Bauausschuss stimmt zu Papenburg steigt in Pläne für Eisenbahndock ein

50.000 Euro hat die Stadt Papenburg für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept Untenende in den Haushalt eingestellt. Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa50.000 Euro hat die Stadt Papenburg für ein integriertes Stadtentwicklungskonzept Untenende in den Haushalt eingestellt. Symbolfoto: Bernd Wüstneck/dpa

Papenburg. Die Pläne der Papenburger Stadtverwaltung für eine städtebauliche Entwicklung des seit Jahrzehnten brachliegenden Gebiets „Eisenbahndock“ sind im Bau- und Umweltausschuss auf volle Zustimmung gestoßen.

Wie Stadtsprecher Heiko Abbas auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, sprach sich der Ausschuss einstimmig dafür aus, vorbereitende Untersuchungen für den alten Hafenteil hinter der Bahnlinie im Bereich der Bahnhofstraße in Angriff zu nehmen. Dazu gehört auch eine Beschlussempfehlung an den Rat, die Durchführung dieser Untersuchungen mit dem geplanten integrierten Stadtentwicklungskonzept Untenende extern zu vergeben. Für das Konzept sind laut Stadtverwaltung 50.000 Euro im städtischen Haushalt eingeplant – 30.000 Euro für das laufende Jahr und 20.000 für 2018. Zur Beschlussempfehlung gehört außerdem eine Satzung, die der Stadt ein besonderes Vorkaufsrecht einräumt. In diesem Zuge soll die Bereitschaft zur Mitwirkung der Eigentümer, Mieter und Pächter in dem Gebiet ausgelotet werden.

Einst ein Transferschwerpunkt

Stadtbaurat Jürgen Rautenberg zufolge bildete das Eisenbahndock im 19. Jahrhundert den Transferschwerpunkt für alle Waren zwischen Schiffen, Bahn und Landverkehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe der Hafenteil zunehmend an Bedeutung verloren.

(Weiterlesen: Papenburg will Eisenbahndock aus „Dornröschenschlaf“ wecken)

Nach Auffassung der Stadtverwaltung gibt es in der Stadt keine ungenutzten Flächen mit vergleichbarem Potenzial – auch, was Größe und Lage betrifft. „Eine Wohnnutzung ist aber ausgeschlossen“, sagte Abbas im Hinblick auf Immissionen durch Lärm und Geruch aus dem angrenzenden Hafen- und Bahnbetrieb. Vielmehr ginge es um hochwertige gewerbliche Flächen, die eventuell unter anderem für Hotellerie und Gastronomie genutzt werden könnten. „Mit dem Beschluss durch den Ausschuss steigen wir nun erst einmal in die Planungen ein und werden Szenarien entwerfen, die aufzeigen sollen, was man machen kann“, erklärte Abbas.

Stadt: Industrielle Nutzung ungeeignet

Nach seinen Worten kamen die Überlegungen bei den Vertretern der meisten Fraktionen gut an. Während Ludger Husmann (SPD) eine gedankliche Verbindung zur Hamburger Speicherstadt gezogen habe, habe Knut Glöckner (Grüne) die Frage aufgeworfen, ob sich die Flächen nicht komplett industriell nutzen ließen. Dem habe Rautenberg entgegnet, dass dies wenig vielversprechend sei. Schließlich liege das Areal industriell bereits lange brach.

Unwägbar ist Abbas zufolge, ob und inwieweit das Gebiet „Eisenbahndock“ von Altlasten betroffen ist. Als infrastruktureller Schwachpunkt gilt zudem die Anbindung. Zurzeit ist die Verbindung zwischen dem Eisenbahndock und Stadtzentrum am Untenende durch die Bahnlinie gekappt.


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