Ersatzveranstaltung gesucht Aschendorfer Kirmes vor dem Aus

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Aschendorf. Die Aschendorfer Kirmes steht endgültig vor dem Aus. Schon in diesem Jahr soll die Traditionsveranstaltung erstmals nicht mehr stattfinden. Stattdessen soll es künftig jeden Herbst ein anderes Ereignis in der früheren Kreisstadt geben.

Darüber berät der Aschendorfer Ortsrat am Donnerstag, 2. März 2017, ab 17 Uhr in der Aula der Amandusschule. In der Beschlussvorlage für die Sitzung heißt es, dass die Aschendorfer Kirmes im Einvernehmen mit dem Verein reisender Schausteller Ostfriesland schon ab diesem Jahr nicht mehr durchgeführt werden solle.

In der Sitzungsvorlage begründet Ordnungsamtsleiter Matthias Heyen das Ansinnen der Stadtverwaltung. Demnach hat die Traditionsveranstaltung, die bislang jährlich am zweiten Septemberwochenende stattfand, in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Attraktivität sowohl bei den Bürgern als auch bei den Besuchern eingebüßt. Heyen bedauert das.

Allerdings habe sich auch die zwischenzeitliche Rückverlegung der Kirmes auf Wunsch des Schaustellervereins aus dem Ortskern auf den Neuen Marktplatz an der Dr.-Horstmann-Straße im Jahr 2014 nicht ausgezahlt, im Gegenteil. Die Kirmestage blieben aus Sicht der meisten Schausteller im Hinblick auf die Umsätze unzureichend, und aus Sicht der Besucher war das Angebot trotz des Versprechens der Schausteller, auf dem Neuen Marktplatz größere Fahrgeschäfte aufzustellen, wenig attraktiv. Daran änderten auch die Bemühungen einer Arbeitsgruppe mit Orts-, Verwaltungs- und Schaustellervertretern sowie die abermalige Rückkehr der Kirmes im vergangenen Jahr in den Ortskern nichts. Aufgebot und Resonanz blieben enttäuschend.

Obwohl es beispielsweise 2014 auch dank eines Sponsorings der örtlichen Gewerbetreibenden für drei Tage ein zusätzliches Rahmenprogramm (unter anderem mit Fassanstich und Helene-Fischer-Double) gab, blieben die Besucherzahlen abermals hinter den Erwartungen zurück. Laut Stadtverwaltung kündigte der Zeltwirt hernach an, im Folgejahr nicht wieder aufbauen zu wollen. Auch die Karussellbetreiber seien nicht auf ihre Kosten gekommen. Aus Sicht der Verwaltung besonders bezeichnend: Selbst ein Karussellbetreiber, der die Aschendorfer Kirmes seit Jahrzehnten mit einem Kinderkarussell beschickt hatte, sei nicht mehr bereit gewesen, wiederzukommen. Die Schausteller hätten sich laut Stadtverwaltung ein stärkeres Engagement der örtlichen Vereine und Gruppen gewünscht. Sie wäre aus Schaustellersicht für eine nachhaltige Identifizierung der Bürger mit ihrer Kirmes sogar unabdingbar gewesen.

Letztlich kommt Ordnungsamtsleiter Heyen in der Sitzungsvorlage zu dem Schluss: „Wenngleich eine historisch gewachsene Veranstaltung wie die Aschendorfer Kirmes subjektiv einen hohen Stellenwert für eine Ortschaft hat, kann seitens der Verwaltung aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre objektiv keine positive Zukunftsprognose für die Kirmes gegeben werden. Aus diesem Grund sollte sie, so bedauerlich das auch ist, eingestellt werden.“

Seit 2011 richtet der Schaustellerverein auf Basis einer Vereinbarung für die Organisation der Papenburger Jahrmärkte auch die Aschendorfer Kirmes aus. Zuvor lag die Gestaltung in den Händen der Stadt in Kooperation mit dem Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe. Schon damals seien die Besucherzahlen spürbar zurückgegangen, heißt es in der Vorlage für die Ortsratssitzung. Die Vereinbarung mit den Schaustellern läuft noch bis Ende Oktober 2019. Sie müsste laut Stadtverwaltung bei einem Verzicht auf die Aschendorfer Kirmes angepasst werden.

Die Situation der Papenburger Traditionsmärkte wird politisch seit Jahren kontrovers diskutiert.

Zuletzt hatte das Unabhängige Bürgerforum im Rat der Stadt Papenburg ein Konzept zur Rettung der darbenden Märkte gefordert sowie die Gründung eines Fördervereins vorgeschlagen .


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