Erneuter Defekt und Beschwerden Aufzug am Papenburger Bahnhof macht weiter Probleme



Papenburg. Die Fahrstuhl-Pannenserie auf dem Papenburger Bahnsteig reißt nicht ab. Mit rot-weißem Flatterband war der Lift an Gleis 1 in dieser Woche gesperrt. An der Tür prangte ein Aufkleber mit der Aufschrift „Defekt“. Das UBF fordert eine Wiederherstellung des alten Gleisübergangs.

Wie lange der Fahrstuhl diesmal außer Gefecht war, ist unklar. Eine am Dienstag gestellte Anfrage unserer Redaktion bei der Bahn blieb auch auf Nachfrage bislang unbeantwortet. Bei der Stadt Papenburg sind in den vergangenen Tagen Hinweise und eine Beschwerde eingegangen. „Wir haben die Hinweisgeber und Beschwerdeführer auf die Deutsche Bahn als Ansprechpartner hingewiesen“, erklärte Stadtsprecher Heiko Abbas auf Anfrage.

Wie er weiter mitteilte, solle es Ende Juli ein Gespräch mit der Bahn in der Sache geben. „Warum der Aufzug der Bahn nun allerdings erneut ausgefallen ist, kann die Stadt Papenburg nicht beantworten“, so Abbas.

Öffentlichkeitswirksamer Schulterschluss

Die Stadtratsfraktion des Unabhängigen Bürgerforums (UBF) fordert die Stadt angesichts des neuerlichen Lift-Ausfalls auf, der Bahn „unmissverständlich“ klar zu machen, dass ein barrierefreier Zugang zum Gleis 2 gewährleistet werden müsse. Genau das hat die Stadt nach eigenem Bekunden in der Vergangenheit mehrfach getan – zuletzt im Februar in einem öffentlichkeitswirksamen Schulterschluss mit der emsländischen Behindertenbeauftragten Ursula Mersmann sowie den CDU-Bundes- und Landespolitikern Gitta Connemann und Bernd Busemann.

Damals habe die Bahn laut Connemann zugesagt, das Problem so schnell wie möglich in Angriff zu nehmen. Wie Abbas nun erklärte, habe die Deutsche Bahn seinerzeit auch der Stadt mitgeteilt, „dass sie die entsprechenden Maßnahmen durchgeführt und der Aufzug seitdem wieder als funktionsfähig gegolten habe“.

„Falle für Reisende“

Aus Sicht des UBF hat sich seit Februar jedoch im Prinzip nichts geändert. „Die Fahrstühle werden zwar repariert, fallen aber kurzfristig immer wieder zum Leidwesen der Reisenden aus“, so UBF-Fraktionsvorsitzender Gerhard Schipmann. Er sieht deshalb als einzige Möglichkeit, den alten Übergang über Gleis 1 wiederherzustellen oder bei Ausfall des Fahrstuhls Personal bereitzustellen, „dass Hilfsbedürftigen dann unter die Arme greift“. Ansonsten würde Papenburg immer wieder zu einer Falle für Reisende, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Auch die Stadt hatte bereits vorgeschlagen, den alten, ebenerdigen Notübergang wiederherzustellen. Das hat die Bahn aus Sicherheitsgründen bislang allerdings abgelehnt.

Das UBF berichtet derweil von zuletzt erneut mehrtägigen Lift-Ausfällen. Wie eine Bahnsprecherin nach dem jüngsten längerfristigen Ausfall im Februar mitgeteilt hatte, liege dem Unternehmen keine genaue Anzahl der Störungsursachen vor. Der Sprecherin zufolge sei aber ein Großteil auf mutwillige Beschädigung zurückzuführen.

48 Stufen zu bewältigen

Schipmann zufolge hätten zuletzt fast eine Woche lang erneut viele Familien mit Kinderwagen, ältere und behinderte Menschen, Radtouristen und Pendler vor dem Lift gestanden, an dem der „Defekt“-Aufkleber prangte. Kurios: Am Mittwoch war der Aufkleber noch da, obwohl der Lift an Gleis 1 bereits wieder funktionierte, erst am Donnerstag war der Aufkleber entfernt worden.

Die Treppen- und Aufzugsanlage war 2013 gebaut worden. Die Bahn hatte den Bahnof seinerzeit für 2,3 Millionen Euro umgebaut – auch im Hinblick auf Barrierefreiheit und mit Fördergeldern der Landesnahverkehrsgesellschaft. Ist der Lift defekt, müssen Bahnreisende 48 Stufen bewältigen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN