PMG hat Masterplan Papenburg will altes Werftgelände deutlich aufwerten

Zukunftsvision: So könnte es eines Tages auf dem Gelände hinter dem Theater (l.) und der Alten Kesselschmiede aussehen: Zwischen beiden Gebäuden wird eine Bühne errichtet, die Menschen werden über Stufen bis ans Wasser geführt, auf dem Wassersport möglich ist, und an die Rückseite der Kesselschmiede wird ein Glasanbau gesetzt. Grafik: Dan PearlmanZukunftsvision: So könnte es eines Tages auf dem Gelände hinter dem Theater (l.) und der Alten Kesselschmiede aussehen: Zwischen beiden Gebäuden wird eine Bühne errichtet, die Menschen werden über Stufen bis ans Wasser geführt, auf dem Wassersport möglich ist, und an die Rückseite der Kesselschmiede wird ein Glasanbau gesetzt. Grafik: Dan Pearlman

Papenburg. Mithilfe von Investoren wollen die Stadt Papenburg und die Papenburg Marketing GmbH (PMG) das Gelände der Alten Werft deutlich aufwerten – und zwar sowohl für Einheimische als auch für auswärtige Fachkräfte und Touristen. Dazu hat die PMG einen Masterplan entwickeln lassen, der in den kommenden Jahren sukzessive umgesetzt werden soll.

Eine offene Bühne zwischen Alter Kesselschmiede und Theater, eine Kaffeerösterei samt Schokoladenmanufaktur, ein Restaurant, in dem Papenburger Kräuter nicht nur von der Decke hängen, sondern auch vom Gast selbst für das Menü zubereitet werden können und Promenaden am Wasser: Das ist nur ein Teil der Ideen, mit denen die Berliner Agentur Dan Pearlman, ein Unternehmen für Erlebnisarchitektur, das Gelände komplett überplant hat.

In jede Richtung gedacht

Dabei sei ein Denken in jede Richtung und mit unbefangenem Blick von Außenstehenden ausdrücklich erwünscht gewesen, erklärt PMG-Geschäftsführer Kai-Olaf Nehe im Gespräch mit unserer Redaktion. Von den aufgezeigten Möglichkeiten und deren Vielfalt zeigt sich Nehe begeistert.

„Wie können wir es schaffen, dass die Alte Werft zum urbanen Quartier und prägenden Imagefaktor für Papenburg wird, um Freizeit- und Lebensqualität für Bewohner, Fachkräfte und Besucher zu erhöhen?“, formuliert der PMG-Geschäftsführer die zentrale Fragestellung für die Umsetzung des Masterplans. Dabei gehe es ausdrücklich nicht nur darum, das historische Werftgelände zu aktivieren, sondern den Handel in der Fehnstadt zu fördern, wie Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) hinzufügt. Demnach ist mit dem Plan eine Verbindung des Geländes zum Hauptkanal und dessen Attraktivitätssteigerung eng verknüpft. Einzelhandel vor Ort funktioniert nach Nehes Auffassung im Onlinezeitalter nur noch, wenn das Einkaufen zum Erlebnis wird. Zudem spiele der Genussfaktor eine immer bedeutendere Rolle. Dabei komme es auf Regionalität an und darauf, vorhandenes Potenzial besser zu nutzen als bisher, in dem die Stadt beispielsweise ganz intensiv auf ihren maritimen Charakter (Schifffahrt/Werft) sowie ihre Bedeutung als Kräuterhauptstadt setze, so Nehe.

Leben mit Wasser verbinden

So sieht der Plan unter anderem vor, das Leben in der Fehnstadt direkt mit dem Wasser zu verbinden. Dafür sollen rund um das alte Werftgelände Uferpromenaden geschaffen werden. Bisher sei es vor allem durch viel freie (Park-)Fläche geprägt – auch und gerade in Wassernähe, so Nehe. Zentrales Element der Überlegungen ist zudem, eine Kombination aus historischer Architektur mit modernen Ergänzungen zu schaffen. „Wir wollen die vorhandenen Stätten der Industriekultur aufwerten. An diesem Konzept muss sich jede Investition messen lassen“, betont Nehe – sei es für den Bereich Essen und Trinken (Markthalle, Craftbeer-Brauerei, Eismanufaktur), innovative Büroräume oder Möglichkeiten urbanen Wohnens am Wasser mit Lofts und Galerie. Das Interesse verschiedener Privatinvestoren sei schon jetzt groß, versichert der PMG-Geschäftsführer, ohne jedoch Namen zu nennen.

Für Menschen, die etwas bewegen wollen

Nehe betont aber auch, dass der Masterplan das ist, was er ist: ein Plan. Nichts davon sei in Stein gemeißelt. „Der Masterplan soll Ideen wecken – am besten von Menschen, die etwas bewegen wollen.“ Als Positivbeispiel nennt Nehe in diesem Zusammenhang den Steuerberater Willy Lückmann, der das Arkadenhaus geschaffen hat und sich gegenwärtig des Alten Amtshauses annimmt, das er im vergangenen Jahr erworben hat. Vor dem Amtshaus könnte dem Masterplan zufolge im Übrigen ein Segelschiff in den Kanal gelegt werden, das in Wirklichkeit ein Biergarten ist.

Shopping auf dem Wasser

Ebenfalls auf dem Wasser sind dem Konzept zufolge schmucke, überdachte Pontons vorgesehen, die Einzelhändler zeitweise mieten können, um dort beispielsweise, je nach Saison, Spargel, Erdbeeren, Bekleidung oder Schuhe anzubieten – zum Shopping auf dem Wasser sozusagen.

Die Alte Werft soll Nehe zufolge Anlaufstelle und pulsierendes Herzstück für Papenburger und Gäste werden. Von dort soll das Leben aber über den Hauptkanal bis ans Obenende (Von-Velen-Anlage) und nach Aschendorf (Gut Altenkamp) strahlen.

Als Nächstes stehen nach den Worten des PMG-Geschäftsführers eine Vertiefung des Konzepts, Vorplanungen und Machbarkeitsstudien an. Dazu solle es eine Steuerungsgruppe unter anderem mit Vertretern der Stadt und der PMG geben.


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