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11.05.2017, 18:01 Uhr KOMMENTAR

Zur Syrien-Ausstellung in Aschendorf: Stumme Schreie

Ein Kommentar von Gerd Schade


Teile der Ausstellung im Gut Altenkamp sind Kalligrafien. Foto: Gerd SchadeTeile der Ausstellung im Gut Altenkamp sind Kalligrafien. Foto: Gerd Schade

Aschendorf. Teile der Ausstellung „Mosaik Syrien – Kunst und Leben“ in Aschendorf wirken wie stumme Schreie. Ein Kommentar.

Wer an Syrien denkt, denkt zwangsläufig an Krieg. Seit Jahren wird das Land von bewaffneten Auseinandersetzungen zerrüttet. Bilder von unvorstellbarer Gewalt, Tod und Zerstörung gehören zur alltäglichen Nachrichtenlage. Grausam.

Hinter dieser Wahrnehmung verblassen die kulturellen und zivilisatorischen Errungenschaften des nahöstlichen Landes – seien es die Ursprünge des Alphabets, die früheste musikalische Niederschrift in Form von Noten oder die Architektur. Einen Eindruck davon vermittelt die Ausstellung „Mosaik Syrien – Kunst und Leben“ in Aschendorf, die am Sonntag im Gut Altenkamp eröffnet wird und dort bis Ende Juli läuft.

Und doch sind es vor allem die zeitgenössischen Werke, die den Betrachter in einen besonderen Bann ziehen. Beklemmende Installationen wie ein Krankenbett mit mehr als 2000 Gebissabdrücken, mit denen die Künstlerin die Hinrichtung ihres Bruders verarbeitet, oder Kombinationen aus Betonteilen mit menschlichen Haaren haben das Zeug dazu, einem eiskalte Schauer über den Rücken zu treiben. Zugleich wirken diese Werke wie stumme Schreie gegen die Schrecken des Krieges.


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