Webseite flankiert Ministerbesuch Emsland-Konkurrenz: Holländer verstärken Werben um Tesla

Von Hermine Kemmer



Groningen. Im europaweiten Wettbewerb um einen Produktionsstandort für den amerikanischen Elektroautohersteller Tesla rüsten die Nord-Niederlande weiter auf.

Rund 30 Unternehmen und Politiker aus den nordholländischen Provinzen Drenthe, Friesland und Groningen haben dafür eine Internetseite mit dem Namen www.topdutch.com gestartet. „Wir sind grün, haben viel Platz und bereits 1835 in Groningen die erste Autobatterie gebaut, darum liebe Leute von Tesla, laden wir euch ein in unsere schöne Region, Grüße von den Menschen aus ‚Top of Holland‘“. Diese einladenden Worte haben die Betreiber der Webseite jetzt an Tesla nach Kalifornien geschickt. Die Kampagne flankiert einen Besuch des niederländischen Wirtschaftsministers Henk Kamp bei Tesla in San Francisco.

Zusammen mit mehr als 300 weiteren Standorten buhlen auch Papenburg und Dörpen um die Gunst der Amerikaner . Aber auch in ihrem eigenen Staat sind die Nord-Niederländer nicht ohne Konkurrenz. So gehören die Städte Eindhoven, Rotterdam und das durch DAF, Volvo und Mitsubishi-Autos bekannte Born zu den Mitbewerbern.

Die Nord-Niederlande „kämpfen“ mit acht Argumenten um die exklusive Automarke, die bislang nur sogenannte Service-Center in Europa hat. Nicht nur wird daran erinnert, dass es die heutige USA ohne die Niederlande gar nicht geben würde und die meisten Niederländer mehrere Sprachen beherrschen, sondern der Groninger Professor für Chemie und Physik Sibrandus Stratingh 1835 das erste Fahrzeug mit Batterie baute und die Städte Groningen, Leeuwarden und Amsterdam „gleich um die Ecke“ lägen.

Patrick Brouns, christdemokratischer „Wirtschaftsminister“ der Provinz Groningen, ist sich sicher, dass der Norden trotz der Konkurrenz gute Chancen hat: „Wir bieten ungemein viele Vorteile durch viel Platz, grüne Energie und als Lieferant von Grundstoffen; und wir führen eine innovative Kampagne, die sich von den anderen unterscheidet.“

Aber auch die Emsländer sind optimistisch. „Unsere Bewerbung ist top“, hatte der Dörpener Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (CDU) bei der Präsentation der gemeinsamen Bewerbung mit Papenburg im Dezember gesagt.


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