Pläne in Papenburg Verein will bei Zukunftsgestaltung der Bäder helfen

Das Hallenbad Papenburg bleibt bis zum Abschluss der Sanierung geschlossen. Das könnte bis zum Herbst dauern. Foto: Mirco MoormannDas Hallenbad Papenburg bleibt bis zum Abschluss der Sanierung geschlossen. Das könnte bis zum Herbst dauern. Foto: Mirco Moormann

Papenburg. Gut zwei Wochen nach der Schließung des Papenburger Hallenbades macht der Papenburger Sascha Kleinhaus einen Vorschlag. Er hat für den 22. Mai eine Versammlung anberaumt, auf der ein Verein für den Erhalt der Bäder gegründet werden soll.

Wie Kleinhaus in der Einladung zum Treffen im Hotel Hilling schreibt, möchte er „ein gemeinsames Diskussionsforum zu schaffen“. Dazu sei, so führte es Kleinhaus auch im Gespräch mit unserer Redaktion aus, „jeder eingeladen, der Lust hat, mit seiner Mitgliedschaft Verantwortung zu übernehmen und ein Zeichen für die Zukunft unserer Bäder zu setzen.“

Öffnungszeiten immer weiter reduziert

Er beobachte schon seit Jahren, wie sich die Öffnungszeiten der Bäder in Papenburg aufgrund von ausbleibender Instandhaltung immer weiter reduzierten. „Schwimmen ist nicht nur überlebenswichtig, sondern es hält uns fit und gesund“, meint der geschäftsführende Gesellschafter der Kleinhaus GmbH.

Er selbst besuche die Bäder bis zu viermal in der Woche, trainiere seit mehr als 25 Jahren in der Tauchgemeinschaft und engagiere sich mit seiner Familie in der Kinderschwimmausbildung bei der DLRG. „Wir Schwimmer sind nun am Zug, um den Entscheidern klar zu machen, wie wichtig die Bäder für uns sind“, schreibt Kleinhaus weiter.

Auch die Attraktivität der Stadt hänge mit den Bädern zusammen, meint der Unternehmer weiter. „Schwimmbäder sind gerade im ländlichen Raum ein absolutes Muss in der Infrastruktur, um junge Familien dauerhaft anzusiedeln. Ein Familienurlaub in der Region ist ohne ein Schwimmbad in der Nähe ebenfalls nur schwer zu vermarkten und auch für Sicherung von Fachkräften in der Region ist ein Schwimmbad unabdingbar.“

Vereine sind mit im Boot

Mit seinem Treffen spricht Kleinhaus besonders die Vereine an, die von der Schließung des Hallenbades derzeit akut betroffen sind.So teilt Jakobus Rieken, Vorsitzender der Wasserfreunde Völlen/Papenburg, auf Anfrage mit, dass er das Vorhaben unterstützen wolle. Der Verein mit seinen 1000 Mitgliedern müsse derzeit für die Schwimmausbildung, einer der Hauptaufgaben der Wasserfreunde, nach Weener ausweichen. Um auch in Zukunft dieser Aufgabe nachgehen zu können, seien „unbedingt intakte Bäder in Papenburg notwendig“, so Rieken. Deshalb sei man „für jede Initiative dankbar“, die sich um die Förderung der Schwimmausbildung kümmere.

„Sparpolitik muss ein Ende haben“

Auch Hans-Otto Osteresch, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Papenburg, steht hinter dem Vorhaben. Wie die Wasserfreunde ist auch die DLRG auf das Wasser dringend angewiesen. „Die Sanierung muss so schnell wie möglich über die Bühne gehen, dann kann die Schwimmausbildung fortgeführt werden“, meint Osteresch, der hinzufügt: „Wir als DLRG wollen nicht darüber diskutieren, ob die Privatisierung des Hallenbades der richtige Weg war. Der Rat und die Verwaltung dürfen aber auch nicht länger tatenlos zusehen. Die Sparpolitik muss ein Ende haben. Wir erwarten eine kreative und mutige Lösung für die Zukunft. Denn Zeit ist schon genug vergeudet worden, und die Restlaufzeit der Bäder ist auch jedem bekannt.“

Das derzeitige Ausweichen auf weit entfernte Bäder – die DLRG trainiert und bildet derzeit in Vlagtwedde in den Niederlanden aus – könne nur eine Übergangslösung sein. Sorgen macht sich Osteresch weiter um einen Mitgliederschwund aufgrund des fehlenden Angebots. Derzeit sei die Papenburger Ortsgruppe mit rund 1200 Mitgliedern die größte in Niedersachsen. Im Jahr 2016 hätten die ehrenamtlichen Ausbilder 212 Seepferdchen, 99 Jugendschwimmabzeichen und 38 Rettungsschwimmer (Bronze, Silber, Gold) und 13 Junior-Retter erfolgreich abgenommen. „Ohne verlässliche Öffnungszeiten ist die Arbeit mit den Kindern unmöglich“, so Osteresch.

TV Papenburg skeptisch

Skeptisch sieht Bernd Brand, Vorsitzender des TV Papenburg, das Treffen. Er könne sich, so Brand im Gespräch mit unserer Redaktion, nicht recht vorstellen, was der Verein bezwecken könne und was auf dem Treffen geplant sei. Interesse an einer intakten Schwimmausbildung habe der TV jedoch auch. Etwa 250 der insgesamt 4000 Vereinsmitglieder seien in den Schwimmabteilungen aktiv. Somit sei man auch von der Schließung des Hallenbades „stark betroffen“, so Brand.


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