„Mein Schiff 6“ abgeliefert Papenburger Werft-Tochter übergibt Kreuzfahrtschiff

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Papenburg/Turku. Die Werft Meyer Turku, ein Tochterunternehmen der Papenburger Meyer Werft, hat das in Finnland gebaute Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 6“ feierlich an die Hamburger Reederei Tui Cruises übergeben.

Wie die Reederei am Dienstag mitteilte, nahm sie den fast 300 Meter langen Luxusliner für mehr als 2500 Passagiere und rund 1000 Besatzungsmitglieder nach knapp zwei Jahren Bauzeit und sechs Tage früher als geplant in Empfang. Der Mitteilung zufolge betonte Reedereichefin Wybcke Meier bei der feierlichen Übergabezeremonie am Montag in Turku, dass Tui Cruises auch beim vierten Kreuzfahrtschiffneubau des Unternehmens ein starkes Augenmerk auf den Umweltschutz gelegt habe.

„Modern und umweltfreundlich“

„Modernste Technologien machen die ,Mein Schiff 6‘ zu einem der energieeffizientesten weltweit. Die Abgasnachbehandlung reduziert die Schiffsemissionen um ein Vielfaches. Damit ist auch unser jüngster Neubau eines der umweltfreundlichsten Kreuzfahrtschiffe ihrer Klasse“, wird Meier in der Mitteilung zitiert. Meyer-Turku-Geschäftsführer Jan Meyer, Sohn des Papenburger Werftchefs Bernard Meyer und Mitglied der Meyer-Werft-Geschäftsführung, hebt darin hervor, dass sich die Werft stetig durch die Erfahrungen mit den bisherigen Schiffen sowie Rückmeldungen der Gäste verbessere. Ausdrücklich dankt Meyer Tui Cruises „für ihr langjähriges Vertrauen und die Zusammenarbeit“.

Zwei weitere Schiffe im Bau

Die „Mein Schiff 6“ ist der vierte Schiffsneubau der Hamburger Reederei in Folge und der dritte, den das Tochterunternehmen der Papenburger Meyer Werft am Standort im finnischen Turku fertigstellt. Zwei weitere Kreuzfahrtschiffe für Tui Cruises liefert Meyer Turku bis 2019 ab.

Taufe im Hamburger Hafen

Erster deutscher Hafen, den die „Mein Schiff 6“ gut vier Wochen nach der ersten Probefahrt anlaufen wird, ist Kiel. Spektakulär soll es am Donnerstag, 1. Juni 2017, in Hamburg werden. Dann wird der Ozeanriese vor der Elbphilharmonie getauft werden. Taufpatin ist Iveta Aplanka, lettische Organistin des renommierten Konzerthauses. Tui Cruises verspricht eine „einzigartige Inszenierung“ im Hamburger Hafen.

Platz für 2534 Passagiere

Das gut 35 Meter breite Schiff verfügt über 15 Decks, auf denen beim Bau nach Angaben der Reederei außer dem technischen Fortschritt der Wohlfühlaspekt im Mittelpunkt gestanden habe. Demnach erwartet die bis zu 2534 Reisenden unter anderem ein 25-Meter-Schwimmbecken, eine Hologramm-Bühne sowie ein multifunktional ausgestatteter Nachtclub, der tagsüber für Vorträge und Lesungen genutzt werden kann. In einem sogenannten „Escape Room“ können Passagiere gegen Eintritt aktiv tüfteln, wie sie den Raum wieder verlassen können. Darüber hinaus gibt es jeweils 13 Restaurants beziehungsweise Bistros sowie Bars.

Vom Baltikum nach Amerika

Nach der Tauf- und Jungfernfahrt wird die „Mein Schiff 6“, die unter maltesischer Flagge fährt, bis Mitte August auf verschiedenen Routen in Nordeuropa und dem Baltikum unterwegs sein. Danach geht es von Hamburg aus in Richtung New York. Ab September soll der Ozeanriese dann vor den USA und Kanada, ab November in Mittelamerika kreuzen.

Über gesetzliche Vorgaben hinaus

Die Reederei will nach eigenen Angaben bis 2020 eine der weltweit umweltfreundlichsten Kreuzfahrtflotten betreiben. Wie die bisherigen Neubauten verbrauche auch die „Mein Schiff 6“ rund 30 Prozent weniger Treibstoff als Schiffe vergleichbarer Größe. Zudem verfüge es über ein System zur Nachbehandlung von Abgasen, mit dem die Schwefelemissionen um bis zu 99 Prozent, der Stickoxidausstoß um bis zu 75 Prozent und die Partikelemissionen um bis zu 60 Prozent reduziert werden. Reedereichefin Meier verspricht, das System weltweit und jederzeit einzusetzen und nicht nur in Sonderemissionsgebieten wie Nord- und Ostsee. „Wir gehen hier über die gesetzlichen Vorgaben hinaus und setzen uns damit an die Spitze der Branche“, so Meier. Umweltschützer kritisieren immer wieder den Schadstoffausstoß von Kreuzfahrtschiffen.

Gewinn stark gesteigert

Unterdessen hat Meyer Turku das Geschäftsjahr 2016 nach eigenen Angaben mit einer Gewinnsteigerung um 67 Prozent abgeschlossen. Bereits 2015 und damit gut ein Jahr nach der vollständigen Übernahme durch Papenburg hatte der finnische Schiffbaustandort erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben.


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