Je 5000 Euro für vier Vereine Papenburger Kinderstiftung schüttet 20.000 Euro aus

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Aschendorf. Schöne Bescherung: Gut anderthalb Wochen vor Heiligabend hat die Ottefülling-Kinderstiftung an vier Papenburger Vereine mit insgesamt 20.000 Euro ausgeschüttet.

Über eine Spende in Höhe von je 5000 Euro freuen sich der Förderverein der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP), Brise, der Kinderhospiz-Verein Helpful, der Verein Hilfe für Kinder in Not sowie der Sozialdienst Katholischer Frauen und Männer (SKFM). Die Vertreter der Vereine reagierten bei der Spendenübergabe am Montagabend im Gasthof Tierling’s in Aschendorf überrascht und im ersten Moment sprachlos, bevor sie dankbar applaudierten. Denn Stiftungsvorsitzender Johannes Pott hatte die Vereine zwar eingeladen, über die Höhe der Spendensumme im Vorfeld aber nichts verraten. „In einer Zeit, in der wir immer hören, dass es kaum noch Rendite gibt, müssen wir doppelt dankbar sein“, sagte SKFM-Vorsitzender Uli Nehe.

Die im Jahr 1999 ins Leben gerufene Stiftung schüttet gemäß ihrem Zweck der Kinder- und Jugendhilfe regelmäßig Erträge aus – nicht nur in der Region. „Kinder glauben an Wunder. Wir dürfen sie nicht enttäuschen“, zitierte Pott den Leitspruch der Stiftung. Sie ist ein Vermächtnis von Ilse Ottefülling, die ihren Lebensabend in Tunxdorf verbrachte, wo sie im Jahr 2002 kurz vor ihrem 90. Geburtstag verstarb. Über ihre Motive lässt sich nach Angaben des Stiftungsvorstandes auch heute nur spekulieren.

Brise will das Geld unter anderem in einen Spielplatz für die KJP-Tagesklinik investieren. Wie Sandra Speckmann erläuterte, zieht die Tagesklinik aus Kapazitätsgründen aus dem KJP-Hauptgebäude in Aschendorf in ein angrenzendes Haus, das gerade hergerichtet wird. „Wir sind enorm gewachsen und wachsen leider weiter“, sagte Speckmann. Die KJP verfügt aktuell über 92 stationäre Plätze. Mehr als 3000 Familien würden ambulant betreut, berichtete Speckmann. Die Gründe dafür seien vielfältig. Das Einzugsgebiet der KJP umfasst das Emsland, Ostfriesland und die Grafschaft Bentheim.

Auch beim SKFM nimmt der Bedarf nicht ab. Er hat inzwischen auch in Surwold eine Ausgabestelle seiner Tafel eingerichtet. Weitere Verteilstellen sind in Papenburg, Aschendorf, Dörpen, Esterwegen, Sögel und Werlte. Derzeit werden rund 3200 Menschen versorgt, darunter auch viele Kinder. Die Arbeit der Tafel und der Sozialen Kaufhäuser wird von rund 450 ehrenamtlichen Helfern geleistet. „Unsere Arbeit ist anerkannt. Das motiviert ungemein“, sagte Nehe. Pott nannte es derweil „erschreckend“, dass diese Arbeit wie auch die der KJP in diesem Ausmaß überhaupt erforderlich sei.

Stefanie Nee von Helpful berichtete über die Pläne und die Motivation ihres noch jungen Vereins zum Aufbau für ein ambulantes Kinderhospiz . „Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland rund 40.000 Kinder, 5000 von ihnen sterben. Das passiert nicht immer nur woanders, sondern auch in unserer Region“, sagte Nee. Der Verein möchte 2017 seinen aktiven Dienst aufnehmen. In einem Gebäude am Vosseberg werden derzeit die ersten Räume hergerichtet. Zudem brauche es eine hauptamtliche Koordinationskraft, deren Finanzierung gesichert sein müsse, und Hospizbegleiter.

Mit der elfjährigen Namatou Quedraogo aus Burkina Faso ermöglicht der Förderverein Hilfe für Kinder Not dem inzwischen 32. Kind aus Kriegs- und Krisengebieten dank Spenden eine kostenlose medizinische Behandlung im Marien-Hospital. Sie kam im Mai mithilfe der Ärztevereinigung Hammer Forum und einem jahrelang unbehandelten Beinbruch nach Papenburg. Ein Teil des Schienbeins war regelrecht abgestorben. Obwohl der Heilungsprozess nach den Worten von Ingrid Kruse vom Förderverein gut verläuft, sei derzeit nicht abzusehen, wann das Mädchen in seine Heimat zurückkehren kann.


Ilse Ottefülling wurde am 28. Dezember 1912 in Rathenow (Brandenburg) geboren. Mit ihrem ersten Mann, Hermann Richter, wanderte sie in den 1950er-Jahren nach Irland aus. In Dundalk gründeten sie eine Wurstfirma und machten „German Salami“ auf der Grünen Insel bekannt. Zehn Jahre nach Richters Tod (1961) lernte sie ihren zweiten Mann Erich Ottefülling kennen, den sie 1974 heiratete. Drei Jahre später verkauften sie die Firma und setzten sich in Tunxdorf zur Ruhe. 1997 verstarb Erich Ottefülling auf der Rückfahrt von einer Irland-Reise. Zwei Jahre danach hob seine Witwe die Stiftung aus der Taufe. Weitere Infos und Kontakt: www.ottefuelling-kinderstiftung.de ; info@ottefuelling-kinderstiftung.de

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