Gewerbeaufsicht ermittelt DA Schiffsverwertung stellt Betrieb im Papenburger Hafen ein

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Pier ist schon verwaist bei der DA Schiffsverwertung im Bera-Hafenterminal in Papenburg. Foto: Christoph AssiesDie Pier ist schon verwaist bei der DA Schiffsverwertung im Bera-Hafenterminal in Papenburg. Foto: Christoph Assies

Papenburg . Die Firma DA Schiffsverwertung im Bera-Hafenterminal in Papenburg stellt ihren Betrieb Ende März ein. Entsprechende Informationen unserer Redaktion hat das Gewerbeaufsichtsamt Emden auf Nachfrage bestätigt.

Die Behörde prüft unterdessen Verstöße der DA Schiffsverwertung gegen Auflagen der Gewerbeaufsicht zum Zerlegen von Schiffen. „Im Rahmen der ständigen Gewerbeüberwachung haben wir festgestellt, dass bei der DA Schiffsverwertung größere Schiffe entsorgt werden sollten, als zugelassen waren“, sagte Klemens Kampshoff, Leiter der Staatlichen Gewerbeaufsicht, am Dienstag im Gespräch mit unserer Redaktion. Zugelassen gewesen seien an dem Standort im Hafen nur Binnenschiffe bis zu einer bestimmten Länge. „Es gab hier Einschränkungen aufgrund der Infrastruktur. Die Halle, wo die Schiffe zerlegt werden und die Anlage, mit der die Schiffe aus dem Wasser gezogen werden, ist nur bis zu einer bestimmten Schiffsgröße zulässig“, so Kampshoff.

Hintergrund ist dem Behördenleiter zufolge eine sogenannte Realkonzession, die die Erlaubnis zum Betrieb eines Unternehmens an einer bestimmten Betriebsstätte erteilt. „Es ist uns dann fast egal, wer hier den Verstoß begeht, die Vorgaben müssen aber eingehalten werden, um beispielsweise Umweltbelastungen zu verhindern“, so Kampshoff weiter. Derzeit werde geprüft, ob eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat vorliege, die dann zum weiteren Verfahren an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet werden müsse.

Betreiber der 2012 gegründeten DA Schiffsverwertung ist die Meppener Firma Augustin Holding GmbH. Deren Geschäftsführerin Beate Friedmann erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, man habe mit der Gewerbeaufsicht ein Genehmigungsverfahren zum Abbruch größerer Schiffe besprochen. „Wir sind hier unwissentlich ins Kreuzfeuer geraten. Da die Auflagen des Gewerbeaufsichtsamtes nun beim Abbruch einer Fähre eine wirtschaftliche Verwertung nicht mehr zulassen, haben wir Abstand von diesem Vorhaben genommen“, so Friedmann. Die aus ihrer Sicht unklare Genehmigungssituation und die Erweiterung von Auflagen seien letztlich der Grund für die Schließung des Betriebs.

Friedmann bestätigte weitere Informationen unserer Redaktion, wonach die DA Schiffsverwertung in Papenburg ursprünglich weiter auf- und ausgebaut werden sollte. Dieses Vorhaben werde nun nicht weiter verfolgt. „Aufgrund der aktuellen Erfahrungen werden wir eine neue Standortsuche eingehen prüfen müssen“, betont Friedmann. Gleichwohl sei der Standort Papenburg eigentlich ideal. Ende des Jahres war die auf der Meyer Werft gebaute Fähre „Frisia V“ zum Abwracken in Papenburg eingetroffen. Das Zerlegen der ehemaligen Nordsee-Fähre scheint nun auch das Kapitel der DA Schiffsverwertung im Papenburger Hafen beendet zu haben.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN