Vertrag mit Förderverein ausgelaufen Papenburg sucht Lösung für Pflege der Themengärten im Stadtpark

Von Gerd Schade

Bei Landesgartenschaubesuchern besonders beliebt war der Metallbaum im Themengarten der Johannesburg. Foto: Gerd SchadeBei Landesgartenschaubesuchern besonders beliebt war der Metallbaum im Themengarten der Johannesburg. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Die Stadt Papenburg sucht nach einer langfristigen Lösung für die Pflege der nach der Landesgartenschau 2014 verbliebenen Themengärten im Stadtpark. In diesem Jahr soll sich der Bauhof kümmern. Dafür hat sich der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur einstimmig ausgesprochen.

Mit seinem Beschluss beauftragte das Gremium die Verwaltung außerdem, so rasch wie möglich ein Konzept für 2018 vorzulegen, das mit Zahlen hinterlegt ist, was die Kosten für Aufwand und Pflege betreffen. „Es darf keinen Bruch in der Pflege geben“, betonte Ausschussvorsitzender Burkhard Remmers (CDU).

Verwaltung macht fünf Vorschläge

Für die ersten zwei Jahre nach dem Ende der Gartenschau im Oktober 2014 hatte sich der Förderverein der Landesgartenschau verpflichtet, die Pflege der drei verbliebenen Themengärten zu übernehmen. Die Bedingungen hatten Stadt und Verein in einem Nutzungs- und Pflegevertrag geregelt. Die Vertragslaufzeit endete am 31. Oktober 2016. Um den fälligen Frühlingsschnitt in diesem Jahr hat sich zunächst übergangsweise der Bauhof gekümmert.

In der Ausschusssitzung präsentierte die Stadtverwaltung nun fünf Vorschläge zur fachgerechten Unterhaltung und Bewirtschaftung der Gärten: 1. Der Bauhof, der den gesamten Stadtpark schon jetzt in Schuss hält, wird dauerhaft auch mit der Pflege der Themengärten beauftragt. 2. Um Kosten zu sparen, werden die Themengärten abgebaut. 3. Der Stadtpark wird durch ehrenamtliches Engagement gepflegt, beispielsweise durch Bürger oder Vereine mit Affinität zur Landschaftsgärtnerei wie die Baumfreunde Papenburg. 4. Die Pflegeleistungen werden öffentlich ausgeschrieben und vergeben. 5. Die Themengärten werden an Betriebe vermietet, die damit deren gesamte Pflegeleistungen übernehmen. Im Gegenzug dürfen sie die Gärten zur „dezenten“ Eigenreklame für ihr Unternehmen nutzen.

Keine Angaben zu Kosten

Im Hinblick auf den ausgelaufenen Vertrag mit dem Landesgartenschau-Förderverein warb die Stadtverwaltung im Ausschuss um eine schnellstmögliche Regelung. Bis dato könnten jedoch weder Angaben zu den Kosten gemacht werden, noch gebe es Hinweise zu Betrieben oder Bürgern, die sich berufen fühlen, die Pflege zu übernehmen. Somit war der Ausschuss seitens der Verwaltung zunächst aufgefordert, die Vorschläge in eine Rangfolge zu listen, um eine realistische Einschätzung darüber zu geben, was überhaupt machbar ist. Die Stadt hatte nach dem Ende der Landesgartenschau vor zweieinhalb Jahren deutlich gemacht, dass sie die Unterhaltungskosten für den Stadtpark in Höhe von jährlich 165.000 Euro nicht überschreiten wolle.

CDU für Vermietung an Betriebe

Die CDU-Ausschussmitglieder Annette Pöttker und Andreas Eissing sprachen sich für eine Vermietung an Betriebe aus. Das sei die schönste Lösung und für die Gartenbaubetriebe eine gute Gelegenheit für eine angemessene Eigenwerbung. Eissing zufolge könnten Betriebe nach seinem Geschmack sofort einsteigen. Ralf Diedrichs (SPD) plädierte hingegen für den Bauhof. Sein Fraktionskollege Peter Raske regte an, direkt an die Jugendhilfeeinrichtung Johannesburg in Surwold heranzutreten. Sie hatte seinerzeit einen der Themengärten angelegt.

Pöttker warf unterdessen die Frage auf, warum sich die Verwaltung nicht früher um eine Regelung gekümmert habe, wo doch klar gewesen sei, dass der Vertrag mit dem Landesgartenschau-Förderverein im vergangenen Oktober auslief. Dazu erklärte Stadtsprecher Heiko Abbas auf Nachfrage unserer Redaktion: „Die entsprechende Konzeption für die weitere Pflege der Themengärten wurde im Zuge des Auslaufens der vertraglichen Regelungen mit dem Förderverein der Landesgartenschau bereits Ende vergangenen Jahres in Angriff genommen.“ Hierbei seien verschiedene Gespräche geführt worden, deren Ergebnisse die Stadtverwaltung jeweils habe abwarten wollen, bevor eine politisch zu beratende Lösung umgesetzt werden könne.

Wie der Stadtsprecher weiter erläutert, ist deshalb für die Frühlingspflege zunächst der Bauhof in die Bresche gesprungen. Im Zuge der Pflegearbeiten im Stadtpark sei eine kurzfristige Übernahme dieser Arbeiten möglich. „Für eine dauerhafte Lösung müssten aber insgesamt deutlich mehr Mittel aufgewendet werden, sodass ein entsprechender Beschluss notwendig ist“, so Abbas.