Weniger See-, mehr Binnenschiffe und Bahn Papenburger Hafenumschlag leicht im Aufwind

Die Gesamtumschlagzahlen im Papenburger Hafen sind 2016 erstmals wieder leicht gestiegen, bleiben aber unter der Millionenmarke. Foto: Christoph Assies/ArchivDie Gesamtumschlagzahlen im Papenburger Hafen sind 2016 erstmals wieder leicht gestiegen, bleiben aber unter der Millionenmarke. Foto: Christoph Assies/Archiv

Papenburg. Die Umschlagzahlen im Papenburger Hafen haben die Talsohle der vergangenen Jahre durchschritten. Die Gesamtumschlagmenge kletterte erstmals seit 2013 wieder leicht und stieg auf etwas mehr als 900.000 Tonnen. Die Millionenmarke, zuletzt im Jahr 2012 übersprungen, wird aber erneut verfehlt.

Diese Marke wieder zu übertreffen, müsse weiterhin das Ziel sein, erklärte Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) in einer am Montag verbreiteten Pressemitteilung der Stadt. Darin zeigt er sich mit dem Wiederanstieg des Gesamtumschlags nicht nur zufrieden, sondern auch zuversichtlich, dass die Stadt auf dem Weg zum Ziel Millionenmarke in diesem Jahr gute Fortschritte machen werde.

Die bisherige Rekordbilanz in Papenburg mit mehr als 1,2 Millionen Tonnen Hafenumschlag gab es 2012. Die Umschlagzahlen im Hafen der Fehnstadt werden seit 1929 erfasst.

Nach Angaben aus dem Rathaus stieg der gesamte Hafenumschlag 2016 mit exakt 909.070 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (893.384 Tonnen) leicht an. Während der Seeschiffsverkehr nach einem starken Anstieg 2015 wieder zurückging (559.976 / Vorjahr: 586.827) verzeichneten die Hafenstatistiker einen Anstieg beim Binnenschiffsverkehr (136.946 / Vorjahr: 112.657). Zum höheren Gesamtergebnis trug außerdem ein Zuwachs beim Bahnverkehr (212.148 / Vorjahr: 193.900) bei.

Bechtluft hält den Papenburger Seehafen als Transportdrehscheibe im nördlichen Emsland weiterhin für unverzichtbar. Der Mitteilung zufolge stimmt ihn vor allem der Zuwachs bei der Binnenschifffahrt positiv. Mit einer Steigerung von 21,6 Prozent in diesem Bereich schließe die Stadt hier an die Ergebnisse der Vorjahre an. „Das ist eine gute Entwicklung“, so Bechtluft.

Abzulesen ist das nach den Worten des Stadtoberhauptes auch an der Anzahl der Schleusungen von Binnenschiffen. Diese seien von 251 im Jahr 2015 auf 330 im vergangenen Jahr gestiegen. Der Anstieg bei der Binnenschifffahrt ist Bechtluft zufolge vor allem auf die Schüttgüter Torf (plus 19.928 Tonnen), Asche (16.400), Dünger (4237) und Kohle (3690). Ein deutliches Minus in Sachen Binnenschiffsverkehr gab es hingegen bei Split und Schotter (18.780 Tonnen weniger als 2015). Alle anderen Güterarten (Holzabfälle, Maschinenteile, Schiffsteile, Getreide/Futtermittel, Eisen, Kies, Diesel, Plastikschredder, Stammholz, Gummiabfälle und Betonfertigteile) seien hingegen auf Vorjahresniveau geblieben, hieß es.

Den aufsteigenden Trend nicht halten konnte die Stadt bei der Seeschifffahrt. Hier gab es einen Rückgang von 4,6 Prozent zu verzeichnen. Teils deutlichen Steigerungen bei Torf (22.166 Tonnen mehr als 2015), Split und Schotter (33.252), sowie Getreide und Futtermittel (33.252) stehen gesunkene Umschläge bei Holzabfällen (minus 28.238 Tonnen), Dünger (27.927) und Stammholz (32.509) gegenüber. Die Schleusungen von Seeschiffen sanken von 432 auf 390. Bei Wartungsarbeiten an der stark sanierungsbedürftigen Schleuse war im vergangenen Jahr die Aufhängung des Außentores abgerissen . Die Reparatur dauerte etwa zwei Wochen.

Mit dem Rückgang bei der Seeschifffahrt liegt Papenburg im Trend. In den neun großen Seehäfen Niedersachsens wurden im vergangenen Jahr von Wilhelmshaven bis Leer insgesamt weniger Güter und Waren umgeschlagen als 2015 (48,6 Millionen Tonnen/minus sechs Prozent). Dabei verzeichnete die Ledastadt immerhin einen Zuwachs von rund 42.700 Tonnen (plus 11 Prozent)

In Papenburg gab es einen deutlichen Anstieg (plus 9,4 Prozent) beim Bahntransport. Hier habe sich die Gütermenge wieder den Umschlagzahlen der vorvergangenen Jahre angenähert, so die Stadtverwaltung.


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