Bistum bildet Gutachtergremium Walcker-Orgel soll ab 2019 in Papenburg erklingen

Über 98 Register und 6850 Pfeifen verfügt die Walcker-Orgel, die für eine Million Euro in die Papenburger St.-Antoniuskirche eingebaut werden wird. Foto: Stadt GelsenkirchenÜber 98 Register und 6850 Pfeifen verfügt die Walcker-Orgel, die für eine Million Euro in die Papenburger St.-Antoniuskirche eingebaut werden wird. Foto: Stadt Gelsenkirchen

pm/gs Papenburg. Nach der für die katholische Kirchengemeinde St. Antonius Papenburg historischen Entscheidung des Gelsenkirchener Stadtrates zum Verkauf der Walcker-Orgel könnte das Instrument im Idealfall ab Anfang 2019 im „langen Anton“ erklingen.

Das geht aus einer Pressemitteilung des Bistums Osnabrück nach dem Beschluss des Gelsenkirchener Stadtrates am Donnerstag hervor. „Im Idealfall könnte das Instrument zu Beginn des Jahres 2019 in Papenburg erklingen und würde damit Teil der ‚europäischen Orgelstraße‘, die von Schwerin über Bremen, Verden und Ostfriesland bis hinein in die Niederländische Provinz Groningen führt“, erklärt Martin Tigges, Orgelsachverständiger im Bistum. Mit der einst größten Konzertsaalorgel Deutschlands erhalte die St.-Antonius-Gemeinde ein klangvolles Denkmal deutscher Orgelgeschichte für künftige Gottesdienste und Konzerte.

Durch den Ratsbeschluss steht fest, dass die im Gelsenkirchener Hans-Sachs-Haus seit Jahren eingelagerte historische Konzertorgel für einen Euro an St. Antonius verkauft wird. „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung der Stadt Gelsenkirchen, uns dieses besondere Instrument anzuvertrauen“, sagt der Papenburger Pfarrer Franz-Bernhard Lanvermeyer. „Wir werden jetzt die weiteren Schritte gehen, um die Überführung und den sachgerechten Einbau der Orgel in unsere St.-Antonius-Kirche gewährleisten zu können.“

Dafür werde man ein überregional besetztes Gutachtergremium einsetzen, dessen Mitglieder das Instrument teilweise noch von seinem ursprünglichen Standort in Gelsenkirchen kennen, ergänzt Tigges. So seien etwa Prof. Dr. Martin Sander (Musikhochschulen Detmold und Basel) und Dr. Martin Kares (Leiter des Orgel- und Glockenamtes der Badischen Landeskirche in Karlsruhe), die beide bereits ihre Bereitschaft zur Mitarbeit in dem Gremium signalisiert hätten, schon früher als Experten für die Orgel in Gelsenkirchen herangezogen worden. Das erste Treffen des Gremiums wird, wie von Lanvermeyer bereits angekündigt, voraussichtlich Mitte Juli in Papenburg stattfinden.

Bei der Größenordnung des Projektes, dessen Kosten für Um- und Einbau der 98 Register und 6850 Pfeifen in Höhe von etwa einer Million Euro zu veranschlagen sind, ist die Kirchengemeinde nach Angaben des Bistums auch auf Sponsoren angewiesen. Ein Antrag auf Zuteilung von Bundesmitteln sei bereits erfolgt und jüngst positiv beschieden worden. Das Bistum selbst hat nach eigenen Angaben ebenfalls seine finanzielle Unterstützung zugesagt. Überdies stünde Pfarrer Lanvermeyer als Verantwortlicher der Kirchengemeinde bereits länger im Kontakt mit möglichen Kooperationspartnern aus Stadt und Region und hofft auf weitere Förderer.


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