Schülerprojekt mit der Polizei BBS Papenburg: So gefährlich kann Cybermobbing sein

Von Insa Pölking

Mit dem Schulprojekt möchten (von links) Mara Vatterodt, Pia Janssen, Gerhard Müßing, Brigitte Schoolmann, Michael Walker, Livia Klemens und Aleksandra Becmerowicz für das Thema Cybermobbing sensibilisieren. Foto: Insa PölkingMit dem Schulprojekt möchten (von links) Mara Vatterodt, Pia Janssen, Gerhard Müßing, Brigitte Schoolmann, Michael Walker, Livia Klemens und Aleksandra Becmerowicz für das Thema Cybermobbing sensibilisieren. Foto: Insa Pölking

isp Papenburg. Wie gefährlich Cybermobbing sein kann und welche Folgen dies für das Opfer, aber auch für den Täter haben kann, damit haben sich vier Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen (BBS) Papenburg im Rahmen eines Schulprojektes auseinandergesetzt. Die örtliche Polizei half den Mädchen bei dem Projekt.

Ein Bild, geschossen auf der Schultoilette – so wollte Laura sicher nie von ihren Mitschülern gesehen werden. Das könnte auch so bleiben, vorausgesetzt sie würde ihre Hausaufgaben regelmäßig an ihre Klassenkameradinnen Mariela und Eva schicken.

So beginnt die Fotostory der vier angehenden Erzieherinnen der Fachschule Sozialpädagogik, mit der sie Mitmenschen für Cybermobbing sensibilisieren möchten. Nach den Worten von Brigitte Schoolmann, Lehrerin für Hauswirtschaft und Soziales an den BBS, erlangt das Thema eine weltweit wachsende Bedeutung. Schoolmann zufolge gibt jeder Dritte zwischen 12 und 19 Jahren an, im Bekanntenkreis bereits von einem Fall von Cybermobbing gehört zu haben. Mädchen haben dies demnach mit 37 Prozent schon öfter mitbekommen als Jungen (31 Prozent). Darüber hinaus wird Schoolmann zufolge jeder Fünfte im Alter von 13 bis 18 Jahren selbst zum Opfer. 20 Prozent hegten sogar Selbstmordgedanken, und etwa die Hälfte würde an Depressionen leiden.

Die Fotostory der vier Schülerinnen endet mit einer Anzeige für die Täter. Das sei im wahren Leben aber noch nicht in allen Fällen so, erklärt Gerhard Müßing, Polizeihauptkommissar und Mitarbeiter des Präventionsteams der Polizei Papenburg. „Mobbing und Cybermobbing sind keine Kavaliersdelikte“, mahnte Müßing. Diese seien für sich genommen in Deutschland zwar keine strafbaren Vergehen, einzelne Mobbinghandlungen seien jedoch sehr wohl strafbar und könnten angezeigt werden. Dazu zählt unter anderem Beleidigung sowie üble Nachrede sowie die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs.

Das Thema Cybermobbing wurde von Schoolmann ein halbes Jahr mit den Schülern der Abschlussklassen behandelt. Während dieser Zeit haben die Schülerinnen etwa sechs Wochen an ihrem Projekt gearbeitet. „Es hat auch viel Spaß gemacht“ , sagte Mara Vatterodt, Teilnehmerin des Projektes. „Dennoch hat das Ganze einen ernsten Hintergrund.“

Das Projekt wird Müßing zufolge in die weitere Präventionsarbeit der Polizei Papenburg einfließen. Bereits seit einigen Jahren hilft die Polizei, Cybermobbing vorzubeugen. „Auf Elternabenden erklären die Präventionsbeauftragten die sozialen Medien und wie man am besten mit ihnen umgeht“, sagt Müßing. Auch Kinder im Grundschulalter hätten schon Smartphones, da sei es wichtig, die Tätigkeiten im Auge zu behalten.

„Das Schreckliche an Cybermobbing ist, dass es nie aufhört“, sagte Schoolmann. „Mobbing hört auf, wenn die Schüler Zuhause sind – Cybermobbing nicht.“ Nach dem Projekt habe eines der Mädchen nach eigenen Angaben ihr Profil in den sozialen Medien gelöscht.


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