Bislang 120 Familien unterstützt Elterninitiative Kinderkrebs hilft seit 15 Jahren

Von Jennifer Kemker

Den Vorstand der Elterninitiative Kinderkrebs bilden Kassenwart Jürgen Blümel, Vorsitzende Petra Steffens, zweite Vorsitzende Birgit Nee-Schawe und Schriftführer Frederik Biermann. Foto: Elterninitiative KinderkrebsDen Vorstand der Elterninitiative Kinderkrebs bilden Kassenwart Jürgen Blümel, Vorsitzende Petra Steffens, zweite Vorsitzende Birgit Nee-Schawe und Schriftführer Frederik Biermann. Foto: Elterninitiative Kinderkrebs

Papenburg. Der Patient heißt Familie: Die Elterninitiative Kinderkrebs aus Papenburg kümmert sich seit nunmehr genau 15 Jahren um krebskranke Kinder und ihre Familien. Von anfänglichen neun Familien aus dem nördlichen Emsland sind es bis heute insgesamt 120 Familien, die sie unterstützt haben.

Durch die Diagnose Krebs ändert sich nach den Worten der stellvertretenden Vorsitzenden Birgit Nee-Schawe das gesamte Familienleben von einem auf den anderen Tag und die Familie stehe vor völlig neuen und beunruhigenden Situationen. „Wir bieten uns als persönliche und helfende Begleiter an“, sagt sie. „Ob wir nur während der Chemotherapie oder auch noch darüber hinaus gebraucht werden, hängt von der Familie und der Erkrankung individuell ab.“ Als ebenfalls Betroffene würden die Vereinsmitglieder um die Gefühlslage der Familienmitglieder wissen und ihre eigenen Erfahrungen weitergeben.

Das Gebiet, in dem die Initiative tätig ist, erstreckt sich nach den Worten von Birgit Nee-Schawe mittlerweile auch über das nördliche Emsland hinaus auf den gesamten Landkreis, die Grafschaft Bentheim und das Oberledingerland.

Dabei kann die Hilfe des Vereins ganz unterschiedlich aussehen. Ob es sich laut Nee-Schawe um finanzielle Unterstützung bei etwa plötzlichen Verdienstausfällen oder Zusatzausgaben für die Pflege, Gesprächspartner, den Erfahrungsaustausch oder um die Vermittlung von professioneller Hilfe handelt, jede Familie hat ganz eigene Bedürfnisse und Sorgen in diese Phase des Lebens, für die die Initiative bereit ist zu helfen.

Zusätzlich unterstütze der Verein zusammen mit anderen Elterninitiativen die Kinderonkologie in Oldenburg und insbesondere die psychosoziale Betreuung während der Chemotherapie. „Gerade während der langen Klinikaufenthalte ist eine zusätzliche Betreuung der Kinder und ihrer Familien, die ein wenig Abwechslung in den Klinikalltag bringt, sehr wichtig“, sagt Birgit Nee-Schawe.

Die ganze Familie stehe bei der ehrenamtlichen Arbeit im Fokus. Von den Geschwisterkindern wird laut Nee-Schawe sehr viel Geduld und Rücksichtnahme abverlangt. „Auch für die Geschwister, die leicht in den Hintergrund geraten können, bieten wir Treffen und Ausflüge an, die ebenfalls Raum für Erfahrungsaustausch bieten“, sagt sie.

Aber auch nach dem Ende der medizinischen Behandlung bleibt die Angst und die Sorge um das erkrankte Kind, wie die stellvertretenden Vorsitzende des Vereins berichtet. Für den richtigen Umgang mit der Zeit nach der Behandlung und für die Wiedereingliederung in den Alltag bietet die Initiative Elternabende, Familien- und Jugendseminare sowie Fachtagungen an.

Das 15-jährige Bestehen des Vereins falle mit internationalen Kinderkrebstag am 15. Februar 2017 zusammen. „Obwohl das zwei Gründe für eine Feier wären, verschieben wir sie auf den Sommer“, verriet Nee-Schawe. Dann wird es ein großes Familienfest zu Ehren des Jubiläums geben.