Neues Exponat für Verein „I-57“ „Röhre“ der Marinefunksendestelle Ramsloh in Papenburg

Von Insa Pölking


isp Ramsloh/Papenburg Die Marinefunksendestelle Ramsloh hat die rund 20 Kilogramm schwere Röhre eines Senders zur Verstärkung des Sendesignals an den Papenburger Amateurfunk-Verein „I-57“ übergeben. 33 Jahre hatte die Marine mit dieser Röhrentechnik gearbeitet.

„Vor etwa zwei Jahren wurde dann entschieden, dass die Funksendestelle der Marine modernisiert werden soll“, berichtete Einsatz- und Ausbildungsoffizier sowie Oberleutnant zur See, Kim Schäfer. Die seit 1984 betriebene Röhrentechnik soll durch eine modernisierte Halbleiterbautechnik ausgetauscht werden. „Das ist in etwa so, als würde man einen Röhrenfernseher gegen einen Flatscreen austauschen“, erklärte Ausbildungsbootsmann Kai Bunger. Bis zum Ende des Jahres 2019 soll die Modernisierung der insgesamt acht Sender abgeschlossen sein.

Acht Mastantennen, die gute 352 Meter in Richtung Himmel ragen, erfüllen gemeinsam mit den Sendern seit ihrer endgültigen Inbetriebnahme 1984 eine deutschlandweit einmalige Funktion: Vom 540 Hektar großen Gebiet nahe Rhauderfehn senden sie Informationen an deutsche U-Boote und die Unterseeboote der NATO-Verbundpartner. U-Boote in bis zu 30 Meter Wassertiefe können die aus Ramsloh gesendeten Signale empfangen – und das nicht nur in Nord- und Ostsee, sondern auch im Atlantik.

Bis zu 30 Kilometer weit sind die 475 Tonnen schweren Kolosse zu erkennen, die mit sogenannten Pardunen (Abspannseilen) festgezurrt sind. Über 600 Kilometer Kupferdrähte liegen insgesamt unter allen Türmen im Erdreich und sorgen für die Erdung der Antennen. „Wir haben viele Exponate bereits eigenständig angesammelt“, sagte Eckhard Janssen, Vorsitzender des Amateurfunk-Vereines „I-57“. „Aber so eine ‚Röhre‘ würde man so nirgendwo auf der Welt finden.“ Durch die gute Zusammenarbeit über die vergangenen Jahre habe sich die Marinefunksendestelle dazu entschieden, die Röhre an den Verein zu übergeben. „Auch wir sind froh, das Stück in gute Hände weitergeben zu können“, so der Einsatz- und Ausbildungsoffizier.

Deutschlandweit gibt es rund 80.000 lizenzierte Funkamateure. Davon gehören gut die Hälfte den etwa 1000 Ortsverbänden des „Deutschen Amateur Radio Clubs“ (DARC) an. Der Amateurfunk-Verein „I-57“ aus Papenburg hat etwa 50 Mitglieder. Einmal im Monat treffen sich die Funkamateure aus den unterschiedlichen Orten im Vereinsheim in Papenburg. „In unserem Ortsverein wird viel gefachsimpelt“, sagte Janssen. „Wir bilden uns allerdings durch regelmäßige Fachvorträge, Exkursionen und Besuche von Ausstellungen auch viel weiter.“ Und auch das gesellschaftliche Miteinander komme in ihrem Verein nicht zu kurz. „Gäste heißen wir natürlich auch jederzeit willkommen“, so der Vorsitzende. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.i57.de.