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Urteil am Amtsgericht Papenburg Lathen: Brennende Zigarette im Gesicht ausgedrückt

Eine 48-Jährige wurde zu vor dem Papenburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt, weil sie einer 24-Jährigen eine glühende Zigarette ins Gesicht drückte. Foto: Maike PlaggenborgEine 48-Jährige wurde zu vor dem Papenburger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt, weil sie einer 24-Jährigen eine glühende Zigarette ins Gesicht drückte. Foto: Maike Plaggenborg

Papenburg. Nach einer Schubserei in einer Kneipe auf dem Rodeofestival im Lathener Ortsteil Hilter hat eine 48-jährige Frau aus dem nördlichen Emsland ihre glühende Zigarette im Gesicht einer 24-Jährigen ausgedrückt. Das Papenburger Amtsgericht verurteilte sie nun zu einer Geldstrafe von 2250 Euro.

Der Anklage zufolge soll die Beschuldigte im August 2016 gegen Mitternacht in einer Kneipe ohne Grund dem Opfer eine brennende Zigarette auf der Wange ausgedrückt haben, sodass eine Brandwunde entstanden ist. Die 48-Jährige sagte zu den Vorwürfen, dass sie sich nicht hundertprozentig erinnern könnte. Sie habe viel getrunken, und die Kneipe sei überfüllt gewesen. Dadurch habe es ein Gedrängel und Geschubse gegeben. Später habe sie die Räumlichkeiten verlassen. Bereits am Nachmittag habe sie das spätere Opfer getroffen, als es die Bekannte der Angeklagten beschimpft haben und deren Reitstil bemängelt haben soll.

Opfer hatte Angeklagte zurückgeschubst

Die Geschädigte sagte in der Hauptverhandlung aus, dass sie sich einmischte, weil die Reiterin das Pferd zu brutal geritten habe. Später in der Kneipe seien die Angeklagte und ihre Bekannte angefangen zu drängeln, worauf die Geschädigte nicht reagierte. Als sie mit ihren Freunden zur Theke gehen wollte, stand die Angeklagte laut Zeugin da und hat sie weggeschubst. „Weil es mir da gereicht hat, hab ich zurückgeschubst“, so die 24-Jährige.

Wenige Sekunden später hielt die 48-Jährige die Geschädigte an der Schulter fest und drückte die Zigarette auf ihre Wange. Nach ihrer Aussage hat sie noch zwei Wochen nach der Tat Schmerzen im Gesicht gehabt. Ihre Freunde, mit denen sie an dem Abend unterwegs war, bestätigten ihre Aussage.

Bekannte und Sohn der Angeklagten bestätigten die Tat

Die 19-jährige Bekannte der Angeklagten konnte zum Geschehen selbst nichts sagen. Sie sagte jedoch aus, dass die 48-Jährige ihr am Tag darauf erzählte, dass sie es getan hat, nachdem die Polizei sie am Vormittag aufgesucht hatte. Auch ihrem Sohn habe sie von der Tat berichtet, wie er selbst aussagte. Die Verteidigung wollte ein Gutachten der Wunde beantragen, weil sie der Meinung war, dass sie nicht von der Zigarette stammen würde. Die Richterin machte aber klar, dass selbst ihr Sohn und ihre Bekannte zusätzlich zu den anderen Zeugen ausgesagt haben, dass sie die Tat begangen hat.

Die Beschuldigte war überzeugt, dass sie die Geschädigte nicht angefasst hat. „Ich wurde die ganze Zeit herumgeschubst“, so die 48-Jährige. „Wenn es passiert sein soll, tut es mit leid.“ Weil die Staatsanwaltschaft davon überzeugt war, dass sich die Tat so zugetragen hat, wie sie angeklagt war, plädierte sie auf eine Geldstrafe von 3000 Euro. Alle Zeugen schilderten nach Auffassung der Staatsanwaltschaft einheitlich das Geschehen. Die Verteidigung war der Meinung, dass die Aussagen in keiner Weise nachvollziehbar waren. Auch das Verletzungsbild sei unklar geblieben, sodass sie auf Freispruch plädierte.


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