Ein Bild von Gerd Schade
08.05.2017, 18:07 Uhr KOMMENTAR

Zum Theater in Papenburg: Ambitionen nicht unterlaufen

Kommentar von Gerd Schade

Im Papenburger Forum Alte Werft finden die Aufführungen der Landesbühne Niedersachsen Nord statt. Foto: Gerd SchadeIm Papenburger Forum Alte Werft finden die Aufführungen der Landesbühne Niedersachsen Nord statt. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Papenburg ist ein Sorgenkind der Landesbühne Niedersachsen Nord. Ein Kommentar.

Das tut weh. Der Intendant der Landesbühne Niedersachsen Nord, Olaf Strieb, hat bei seiner Analyse zur Akzeptanz der Theatermacher in Papenburg kein Blatt vor den Mund genommen. Demnach hat das selbst ernannte „kulturelle Flaggschiff im Norden“ ausgerechnet in der Seehafenstadt gewaltig Schlagseite. Dies allein mit einer theaterpädagogischen Teilzeitkraft wieder aufrichten zu wollen, greift aber zu kurz. Erst recht, wenn die Frage der Finanzierung nicht geklärt ist und der Steuerzahler zu Recht davon ausgehen darf, dass die städtischen Kulturschaffenden und die Landesbühne so professionell und intensiv miteinander arbeiten, dass keine zusätzliche Kraft vonnöten ist.

Die Gründe für die ausbaufähige Akzeptanz des Theaters mögen vielschichtig sein. Und bei der Ursachenforschung kann es sich nur lohnen, genauer hinzuschauen. Was klappt in anderen Städten besser als in Papenburg? An der Publikumsstruktur allein dürfte es kaum liegen.

Klar ist: Wenn Papenburg seine unliebsame Rolle als Sorgenkind der Landesbühne abstreifen und die Zuschauergeneration von morgen rekrutieren will, muss mehr passieren. Eine Kooperation mit Schulen kann ein guter Anfang sein.

Klar ist auch: Papenburg braucht einen guten Mix beim kulturellen Angebot. Alles andere unterläuft die Ambitionen der Stadt und der Papenburg Marketing GmbH nach Schaffung von mehr Freizeit- und Lebensqualität – nicht zuletzt im Werben um Fachkräfte. Wer seine weichen Standortfaktoren dauerhaft stärken will, darf das Feld Kultur nicht nachlässig beackern.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN