen, befürchten die Anlieger.

Der Splitting ist Teil eines auf zehn Jahre festgelegten Gesamtpaketes zur Sohlräumung der Papenburger Kanäle, das die Stadt vor drei Jahren auf den Weg gebracht hat. Im Rahmen der mit rund zwei Millionen Euro bezifferten Kampagne sollen bis 2024 insgesamt fast 25 Kilometer der künstlichen Wasserstraßen im Stadtgebiet entschlammt werden. Ziel der Kanalsohlräumung ist es, die jährlichen Kosten der Kanal- und Wasserbewirtschaftung von mehr als 380.000 Euro zu reduzieren.

Am Ersten Wiek und am Mittelkanal gebaggert

Bisher wurden rund 3,2 Kilometer an der Ersten Wiek geräumt und zudem am Mittelkanal gebaggert, wo Ablagerungen von 20 bis 50 Zentimetern in der Sohle festgestellt worden waren. Sogar bis zu 65 Zentimeter beträgt die Schlammschicht zwischen dem Splittingkanal und der Stadtgrenze. Ursache für diese Menge der Ablagerungen ist Abbas zufolge Laubeintrag. Eine Räumung müsse in den nächsten Jahren daher zwingend erfolgen und ist in der langfristigen Planung auch vorgesehen, wie er versichert.

Auch wenn er vollstes Verständnis für die Anliegen der dort wohnenden Bürger habe, komme ein zeitliches Vorziehen einzelner Bereiche aus Kostengründen nicht in Betracht, bedauert der Fachdienstleiter Stadtentwässerung, Martin Daron. Eine vorgezogene Teilräumung ohne Ausbaggerung der aus Fließrichtung davor liegenden Bereiche sei wenig sinnvoll. Die nächsten Arbeiten werden nach seinen Worten im Bereich Erste Wiek und Bethlehemkanal durchgeführt. Hierzu soll nun im Winter ausgeschrieben werden, damit im kommenden Frühjahr mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Start für Baggerarbeiten in Surwold

Die Baggerkampagne orientiert sich Daron zufolge stets anhand einzelner Kanalabschnitte in Fließrichtung. Für eine Baggerung am Splitting müsste somit von Surwold aus kommend begonnen werden. Die einzelnen Abschnitte würden dabei immer zwischen zwei Brücken oder Schützanlagen gewählt, um das Ausbaggern und die Absperrung der Straßenabschnitte zu erleichtern.

Eine zeitweise Geruchsbelästigung könne bis zur endgültigen Sohlräumung am Splitting besonders in den Sommermonaten nicht ausgeschlossen werden, räumt Daron ein. Mit Nachdruck unterstreicht er jedoch, dass der Abfluss des Wassers zur Sicherstellung des Entwässerungsziels in allen Kanalbereichen gegeben sei.


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