Zwei Jahre Bauzeit veranschlagt Neues Schleusentor in Papenburg soll Mitte 2021 rollen

Vor das jetzige Außenhaupt der Papenburger Seeschleuse soll das neue gesetzt werden. Das alte Tor wird ausgebaut, dessen Torkammer mit Sand verfüllt. Für Fußgänger und Radfahrer soll es auch über dem neuen Tor eine Brückenverbindung geben. Foto: Christoph AssiesVor das jetzige Außenhaupt der Papenburger Seeschleuse soll das neue gesetzt werden. Das alte Tor wird ausgebaut, dessen Torkammer mit Sand verfüllt. Für Fußgänger und Radfahrer soll es auch über dem neuen Tor eine Brückenverbindung geben. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Das neue Außenhaupt der Papenburger Seeschleuse soll Mitte 2021 betriebsbereit sein. Die Bauzeit ist mit rund zwei Jahren veranschlagt, das Investitionsvolumen umfasst 20 Millionen Euro. Gegenwärtig steht das Großprojekt am Ende der Genehmigungsplanung.

Garniert mit einer Vielzahl technischer Details und organisatorischen Abläufen, erläuterten Stadtverwaltung und externe Planer im Papenburger Bau- und Umweltausschuss den Stand der Dinge. Mit dem Ende der Genehmigungsplanung „erreichen wir einen wichtigen Meilenstein“, sagte Stadtbaurat Jürgen Rautenberg. Wie berichtet, müssen die Unterlagen bei der Genehmigungsbehörde, dem Landkreis Emsland, bis zum 1. Juli 2017, vorliegen.

Die Frist zur Einreichung beim niedersächsischen Wirtschaftsministerium läuft Ende August ab. Ziel ist es, dass die Fördermittel aus Hannover rechtzeitig fließen können. Das Land übernimmt acht Millionen Euro der Kosten für den Neubau des Außenhauptes. Landkreis und Stadt tragen jeweils sechs Millionen Euro. Die Komplettsanierung der anno 1902 erbauten sowie in den 60er- und 70er-Jahren zugunsten größerer Durchfahrtsbreiten erweiterten Schleuse soll in drei großen Schritten (Außenhaupt, Binnenhaupt und Schleusenkammer) erfolgen. Jedes dieser drei Projekte für sich genommen ist nach Einschätzung von Rautenberg „ein Generationenwerk“ und die Seeschleuse sei die „Herzkammer unserer Wirtschaft“.

Für die Projektplanung und -steuerung habe sich die Stadt „externen Sachverstand geholt“, wie der Stadtbaurat weiter ausführte. Dafür hat die Stadt das Unternehmen Drees & Sommer aus Hamburg engagiert. Die Vergütung für die Projektsteuerungsleistungen beträgt mehr als 200.000 Euro, wie Stadtsprecherin Karin Evering am Dienstag auf Nachfrage mitteilte. Dirk Reuter von Drees & Sommer sprach in der Ausschusssitzung von einer „unheimlich eng gesetzten Zeitplanung durch das Land“. Die Planungen hatten nach der Förderzusage des Landes im Juli 2015 sowie nach europaweiter Ausschreibung im vergangenen September 2016 begonnen. Drees & Sommer werden sich Reuter zufolge maßgeblich um Terminplanung, Kostenmanagement und Controlling kümmern. Die Gesamtleitung des Projektes obliegt aber der Stadt.

Bei dem Außenhaupt handelt es sich um das Schleusentor, das sich zur Ems hin öffnet. Gebaut wird es den Planungen zufolge so, dass das alte währenddessen weiter in Betrieb bleiben kann. Die Schleuse solle möglichst ohne Einschränkung weitergenutzt werden können.

Wie Joseph Ressing vom Papenburger Ingenieurbüro Grote, das in einer Bietergemeinschaft mit dem Ingenieurbüro SAV den Zuschlag bekam, erläuterte, wird das neue Außenhaupt als unabhängiges Bauwerk und in Form eines Schiebetores auf Rollen vor das jetzige Tor gesetzt. Dabei sollen unter anderem zwei Schwimmkräne zum Einsatz kommen. Die Spundwände würden entsprechend weitergezogen beziehungsweise versetzt. Später sollen das alte Tor ausgebaut und die alte Torkammer mit Sand verfüllt werden. Die jetzige Durchfahrtsbreite von 26,50 Meter wird als ausreichend erachtet.

Wie Michael Carstens von SAV erklärte, habe sich das Schiebetor als praktikabelste Lösung erwiesen. Die Schiebetechnik habe sich als gut geeignet für den Einsatz in tideabhängigen Gewässern erwiesen. „Außerdem ist es ein gängiger Tortyp, bei dem wir alle Probleme kennen“, sagte Carstens. Alternativlösungen wie Hub-, Stemm-, Segment- oder Sektortor seien geprüft und verworfen worden.

Der städtische Tiefbauamtsleiter Holger Stell berichtete derweil von ersten Überlegungen, mithilfe von Fördermitteln für den Hochwasserschutz zusätzlich zum Neubau des Außenhauptes ein Pumpwerk zu errichten, „damit wir bei Starkregen und mittlerem hohem Tidehochwasser das Wasser aus dem Hafen kriegen“. Hier seien Förderquoten von bis zu 80 Prozent möglich.


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