Niedrigenergiehäuser und Geothermie Papenburger Hanrath-Gruppe setzt auf neue Energietechniken

Als Mitglied der Geschäftsführung der Hanrath Gruppe ist Oliver Kugland Projektierer. Foto: Maike PlaggenborgAls Mitglied der Geschäftsführung der Hanrath Gruppe ist Oliver Kugland Projektierer. Foto: Maike Plaggenborg

Papenburg. Die Hanrath-Gruppe aus Papenburg setzt unter anderem auf die Entwicklung erneuerbarer Energien und bringt das in einem Niedrigenergiehaus-Konzept und einem Geothermiekraftwerk zum Ausdruck. Im Rahmen der Zukunftstage Papenburg und Dörpen, einem Netzwerktreffen mit Innovationsmanagement-Ansatz für Unternehmen aus der Region, stellt unsere Redaktion in einer Serie sechs Betriebe vor.

Zentrale Innovationen der Hanrath-Gruppe sind die Schaffung von Referenz-Projekten, anhand derer sie Kunden berät, die – wie sie selbst – auf globale Herausforderungen reagieren möchten. Damit meint Oliver Kugland, Mitglied der Geschäftsführung, Klimaveränderung durch Kohlenstoffdioxid (CO2)-Emissionen, die Endlichkeit fossiler Brennstoffe und stark wachsende Großstädte. Zu den Projekten gehört ein Geothermiekraftwerk, für das erste Bohrungen Mitte 2019 starten, statt wie zuletzt geplant, Anfang 2018 fällt. Das Kraftwerk soll am Standort Green Energy Park Teil eines Zentrums sein, in dem sich unter anderem„Green energy“-Firmen ansiedeln, wo ein Kommunikationszentrum für „Erneuerbare Energien“ eingerichtet werden soll und das auch Hochschul- und Forschungsstandort sein soll.

Bau eines System-Referenzhauses

Das zweite Projekt folgt der sogenannten „Zero Emission Strategy“ und meint einen möglichst geringen Ausstoß an CO2. „Man muss den ganzen Lebensstil überdenken“, sagt Kugland mit Blick auf die Energieversorgung und -nutzung der Zukunft. Menschen müssten sich fragen: „Wie sieht mein Privathaus aus?“ Die Hanrath-Gruppe beginnt dazu in Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen und Kommunen ab 2018 mit dem Bau eines Referenzhauses im Green Energy Park in Heede. „Daran arbeiten wir gerade.“ Die Finanzierung soll bis spätestens September stehen. Wie auch beim Geothermiekraftwerk, das am selben Standort entstehen soll, sind die Projektpartner die Dersumer Kanne Group, der Landkreis Emsland, die Samtgemeinde Dörpen und die Hanrath-Gruppe. Die Unternehmen, die sich beteiligen, sind Mercedes-Benz Energy, der Wärmepumpenhersteller Waterkotte und der Fertighaushersteller Gussek Haus.

Fotovoltaik, Windkraft und Autoladestation am Haus

Versorgt werden soll das Haus unter anderem mit Fotovoltaik-Technik samt Batteriespeicher und Windkraft. Außerdem soll es mit einer Ladestation für ein Elektroauto ausgestattet werden. Ziel ist, dass sich das Niedrigenergie-Haus zu 85 Prozent selbst versorgt. Das Konzept ist damit „auf die neuen Herausforderungen der Zukunft angepasst“, sagt Kugland. So würden etwa die gesetzlichen Anforderungen an Neubauten gemäß Energieeinsparungsverordnung schärfer werden.

Innovationsmanagement, so Kugland, ist bei der Hanrath-Gruppe in einen vierphasigen Prozess nach den Autoren Christian Homburg und Harley Krohmer unterteilt. Zunächst brauche es die Idee und ihre Konkretisierung, dann müsse der Kundenbedarf festgestellt werden, beispielsweise hinsichtlich der Erfahrungswerte bei Erprobungsfahrten oder der Ladeinfrastruktur in der Elektromobilität. In der dritten Phase gehe es um die Konzeptbewertung. Es müsse kommerziell und technisch umsetzbar und auch genehmigungsfähig sein. Im Falle Hanrath ist laut Kugland die Energiewende ideal. Zuletzt, im Bereich Markteinführung, muss die Innovation bedarfsorientiert sein.

Erste Hanrath-Sparte 1989 gegründet

Die Hanrath-Gruppe ist hauptsächlich in den Bereichen Security und Automotive tätig, die sie in den Jahren 1989 und 2000 gründete. Firmen der Gruppe sind die HAT Fahrzeugerprobung (Erprobungsfahrten samt weiterer Dienstleistungen), die Papenburger Sicherheits-Gesellschaft (Bewachungstätigkeiten), die Hanrath Automotive (Reparaturen, Verkauf, Fahrzeugvermietung), die Papenburger Automotive Service (Werkstattvermietung und Unterkünfte, Serviceleistungen), die Werbewelten Weser-Ems (Folierung, Drucksachen, Werbemittel) und das Café Capo und Alter Güterbahnhof (Eventmanagement). Die Gruppe hat derzeit 740 Mitarbeiter an Standorten in München, Stuttgart, Wörth am Rhein, Ehra-Lessien und einen Großteil am Stammsitz in Papenburg.


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