Auftaktveranstaltung in Papenburg Initiative will die plattdeutsche Sprache fördern

Von Jonas Brinker

Auf der Meyer Werft ist Plattdeutsch ein Vorteil berichtet Erwin Siemens, Ausbildungsleiter der Meyer Werft, im Gespräch mit Moderator Ludger Abeln bei der Auftaktveranstaltung „Freedag is Plattdag“ in Papenburg. Foto: Jonas BrinkerAuf der Meyer Werft ist Plattdeutsch ein Vorteil berichtet Erwin Siemens, Ausbildungsleiter der Meyer Werft, im Gespräch mit Moderator Ludger Abeln bei der Auftaktveranstaltung „Freedag is Plattdag“ in Papenburg. Foto: Jonas Brinker

jbri Papenburg. Mit einer Auftaktveranstaltung an der Schiffbar vor der Papenburger Meyer Werft hat die Initiative „Freedag is Plattdag“ auf die Förderung der plattdeutschen Sprache aufmerksam gemacht.

„Das Emsland und das Ostfriesland sind noch Hochburgen im Plattdeutschen“, berichtet Cay-Hendryk Meyer, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“, im Gespräch mit unserer Redaktion. Gemeinsam mit den niedersächsischen Landschaftsverbänden, der Niedersächsischen Schulbehörde und dem Institut für niederdeutsche Sprache wurde die Arbeitsgemeinschaft „Platt is cool“ 2009 ins Leben gerufen.

Besonders in den südlichen Gegenden Niedersachsens ist nach Meyer die plattdeutsche Sprache kaum noch zu hören. „Wir wollen mit der Aktion den Menschen Mut machen, wieder mehr Plattdeutsch zu sprechen.“ Warum man trotzdem in eine Hochburg der plattdeutschen Sprache gekommen ist, erläutert der Sprecher so: „Die Kulisse der Papenburger Meyer Werft und dem neuen Schiff ist einfach traumhaft. Und die Meyer Werft ist einer der Betriebe, die Plattdeutsch noch lebt.“

Dies bestätigt auch Paul Bloem, Mitglied der Geschäftsleitung der Werft. „Bei Meyer wird meist Platt gesprochen. Das ist die normale Umgangssprache auf der Werft.“ Für ihn stechen vor allem die Vorteile heraus, dass „Platt direkter und schöner ist.“ Auch der Ausbildungsleiter der Meyer Werft, Erwin Siemens, findet das Niederdeutsche wichtig. „Platt ist schon ein Vorteil.“ Gerade auch beim Gespräch von jüngeren und älteren Kollegen hilft die Mundart. „Dann ist man auch direkt beim Du“, schmunzelt Siemens.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Ludger Abeln, der vor den rund fünfzig Gästen auch nur plattdeutsch sprach. So auch mit dem Landtagspräsidenten aus Niedersachen, Bernd Busemann. Er forderte mehr Plattdeutsch im Alltag. „Von mir aus jeden Tag. Platt ist ein Kulturgut, und wir müssen für den Schutz etwas tun“, so Busemann. Er plädiert, dass das Lernen von Plattdeutsch schon in der Schule beginnen muss.

Dass diese Forderung zum Teil schon umgesetzt wird, bewiesen die Kinder der Grundschule Wymeer. In ihrer Grundschule werden bereits einige Fächer, wie Mathe, Religion oder Sachkunde, auf Platt unterrichtet. Auch im Musikunterricht werden plattdeutsche Lieder gesungen, was die Kinder bei der Meyer Werft mit einigen Stücken unter Beweise stellten.

Neben dem Plattdeutschen wurde auch auf Saterfriesisch aufmerksam gemacht. Mit der Aktion „Freedag is Plattdag“ sollen an den fünf Freitagen im September die plattdeutsche und saterfriesische Sprache in den Mittelpunkt rücken. Die Initiative fordert alle Unternehmen und Haushalte auf, dort Platt zu sprechen, wo es bisher nicht getan wurde.