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24.04.2017, 19:13 Uhr KOMMENTAR

Zur Absetzung des Papenburger Kulturamtsleiters: Kaltgestellt

Kommentar von Gerd Schade

Der städtische Fachbereich Kultur bekommt eine neue Führung. Foto: Stadt PapenburgDer städtische Fachbereich Kultur bekommt eine neue Führung. Foto: Stadt Papenburg

Papenburg. Die Stadt Papenburg sucht einen neuen Leiter für den Fachbereich Kultur. Der bisherige Leiter Marco Malorny wird abgesetzt und degradiert. Ein Kommentar.

Auch wenn der Papenburger Bürgermeister Jan Peter Bechtluft etwas anderes behauptet: Die Absetzung von Marco Malorny als Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur ist nichts anderes als eine Degradierung.

An der öffentlichen Demontage ändern auch salbungsvolle Worte des Weglobens auf den auf Kosten des Steuerzahlers neu geschaffenen Posten des Museumsbeauftragten nichts, im Gegenteil. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die Stelle trotz höchst angespannter Haushaltslage eigens dazu geschaffen wurde, um Malorny endlich kaltzustellen.

Aber nicht nur deshalb scheint die Absetzung von langer Hand geplant. Schließlich ist es nicht das erste Mal, dass Malorny der Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen wird. Erinnert sei an eine denkwürdige Sitzung des Kulturausschusses im September 2012, als vor allem CDU-Politiker mit Billigung des Ersten Stadtrates Martin Lutz Malorny wegen einer zahlenarmen Sitzungsvorlage zur defizitären Entwicklung der Theaterabostruktur auflaufen ließ und abwatschte.

Liegt es an den Arbeitsergebnissen oder am Führungsstil? Die wahren Beweggründe für den jetzigen Schritt werden hingegen nur hinter vorgehaltener Hand formuliert. Das zeigt, dass der Bürgermeister offenbar nichts Greifbares gegen Malorny in der Hand hat. Sollte es schwerwiegende Verfehlungen geben, müssten diese nicht nur benannt werden, sondern würden der Verwaltung auch Gelegenheit geben, den ungeliebten Kulturamtsleiter trotz unkündbarer Anstellung aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen – auch wenn das schwieriger ist als in der freien Wirtschaft.

Fest steht, dass Bechtlufts Weisung in diesem fragwürdigen Spiel für Malorny emotional nur schwer zu verkraften sein dürfte. Wie unter diesen Voraussetzungen eine gedeihliche Zusammenarbeit in neuer Rolle funktionieren soll, ist nur schwer vorstellbar.


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