14 Zeugen an drei Prozessterminen Emsländer wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt

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Zu einer Bewährungsstrafe hat das Papenburger Amtsgericht einen 31-Jährigen aus dem nördlichen Emsland verurteilt. Er hatte einen Mann mit einem Glas auf den Kopf geschlagen. Symbolfoto: Archiv/Maike PlaggenborgZu einer Bewährungsstrafe hat das Papenburger Amtsgericht einen 31-Jährigen aus dem nördlichen Emsland verurteilt. Er hatte einen Mann mit einem Glas auf den Kopf geschlagen. Symbolfoto: Archiv/Maike Plaggenborg

Papenburg. Das Amtsgericht Papenburg hat Dienstagnachmittag einen 31-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer siebenmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Zuvor hatten an drei Prozessterminen 14 Zeugen ausgesagt.

Der 31-Jährige soll laut Anklage auf einem Oldtimer-Treffen in Rhede im September vergangenen Jahres einen Mann mit einem Glas auf den Kopf geschlagen haben. Der 51-Jährige, der auch als Nebenkläger auftrat, erlitt mehrere Prellungen und Schnittwunden im Gesicht. Zudem brach ein Stück seiner Zahnprothese ab. Zuvor soll es Streit zwischen mehreren Männern gegeben haben, den das Opfer schlichten wollte. Als der 51-Jährige dazwischenging, soll jedoch der Angeklagte zu der Gruppe gestoßen sein und dem Opfer ein Glas auf den Kopf geschlagen haben. Der 31-Jährige bestritt die Tat.

Von den 14 Zeugen identifizierten einige den Angeklagten als Täter, obwohl sie bei Detailfragen unterschiedliche Angaben machten. Andere Zeugen schilderten den Tathergang komplett anders und verstrickten sich in Widersprüche. Die Schwester des Angeklagten gab beispielsweise an, den 31-Jährigen bereits vor dem Tatzeitpunkt von dem Fest abgeholt zu haben.

Absurde Aussagen

Die Staatsanwältin hatte keine Zweifel, dass die Tat, so wie in der Anklage angegeben, stattgefunden hatte. Mehrere Zeugen hätten bestätigt, dass der Angeklagte den Schlag durchgeführt hätte. Da der Mann aber nicht vorbestraft war, forderte die Staatsanwältin eine Strafe von sechs Monaten zur Bewährung und ein Schmerzensgeld für das Opfer in Höhe von 1000 Euro. Auch die Nebenklage sah es als erwiesen an, dass der 31-Jährige die Tat begangen hatte. Allerdings stellte sie keinen konkreten Antrag.

Der Anwalt des Angeklagten bezeichnete die Zeugenaussagen hingegen als „komplett widersprüchlich“, „nicht nachvollziehbar“ und „absurd“. Es sei nicht sicher zu sagen, dass sein Mandant der Täter gewesen sei. Daher forderte er einen Freispruch.

500 Euro Schmerzensgeld

Die Richterin sah es aufgrund der Zeugenaussagen als erwiesen an, dass der Angeklagte die Tat begangen hat. Zwei Aussagen schloss sie aus ihrer Urteilsfindung aus, weil sie diese als nicht neutral wertete. Obwohl es Unterschiede bei der Darstellung des Tatherganges gegeben hätte, seien sich jedoch viele Zeugen im Kerngeschehen einig gewesen, dass der Angeklagte das Opfer geschlagen habe.

Sie blieb angesichts der erheblichen Verletzungen und der Vorgehensweise, als Unbeteiligter einen Schlichter anzugreifen, mit ihrer Strafe über dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Mindestmaß von sechs Monaten. Neben der Bewährungsstrafe erhielt der 31-Jährige eine Geldauflage von 500 Euro, die er in Raten an das Tierheim Surwold zahlen muss. Zudem wurde dem Opfer ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro zugesprochen.


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