Studie prognostiziert steigende Zahlen Kommunen im nördlichen Emsland für Schüler-Boom gerüstet

Von Lea Becker

Die Städte und Gemeinden im nördlichen Emsland sehen sich für den vorhergesagten Anstieg der Schülerzahlen gut aufgestellt. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaDie Städte und Gemeinden im nördlichen Emsland sehen sich für den vorhergesagten Anstieg der Schülerzahlen gut aufgestellt. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Papenburg. Schüler-Boom in Deutschland – das prognostiziert eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung und warnt vor Engpässen an Lehrern und Gebäuden. Auch die meisten Kommunen im nördlichen Emsland rechnen mit steigenden Schülerzahlen, sehen sich dafür aber gut gerüstet.

Die Forscher gehen, entgegen der jahrelangen Annahme von sinkenden Schülerzahlen, von einer deutlichen Steigerung in den kommenden Jahren aus. Sie führen diesen Trend auf höhrer Geburtenraten und Zuwanderung zurück. Diese Entwicklung ist auch bereits im Emsland zu spüren. In vielen Kommunen werden neue Krippen- und Kindergartenplätze geschaffen. Daher wurden die Planungszahlen für die nächsten Einschulungsjahrgänge bereits angepasst.

„Unsere Schätzungen werden laufend aktualisiert“, sagt Friederike Sanders, Fachbereich Bildung bei der Samtgemeinde (SG) Dörpen. Geflüchtete Menschen seien in die Zahlen bereits einbezogen. Für das kommende Schuljahr plant die SG Dörpen mit 166 Erstklässlern, bis 2022/23 werden 199 neue Schüler erwartet. Die räumlichen Kapazitäten werden Sanders zufolge kontinuierlich bewertet und falls notwendig erweitert. „Aktuell haben wir Planungen aufgenommen, die Grundschule in Heede zu vergrößern“, bestätigt Sanders auf Nachfrage unserer Redaktion.

Auch Rhede ist nach Angaben von Hermann-Josef Gerdes, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, für die Zukunft „sehr gut aufgestellt“. Es sei bereits viel investiert worden. „Schule ist bei uns die erste Priorität“, sagt Gerdes. In den letzten Jahren waren die Einschulungen stabil mit etwas weniger als 40 Erstklässlern. Ab 2022 steigen die Einschulungen Gerdes zufolge auf 45, wobei die Flüchtlingskinder bereits mit eingerechnet sind. „Wir freuen uns über diese positive Entwicklung“, so Gerdes und ergänzt: „Wir stellen uns der Herausforderung.“ Um dieser Tendenz bereits frühzeitig gerecht zu werden, gäbe es derzeit Überlegungen, eine vierte Kindergartenkrippe einzurichten.

In Papenburg werden Martina Brauer, Fachdienstleiterin Schule, zufolge zum kommenden Schuljahr voraussichtlich 312 Jungen und Mädchen eingeschult. 2022/23 plant die Stadt mit 380 Schülern. Die Zahlen werden jährlich aktualisiert, damit bei Bedarf entsprechend reagiert werden kann. „Was die räumlichen Kapazitäten betrifft, sind wir derzeit grundsätzlich gut aufgestellt“, sagt Brauer auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Mühlenschule, Dieckhausschule und Splittingschule würden in den kommenden Jahren insgesamt eine gemischte Ein- bis Zweizügigkeit aufweisen. „Dies ist auch erforderlich, um gerade an diesen kleineren Systemen Räumlichkeiten für den Ganztagsbetrieb bereitstellen zu können“, erklärt Brauer.

In der SG Nordhümmling wird hingegen noch mit rückläufigen Zahlen geplant. Nachdem in den vergangenen Jahren immer um die 120 Kinder eingeschult wurden, rechnet die SG in diesem Jahr mit 137, 2022/23 nur noch mit 114 Einschulungen, teilte Gabriele Behnen von der SG Nordhümmling auf Anfrage mit. Die Zahlen würden die in der SG lebenden Flüchtlinge mit einschließen. Sollte sich ein Anstieg der Schülerzahlen aus einer starken Zuwanderung ergeben, sind Behnen zufolge in allen Schulen der Samtgemeinde räumliche Kapazitäten vorhanden, um diese aufzufangen.

Entwicklung und Prognosen der Einschulungszahlen im nördlichen Emsland. Quelle: Rathäuser / Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Auch bei der SG Lathen wird zunächst mit rückläufigen, dann aber konstanten Zahlen gerechnet. Im kommenden Schuljahr werden Dagmar Boven vom Fachbereich Steuerung und Service zufolge vermutlich 109 Jungen und Mädchen eingeschult. In den nächsten Jahren rechnet die SG jeweils mit rund 100 Erstklässlern. Falls es doch zu höheren Schülerzahlen käme, ist die SG nach Angaben von Boven gut gerüstet, denn zusätzlicher Schulraum stände zur Verfügung.

Einen solchen kann auch die Samtgemeinde Werlte bereit halten. Nach Angaben von Karina Thomas sind die räumlichen Kapazitäten an den Schulen in Trägerschaft der SG Werlte ausreichend. Zudem ist Thomas zufolge der Neubau der Grundschule Werlte geplant, da das alte Gebäude nicht sanierungsfähig ist. Für das Gymnasium Werlte plant der Landkreis Emsland als Schulträger nach ihren Worten einen Anbau von Räumen.

Der Zahlen der Bertelsmann-Studie nicht bestätigen kann die Samtgemeinde Sögel. Dies teilt Fachbereichsleiter Arnold Welling mit. Für das kommende Schuljahr plant die SG mit 151 Erstklässlern, bis 2022/23 werden 176 neue Schüler erwartet. Dazwischen gibt es aber auch Jahrgänge, in denen mit weniger Einschulungen gerechnet wird. Welling: „Sie schwanken halt immer wieder.“