Online-Petition gestartet Neuer Anlauf für Hundefreilauffläche in Papenburg

Von Lea Becker

Problem Leinenzwang: In Papenburg wird wieder einmal eine Freilauffläche für Hunde gefordert. Diesmal von Bürgern mit einer Online-Petition. Foto: Gert Westdörp/ArchivProblem Leinenzwang: In Papenburg wird wieder einmal eine Freilauffläche für Hunde gefordert. Diesmal von Bürgern mit einer Online-Petition. Foto: Gert Westdörp/Archiv

Papenburg. Seit Jahren wird in Papenburg über eine öffentliche Freilauffläche für Hunde diskutiert. Bisher ohne Erfolg. Jetzt hat Frank Prins eine Online-Petition ins Leben gerufen, um dem Anliegen der Hundebesitzer Gehör zu verschaffen.

Bereits mehr als 250 Menschen haben die Online-Petition unterschrieben, die am vergangenen Dienstag gestartet ist. „Ich möchte das Thema vorantreiben“, sagt Prins. Denn obwohl eine Freilauffläche in Papenburg schon seit Jahren sowohl die Bürger als auch die Politiker beschäftigt, ist bisher nichts passiert. „Im Stadtgebiet gibt es keine Möglichkeiten, seinen Hund frei laufen zu lassen“, erzählt der 53-Jährige. Außerdem gäbe es in der Umgebung sehr viele Landschafts- und Naturschutzgebiete, wo es rechtlich nicht erlaubt ist, Hunde von der Leine zu lassen. Hinzu kommt die Brut- und Setzzeit. Vom 1. April bis zum 15. Juli gilt zum Schutz der wild lebenden Tiere für alle Hunde eine Leinenpflicht.

Vierbeiner brauchen Auslauf

Dabei sei es nach Angaben von Prins wichtig, dass die Vierbeiner ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben könnten. „Auf einer Freilauffläche können Hunde ungehindert miteinander spielen und sich austoben, ohne jemanden zu stören“, sagt der Hundebesitzer.

Die Forderung nach solch einer Fläche ist nicht neu. Bereits im Mai 2010 stellten die Grünen einen entsprechenden Antrag, der jedoch in den Fachausschuss verwiesen wurde und ohne Ergebnis blieb. Zwei Jahre später unternahm die SPD einen weiteren Anlauf. Allen Hundehaltern müsse die Möglichkeit einer leinenfreien Erziehung und Entwicklung ihres Hundes ermöglicht werden, heißt es in dem Antrag. Zudem fördere die Freilauffläche die artgerechte Haltung und sorge für ein friedliches und besseres Miteinander von Mensch und Hund.

Keine geeignete Fläche gefunden

Das Thema wurde erneut zur weiteren Beratung an den Präventionsausschuss gegeben. Dieser kam zu dem Schluss, dass in Papenburg keine geeignete Fläche gefunden werden konnte. Geprüft wurden vier Gebiete: die Grünflächen im Bereich des Volksparks Bokel, die ungenutzte Fläche nördlich der Obenender Sportplätze von BW Papenburg, die Grünfläche beim Schießplatz sowie der Neue Marktplatz Aschendorf. Die ersten drei Gebiete zählen laut des niedersächsischen Gesetzes über den Wald und Landschaftsordnung (NWaldLG) zur freien Landschaft und dürfen daher aus rechtlichen Gründen nicht als ganzjährige Hundefreilaufflächen ausgewiesen werden. Der Marktplatz eigne sich zwar grundsätzlich, komme nach Angaben des Ausschusses aber aufgrund der unterschiedlichen Nutzung und der unmittelbaren Nähe zur Oberschule nicht infrage.

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Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) betonte während einer Ratssitzung im Februar 2013, in der die Ergebnisse des Ausschusses präsentiert wurden, dass in der Vergangenheit immer wieder Bürger in seiner Sprechstunde waren, die eine solche Hundefreilauffläche forderten. Der Rat beschloss laut Protokoll jedoch, „das Thema in eine der nächsten Sitzungen zu behandeln, sobald bessere Erkenntnisse seitens der Verwaltung vorgestellt werden können.“

2502 Hundehalter betroffen

Seitdem wurde das Thema Hundefreilauffläche in keiner weiteren Sitzung behandelt. Im März vergangenen Jahres forderte die SPD zwar erneut eine solche Fläche, aber auch diesmal wurde das Thema nicht weiter verfolgt. „Es kommt immer wieder hoch, aber verläuft dann im Sand“, ist Prins enttäuscht. Er will etwas bewegen und die Leute aufwecken, damit sie auch handeln. „Wenn man den Mund nicht aufmacht, passiert auch nichts“, sagt der 53-Jährige.

„Die Petition soll dem Ganzen den Rücken stärken“, erklärt Prins. Sie sei die Stimme aus der Papenburger Bevölkerung. Auch auf Wochenmärkten und bei Tierärzten soll die Aktion weitergeführt werden, um möglichst viele Menschen zu mobilisieren. „Denn Betroffene gibt es genug“, sagt der Hundebesitzer.

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Nach Angaben von Stadtsprecher Heiko Abbas gibt es in Papenburg 2502 Hundehalter mit 2600 Tieren. Rund 158.000 Euro werden durch die Hundesteuer jährlich eingenommen. „Wir zahlen viel Geld, da kann die Stadt uns auch mal etwas zurückgeben“, sagt Prins. Er hat kein Verständnis dafür, dass bisher keine geeignete Fläche gefunden wurde. Andere Städte hätten es schließlich auch geschafft. In Oldenburg gibt es mittlerweile sieben Hundefreilaufflächen. Zudem würden diese die Attraktivität von Papenburg erhöhen, da Besitzer gezielt nach hundefreundlichen Städten suchen würden.


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