Vergnüglicher Wettstreit „Dinner för Spinner“ kommt in Papenburg sehr gut an

Spielszene mit Erkki Hopf als Frido Piepenbrink (vorne), Manfred Bettinger als Freund und Till Huster als Peer Brockmann (v. l.). Im Hintergrund Horst Arenthold als gewichtiger Steuerprüfer Lothar Schimmel. Foto: Susanne Risius-HartwigSpielszene mit Erkki Hopf als Frido Piepenbrink (vorne), Manfred Bettinger als Freund und Till Huster als Peer Brockmann (v. l.). Im Hintergrund Horst Arenthold als gewichtiger Steuerprüfer Lothar Schimmel. Foto: Susanne Risius-Hartwig

Papenburg. Das Theaterstück von Francis Veber („Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“) ist ein weltweiter Bühnenerfolg, es wurde bereits zweimal verfilmt. Die plattdeutsche Version des Ohnsorg-Theaters Hamburg kam im Papenburgerr Forum Alte Werft sehr gut an.

In der Rolle des Frido Piepenbrink, mit Finanzamtstasche und im mausgrauem Anzug, lieferte der zierliche Erkki Hopf die perfekte Nervensäge. Herrlich anzusehen, wie der passionierte Modellbauer dem arroganten Verleger Peer Brockmann (Till Huster) am Geduldsfaden säbelte.

Den reichen Hamburger Geschäftsmann plagten zwar ein Hexenschuss und Streit mit seiner Frau, aber Mitleid wollte im Publikum für ihn nicht aufkommen. Denn Brockmann gab sich nur höflich. Er hatte dem Finanzbeamten versprochen, über seine Modelle aus Streichhölzern ein Buch herauszubringen. Ein Vorwand für einen perfiden Plan: Für ein Essen mit Seinesgleichen wollte er Piepenbrink als „Dummbüdel“ mitbringen. In jeder Woche treibt die „feine Gesellschaft“ das üble Spiel, macht sich über die Ahnungslosen lustig und kürt in dem bösen Wettbewerb den größten Spinner.

Beste Chancen auf den Titel rechnet der Verleger dem Finanzbeamten aus, der stets Fotos seiner Zündholzmodelle mit sich trägt, sie immer wieder zeigt und ausführlich erklärt. Sogar die Chinesische Mauer hat er gebastelt, breitet 15 Fotos aus, um sie in voller Länge zu präsentieren und über die genaue Anzahl der Hölzchen zu bilanzieren.

Aber getreu dem Motto, wer anderen eine Grube gräbt, rächte sich der immer noch ahnungslose Pipenbrink in seiner hilfsbereiten und gleichzeitig trotteligen Art im Laufe des Abends fürchterlich am reichen Geschäftsmann: die Frau für immer weg, die Geliebte verprellt, zu allem Überfluss noch die Steuerfahndung am Hals.

Dem Publikum war es ein Fest zu beobachten, wie der kleine gewitzte Beamte den Lebemann immer tiefer in die Bredouille ritt, erst naiv und begeistert, dann wissend und stur. Verwechslungen, Pannen und ein Strudel von vergnüglichen Peinlichkeiten ließen keine Minute Langeweile aufkommen.

Am Ende hatte Piepenbrink sich und alle „Dummbüdel“, die Brockmann je vorgeführt hatte, auf das Köstlichste gerächt. Späte Erkenntnis Brockmanns: Er selbst war der größte „Dummbüdel“ in der Geschichte. Selten ist Schadenfreude so ein reines Vergnügen.


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