„Welt ohne Hunger möglich“ Papenburger zu G20-Konferenz eingeladen

Gast der G20-Konferenz „Eine Welt ohne Hunger ist möglich“ wird der Papenburger Ehrenbürgermeister Heinrich Hövelmann sein. Foto: Gerd SchadeGast der G20-Konferenz „Eine Welt ohne Hunger ist möglich“ wird der Papenburger Ehrenbürgermeister Heinrich Hövelmann sein. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Der Vorsitzende der Papenburger Stiftung „Klima schützen, damit Kinder leben können“, Heinrich Hövelmann, ist zur nächsten G20-Konferenz nach Berlin eingeladen. Den Veranstaltungsort hält er allerdings für nicht besonders passend.

„Die Atmosphäre in der Mitte der Hauptstadt liegt meilenweit entfernt von der Realität in den ländlichen Räumen der Entwicklungs- und Schwellenländer“, begründet Hövelmann seine Auffassung. Die internationale Konferenz unter dem Motto „Eine Welt ohne Hunger ist möglich“ widmet sich der Zukunft des ländlichen Raumes und findet am 27. und 28. April 2017 im Berliner Congress-Center statt.

Für Hövelmann, der nach eigenem Bekunden an der Zukunftscharta des Bundesentwicklungsministeriums mitgewirkt und zu deren Übergabe an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeladen war, ist das jedoch nicht der richtige Ort. Allein eine Exkursion in die Uckermark, die brandenburgische Herkunftsregion der Kanzlerin, könne manchem Referenten Einblick in die Probleme der ländlichen Räume verschaffen, kommentiert Hövelmann bissig. „Wir müssen die Diskussion und Aktivitäten vom Kopf auf die Füße stellen“, fordert der Papenburger Ehrenbürgermeister und Ehrenvorsitzende der emsländischen CDU-Kreistagsfraktion. Im Gespräch mit unserer Redaktion wird er nicht müde, die Entwicklung des Emslandes vom einstigen „Armenhaus der Republik“ zu einer Vorzeigeregion als Blaupause für die Entwicklung ländlicher Räume vorzustellen.

Hövelmann, der mit seiner Stiftung seit einigen Jahren ein Entwicklungshilfeprojekt in Uganda vorantreibt, hält das Halten von Ziegen und Rinderherden in Dürre oder von Dürre bedrohten Gebieten für verheerend. Das würden Bilder aus Trocken-, Hunger- und Fluchtgebieten zeigen. „Die Tiere fressen das letzte grüne Blatt und saufen den letzten Tropfen Wasser“, sagt Hövelmann.

Nach seiner Auffassung muss sich zum Einen die Lebensweise ändern und zum Anderen von den Küsten beginnend aufgeforstet werden. Die Stiftung habe damit sowie mit der Unterpflanzung vor Jahren begonnen. Passend dazu habe das katholische Hilfswerk Misereor mit „Waldgärten“ einen geeigneten Begriff gefunden, den die Stiftung künftig ebenfalls verwenden werde.

Hövelmann zufolge kann erfolgreiche Entwicklungshilfe nur so funktionieren: „In den Ländern muss die Verantwortung für sich selbst, für den Mitmenschen, die Schöpfung und das Gemeinwohl auch auf unterster Ebene vermittelt, eingeübt und dann gelebt werden. Sonst sind alle Bemühungen erfolglos.“

Aus der Sicht des Papenburgers müssen dafür sowohl hier wie in den Entwicklungsländern „doppelt verleimte dicke Eichenbretter gebohrt“ werden. Er wolle bei der Konferenz damit beginnen und Kontakte knüpfen.

Zentrales Element der Veranstaltung wird die „Charta von Berlin“ sein. Sie soll nach Angaben der Organisatoren wichtige politische Impulse setzen und als Richtschnur für ein verstärktes Engagement für ländliche Entwicklung und Jugendbeschäftigung dienen.


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