Betreiber droht Stadt Streit um Hallenbadsanierung in Papenburg spitzt sich zu

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Baustelle ohne Bauarbeiten: In dem von der Stadt seit April und bis auf Weiteres gesperrten Papenburger Hallenbad hat sich in Sachen Sanierung bislang nichts getan. Foto: Lea BeckerBaustelle ohne Bauarbeiten: In dem von der Stadt seit April und bis auf Weiteres gesperrten Papenburger Hallenbad hat sich in Sachen Sanierung bislang nichts getan. Foto: Lea Becker

Papenburg. Der Streit um die Sanierung der Betonstützpfeiler im Papenburger Hallenbad spitzt sich zu. Der private Badbetreiber Norbert Averdung fordert die Stadtverwaltung ultimativ auf, die Anfang April von ihr aus Sicherheitsgründen verhängte Sperrung des Bades aufzuheben an. Im Rathaus sieht man dazu jedoch keinen Anlass.

Averdung, Geschäftsführer der Badbetreiberin Aqua Park GmbH, untermauert seine Forderung mit einem weiteren, von ihm in Auftrag gegebenen Gutachten. In der 22-seitigen Expertise, die unserer Redaktion vorliegt, heißt es auf Seite 11, dass „eine ausreichende Tragfähigkeit für den Ist-Zustand“ gegeben sei. Gleichwohl seien alle 18 tragenden Stahlbetonstützen instandzusetzen. Und doch steht für Averdung auf Grundlage des Gutachtens unumstößlich fest, dass die Säulen gegenwärtig tragfähig seien und es deshalb keinen Grund gebe, die Sperrung aufrechtzuerhalten. Da das Bad dennoch geschlossen bleiben solle, bahnt sich nach seinen Worten „ein Skandal“ an, der ihn zwinge, den Rechtsweg zu bestreiten, um eine einstweilige Verfügung gegen die Stadt zu erwirken. Das habe er auch Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) mitgeteilt. Averdung wirft ihm vor, den Bürgern den Hallenbadbetrieb vorzuenthalten. Bereits vor rund drei Wochen hatte der Badbetreiber unter Berufung auf die Untersuchungsergebnisse zweier von ihm beauftragte Statiker, dass die Stadt das Bad voreilig gesperrt habe.

„Nicht ohne Gefahr“

Wie Stadtbaurat Jürgen Rautenberg auf Anfrage erklärt, erfüllt die nun vorgelegte Stellungnahme des von Averdung beauftragten Ingenieurbüros allerdings nicht die Bedingungen, das Bad ohne Gefahr wieder öffnen zu können. „Um die Wiederaufnahme des Betriebes zu ermöglichen, ist nachvollziehbar die Standsicherheit nachzuweisen“, betont Rautenberg.

Unterdessen sind die seit Monaten laufenden Verhandlungen zwischen Stadt und Averdung über einen Teilrückkauf des Freibadgeländes für rund 210000 Euro nach wie vor nicht abgeschlossen, wie beide Seiten auf Nachfrage bestätigen. Averdung braucht das Geld aus dem Grundstücksverkauf nach eigenen Angaben, um die Stützpfeilersanierung finanziell stemmen zu können.

Die Kosten dafür schätzt er nach neuesten Berechnungen eines Sachverständigen auf rund 75000 Euro. Mit dem weiteren Geld aus dem Grundstücksgeschäft sollen die Außenfassade instandgesetzt und Brandschutzmaßnahmen ergriffen werden. Für die Pfeilersanierung hat Averdung bislang eine Dauer von acht bis zwölf Wochen veranschlagt, sodass das Bad zum Herbst wiedereröffnen könne.

Weitere Gespräche

Der Badbetreiber fühlt sich von der Stadt jedoch hingehalten und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Verwaltung. Stadtbaurat Rautenberg weist die Anschuldigungen zurück. „Die Aqua Park ist offenbar mit der bisherigen Vertragsgestaltung, die die politischen Beschlüsse umsetzt, nicht einverstanden und sieht noch Änderungsbedarf“, erklärt Rautenberg auf Anfrage. Hierzu seien weitere Gespräche notwendig, wobei die Verwaltung an die politischen Vorgaben gebunden sei.

Nach Averdungs Auffassung passiert jedoch genau das nicht. „Die Stadt hält sich eben nicht an die Beschlüsse“, sagt er. Stattdessen versuche die Verwaltung, ihn „voll am langen Arm verhungern“ zu lassen und „über den Tisch zu ziehen“, indem sie das Vertragswerk zu ihren Gunsten verändern wolle. Er fühlt sich aus dem Rathaus heraus bewusst schikaniert und beklagt weiter, dass ihm die Verwaltung „einfach Steine in den Weg legen“ wolle. „Das ist doch unfassbar. Ich habe alles getan, was ich tun konnte. Nun hängen wir in der Luft und es bewegt sich nichts“, beteuert Averdung. Vertragsabschluss und Geldfluss seien ihm für die vergangene Woche zugesichert worden. Nach seiner Auffassung verhindert die Stadt durch die Verzögerung die Sanierung.

Averdung warnt die Stadt überdies vor einer Kürzung des Betriebskostenzuschusses. Er pocht darauf, dass die Stadt ihren Vertrag erfülle. Ob die Verwaltung den jährlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 500000 Euro pro Jahr tatsächlich kürzt, steht Stadtsprecher Heiko Abbas zufolge nicht fest. „Hierzu können wir aktuell noch keine Angaben machen“, sagt Abbas.


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