Mit neuem Konzept und Förderverein Bürgerforum will Papenburger Jahrmärkte retten

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Einsamer Losverkäufer: Auch der Augustmarkt in Papenburg leidet unter anhaltendem Besucherschwund. Foto: Dirk HellmersEinsamer Losverkäufer: Auch der Augustmarkt in Papenburg leidet unter anhaltendem Besucherschwund. Foto: Dirk Hellmers

Papenburg. Vom Maimarkt bis zum Michelmarkt: Das Unabhängige Bürgerforum (UBF) im Rat der Stadt Papenburg will die darbenden Traditionsjahrmärkte in der Fehnstadt retten. Helfen sollen eine fundierte Ist-Analyse, neue Konzepte sowie ein noch zu gründender Förderverein.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion forderte UBF-Fraktionsvorsitzender Gerhard Schipmann die Stadtverwaltung auf, für die Expertise einen entsprechenden Auftrag an eine externe Event-Agentur zu vergeben. „Hier ist schnelles und tatkräftiges Handeln gefragt“, sagte Schipmann. Die Kosten in Höhe von 10.000 bis 15.000 Euro wären aus seiner Sicht gut investiertes Geld.

Für Verein mit Politikern und Schaustellern

Zudem schlägt er die Gründung eines Vereins zur Ausrichtung der Papenburger Traditionsmärkte vor. Mitglieder sollen nach seiner Vorstellung Vertreter der Stadtverwaltung, der Politik und der Schausteller sein.

Bleibe es bei den rückläufigen Besucherzahlen der vergangenen Jahre, droht Schipmann zufolge ein baldiges Ende der Papenburger Traditionsmärkte. „Denn wenn die Besucher fernbleiben, können die Schausteller die benötigten Umsätze nicht mehr generieren und bleiben den Märkten fern“, erklärte der Fraktionschef. Besonders deutlich zeige sich der Trend am Augustmarkt , von dessen Beschickung durch die Schausteller im vergangenen Sommer sich der Kommunalpolitiker besonders enttäuscht zeigte. „Die Zahl der Fahrgeschäfte nimmt stetig ab und damit die Zahl der Attraktionen, die die Besucher animieren sollen, den Markt zu besuchen. Wenn diesem Trend nicht baldigst entgegengewirkt wird, wird der Niedergang der Traditionsmärkte nicht mehr zu verhindern sein“, meint Schipmann. Besonders traurig sei die Entwicklung des Viehmarktes. Vom letzten Tag des Augustmarktes, einst der „Papenburger Nationalfeiertag“, sei nicht viel geblieben.

Seit 2011 in Schausteller-Regie

Nach Auffassung des UBF konnte auch der Verein reisender Schausteller Ostfriesland, in dessen Händen seit 2011 die Regie über die fünf Papenburger Jahrmärkte (Maimarkt, Julimarkt, Augustmarkt, Aschendorfer Kirmes und Michelmarkt) liegt, den Negativtrend bisher nicht stoppen. Schipmann fragt sich, ob das allein dem Konzept der Ausrichter geschuldet ist oder ob andere Faktoren für den Besucherrückgang eine Rolle spielen.

Eine Abschaffung eines oder mehrerer Märkte kommt für Schipmann aber nicht infrage, im Gegenteil. Er fordert vielmehr Bestandsschutz.

„Eine Wiederbelebung kann aber nur funktionieren, wenn man auch das Konzept ändert“, fügt Schipmanns Fraktionskollege Lars Johannson hinzu. Der frühere Manager der Papenburger Landesgartenschau betreibt in der Fehnstadt selbst eine Marketing-Agentur. Zudem spielten Werbung und Kommunikation eine entscheidende Rolle.

Kombination mit anderen Festen

Schipmann zufolge muss es endlich gelingen, wieder ein breiteres Publikum anzusprechen. In diesem Zusammenhang brachte er Überlegungen einer Kombination des Augustmarktes mit dem Stadtfest oder dem Hafenfest, die sich dann auch gemeinsam bewerben ließen. Als gelungenes Beispiel führt Schipmann den Julimarkt am Obenende ins Feld. Dort sei die Verzahnung mit der Braderie gelungen. Auch eine Verlegung des Augustmarktes an den Hauptkanal sei denkbar.


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