„Asbesthaltig und rissig“ Gesundheitsgefahr durch Tribünendach in Aschendorf?

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Dringend sanierungsbedürftig ist aus Sicht des TuS Aschendorf das Dach der Zuschauertribüne im Otto-Dölle-Stadion. Foto: Gerd SchadeDringend sanierungsbedürftig ist aus Sicht des TuS Aschendorf das Dach der Zuschauertribüne im Otto-Dölle-Stadion. Foto: Gerd Schade

Aschendorf. Geht von der Tribüne im Aschendorfer Otto-Dölle-Stadion eine Gesundheitsgefahr aus? Nach Angaben des Vorsitzenden des TuS Aschendorf, Reinhold Korte, ist das Dachmaterial asbesthaltig und rissig, sodass Asbest-Staub auf die Zuschauerränge rieseln könnte. Der Sportverein strebt eine Sanierung in Eigenregie an.

„Das ist mordsmäßig ungesund“, sagte Korte auf der Generalversammlung des Traditionsvereins am vergangenen Freitagabend im Kolpinghaus. Nach seinen Worten wird die Tribüne auf der städtischen Sportanlage nicht nur von Zuschauern, sondern beispielsweise bei den Bundesjugendspielen auch von Schülern sowie vor und nach dem Training von Eltern mit Kindern als Umkleidemöglichkeit genutzt.

Wie Korte weiter ausführte, seien beim Bau der Tribüne in den 1980er-Jahren asbesthaltige Wellzementfaserplatten verwendet worden. Insgesamt seien rund 400 Quadratmeter Dachfläche zu sanieren. „Wir rechnen mit Kosten in Höhe von 13.000 bis 15.000 Euro“, sagte Korte. Trotz klammer Stadtkasse habe ihm der Papenburger Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) immerhin „einen kleinen Zuschuss aus dem Bürgermeisteretat angedeutet“.

Auch auf dem Bolzplatz hinter der Tribüne verfolgt der TuS größere Pläne, steht nach den Worten des Vorsitzenden aber gleich vor mehreren Hürden. Korte zufolge will der Verein den 90 Meter langen Platz um zwölf Meter verbreitern, um über einen angemessenen zusätzlichen Trainingsplatz zu verfügen. Das Investitionsvolumen bezifferte er auf rund 55.000 Euro. Auch hier sei ein hohes Maß an Eigenleistung vonnöten.

Die Grundlagen seien mit der endgültigen Entfernung der Überreste des alten Schießstandes und damit der Beseitigung einer Gefahrenquelle für spielende Kinder „nach dreijährigem Kampf“ mit der Papenburger Stadtverwaltung gelegt. Dann aber hat Korte nach eigenem Bekunden lange mit der Verwaltung gerungen, als es darum ging, geeignete Ersatzflächen für das aus Sicht des Vereins notwendige Abholzen von acht Pappeln ging. „Da haben wir die Rechnung zunächst ohne die Baumschutzsatzung gemacht“, sagte er. Einzelne Pappeln fielen nicht unter den Schutz der Satzung, da sie jedoch in einer Reihe stehen, habe die Sache anders ausgesehen.

Als eine weitere Herausforderung entpuppt sich dem Vereinschef zufolge die Drainage. Denn ähnlich wie aktuell auf dem Flutlichtplatz in Herbrum, läuft das Wasser auch auf dem Übungsplatz nur schlecht ab. Weil aber in etwa 1,10 Meter Tiefe die Altlasten einer früheren Haushaltsmülldeponie aus der Nachkriegszeit ruhten, seien die Drainagemöglichkeiten begrenzt. Eine weitere Schwierigkeit: „Weil durch die Altlasten Methan entstehen kann, das aus der Erde entweichen können muss, dürfen wir nicht beliebig Mutterboden auffahren“, erklärte Korte. Um all diese Herausforderungen fehlerfrei zu meistern, will der TuS auf eigene Kosten „für möglichst kleines Geld“ einen Gutachter engagieren, der die Handlungsschritte richtig vorgibt.

Der Vereinschef machte keinen Hehl daraus, dass er auf die Stadtverwaltung zuletzt weniger gut zu sprechen war. „Die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr war grottenschlecht“, sagte Korte. Im nächsten Atemzug schob er aber gleich hinterher, dass sie sich im neuen Jahr deutlich verbessert habe. „Seit Januar läuft es reibungslos und richtig gut.“

Wie aus dem von TuS-Geschäftsführer Mario Böhle verlesenen Geschäftsbericht hervorgeht, hatte Korte 2016 im Namen des Vorstandes in zahlreichen Gesprächen und Schriftwechseln mit der Stadt auf die aus Vereinssicht notwendige Fertigstellung des Bolzplatzes sowie der Zaunanlage hinter der Tribüne entlang der Schützenstraße hingewiesen. „Leider hat auch hier noch keine Einigung mit der Stadt Papenburg erfolgen können“, heißt es in dem Bericht.

Korte verwies darauf, dass der Verein auf der städtischen Sportanlage jeweils auf eigene Kosten zuletzt unter anderem eine LED-Beleuchtung installiert, ein Blockhaus errichtet und Pflasterarbeiten durchgeführt habe. „Das alles ist nur möglich, indem sich immer wieder dieselben Personen der Verantwortung stellen und Helfer zur Verfügung stehen“, betonte Korte. Als eines der nächsten Projekte plant der Verein zudem den Bau eines Boulefeldes.


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