„Mut-Mach-Aktion“ Papenburg: Migrantinnen-Müttern Weg in Arbeit ebnen

Von Insa Pölking

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Für die Mut-Mach-Aktion werben (v. l.) Gitta Connemann, Andrea Helmer, Huda Horkos, Elena Zaharieva, Julia Fübbeker, Viktoria Lomp und Ursula Mersmann. Foto: Insa PölkingFür die Mut-Mach-Aktion werben (v. l.) Gitta Connemann, Andrea Helmer, Huda Horkos, Elena Zaharieva, Julia Fübbeker, Viktoria Lomp und Ursula Mersmann. Foto: Insa Pölking

isp Papenburg. Die Historisch-Ökologische Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg hat eine „Mut-Mach-Aktion“ für Mütter mit Migrationshintergrund ins Leben gerufen. Sie ist Teil des seit 2015 bestehenden Projektes „Migrantinnen stärken – Eine lebendige Region bereichern“.

„Es gibt ganz viele tolle Vorbilder, die auch mal zu Wort kommen sollten“, sagt Projektleiterin Julia Fübbeker. Bei der Aktion werden die Geschichten von aktuellen und ehemaligen Teilnehmern des Projektes auf Plakaten und Postkarten veröffentlicht. Ziel ist es Müttern mit Migrationshintergrund zu ermutigen, an dem Projekt teilzunehmen.

Im Rahmen des Projektes werden die Frauen Fübbeker zufolge bei der Aufnahme von Arbeit unterstützt. Die gebürtige Bulgarin Elena Zaharieva startete als Teilnehmerin in das Projekt und ist nun seit gut einem Jahr als Mitarbeiterin beschäftigt. „Sie ist eine große Bereicherung“, betont Fübbeker. „Dass sie das alles selbst schon durchlebt hat, macht sie für die anderen Teilnehmer sehr authentisch.“

Das Projekt wird in Form von Einzel- und Gruppencoachings realisiert. Das Gruppencoaching findet dienstags und mittwochs von 8.30 bis 12.30 Uhr in der HÖB statt und wird noch bis zum 30. September 2017 angeboten. Außerdem haben Teilnehmerinnen die Möglichkeit individuelle Qualifizierungen wie einen EDV-Kurs oder Praktika in Betrieben der Region zu absolvieren.

Die HÖB ist im Landkreis Emsland der einzige Standort, an dem die Aktion durchgeführt wird. Bundesweit nehmen 80 Einrichtungen teil. In erster Linie geht es nach Angaben der Projektleiterin darum, den Frauen zu helfen, den im Heimatland erworbenen Abschluss in Deutschland zu nutzen. „Wir schauen was die Teilnehmer mitbringen, wo sie hin möchten und wie sie am besten dort hinkommen“, erklärt Projektmitarbeiterin Andrea Helmer. Nach ihren Worten liegt beim Coaching der Fokus besonders auf dem Sprachtraining. „Viele haben die Qualifikation, sind aber wegen der Sprache gehindert.“

Selbst Mathe stelle wegen der Sprache ab und zu noch ein Problem dar, erzählt Teilnehmerin Viktoria Lomp, die Handelsfachwirtschaft an einer Abendschule erlernt. „Ich kann rechnen, ich muss nur erst einmal verstehen, was die von mir möchten.“ Außer dem Sprachtraining findet unter anderem eine Bewerbungsübung statt und auch Versicherungsfragen werden gemeinsam geklärt.

Die Frauen in den Landkreisen Leer und dem Emsland haben nach Angaben der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann landesweit eine der niedrigsten Erwerbsquoten. „48 Prozent der Mütter mit Migrationshintergrund sind nicht berufstätig, obwohl sie gerne würden.“ Für sie gehe es „um die Wiederherstellung von Chancengleichheit.“ Das Projekt wird vom Bundesfamilienministerium sowie der Europäischen Union gefördert.

Weitere Infos bei Julia Fübbeker unter Telefon 0 49 61/8 09 91 97 oder per E-Mail an julia.fuebbeker@hoeb.de.


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