Hochwertige Flächen geplant Papenburg will Eisenbahndock aus „Dornröschenschlaf“ wecken

Außer auf dem Wasserweg unter den Klappbrücken im Zuge der Bahnlinie und der Bahnhofstraße hindurch, ist das alte Eisenbahndock in Papenburg nur schlecht zu erreichen. Foto: Lea BeckerAußer auf dem Wasserweg unter den Klappbrücken im Zuge der Bahnlinie und der Bahnhofstraße hindurch, ist das alte Eisenbahndock in Papenburg nur schlecht zu erreichen. Foto: Lea Becker

Papenburg. Die Stadt Papenburg will den alten Hafenteil „Eisenbahndock“ hinter der Bahnlinie an der Bahnhofstraße reaktivieren und deutlich aufwerten. Das Gebiet bildete einst den Transferpunkt für alle Waren zwischen Seeschiffen, Bahn, Binnenschiffen und Landverkehr.

Der Bau- und Umweltausschuss soll in seiner nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch, 23. August 2017, ab 17 Uhr im Rathaus den Weg für eine städtebauliche Entwicklung wecken. Dazu gehören Beschlüsse für vorbereitende Untersuchungen sowie die Sicherung eines besonderen Vorkaufsrechts. In diesem Zuge soll die Bereitschaft zur Mitwirkung der Eigentümer, Mieter und Pächter in dem Gebiet ausgelotet werden. Zu prüfen ist zudem, inwieweit das Gebiet von Altlasten betroffen ist.

Stadt sieht hohes Potenziel

Wie aus der Vorlage für die Sitzung weiter hervorgeht, sind nach Auffassung der Stadtverwaltung ungenutzte Flächen von vergleichbarem Potenzial in der Größe und Lage in der Fehnstadt nicht zu finden. Aus ihrer Sicht bietet die „hohe Qualität der brachliegenden Flächen an der Wasserkante“ eine große Chance für die Stadtentwicklung. Historische Bausubstanz könne das Gebiet aufwerten. Die Fläche bilde zudem den Schnittpunkt zwischen dem industriell-gewerblichen Hafen mit den wichtigsten Wirtschaftsunternehmen sowie dem kulturellen Zentrum der Stadt (Forum Alte Werft).

Teil des Masterplans Alte Werft

In der Tat spielt das Eisenbahndock nach Angaben von Kai Nehe, Chef der Papenburg Marketing GmbH (PMG), „in Teilen“ auch beim Masterplan Alte Werft zur Aufwertung des Geländes rund um den ehemaligen Standort der Meyer Werft eine Rolle. „Wir konzentrieren uns allerdings zunächst auf das Areal direkt an der Alten Werft. Hier liegen auch konkrete Interessen Dritter vor“, so Nehe auf Nachfrage unserer Redaktion. Das Eisenbahndock sieht der PMG-Chef „eher in Phase zwei“.

Keimzelle des Seehafens

Das Eisenbahndock war nach Angaben der Stadtverwaltung im 19. Jahrhundert Keimzelle des Seehafens. Ohne diese Anfänge wären aus ihrer Sicht die heutigen wirtschaftlichen Leistungen in Papenburg wie der Bau von Kreuzfahrtschiffen nicht denkbar. Nach dem Zweiten Weltkrieg habe der Hafenteil jedoch zunehmend an Bedeutung verloren und sei in einen „Dornröschenschlaf“ gefallen, heißt es in der Sitzungsvorlage weiter. Als Ursache nennt die Verwaltung die technische Weiterentwicklung der Transporttechnik, etwa durch Lkw für Langstrecken und die Hafenerweiterung in Richtung Westen samt Ausstattung mit Spundwänden.

Altlastenfrage zu prüfen

Das Gebiet hat laut Stadtverwaltung bei allem Potenzial außer der ungeklärten Altlastenfrage weitere Schwächen. Dazu zählt sie vorrangig die schlechte Erreichbarkeit. Demnach bildet die Bahnlinie – außer für Schiffe bei Benutzung der Klappbrücken – eine unüberwindbare Barriere zwischen Stadtzentrum und Hafen.

Und doch müsse das städtebauliche Ziel die Förderung einer Entwicklung sein, „die diesen Bereich reaktiviert und in Wert setzt. Aufgrund der Lage kann die Leistung des Hafens für die Stadt nicht nur sichtbar gemacht, sondern auch gesteigert werden.“


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