Versorgungsschiff für die Ostsee LNG-Tanker für Endausrüstung in Papenburg eingelaufen

Von Christoph Assies

Im Deverhafen festgemacht hat in dieser Woche die „Coralius“, ein LNG-Tanker, der von der Royal-Bodewes-Werft in Papenburg ausgerüstet wird. Foto: Christoph AssiesIm Deverhafen festgemacht hat in dieser Woche die „Coralius“, ein LNG-Tanker, der von der Royal-Bodewes-Werft in Papenburg ausgerüstet wird. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Im Papenburger Deverhafen hat mit der „Coralius“ wieder ein Schiff am Kai der Außenstelle der niederländischen Royal-Bodewes-Werft festgemacht. Das Schiff ist mit einem Schleppverband nach Papenburg gekommen und wird dort in den nächsten Monaten ausgerüstet.

Bei der „Coralius“ handelt es sich um ein Versorgungsschiff für Füssigerdgas (LNG, engl. für liquid natural gas). Für Schiffe wird dieser umweltfreundlichere Treibstoff immer wichtiger, viele Häfen sind jedoch noch nicht auf LNG eingerichtet, sodass Versorgungsschiffe, wie die „Coralius“ nötig werden.

Der Rohbau, in dem sich bereits zwei Tanks mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 5800 Kubikmetern befinden, passierte am vergangenen Wochenende mithilfe von zwei Schleppern den Nord-Ostsee-Kanal und traf am Dienstagmorgen in Papenburg ein. Der Rumpf des 99,73 Meter langen und 17 Meter breiten Schiffes wurde auf einer Partner-Werft von Bodewes in Stettin gebaut. Der komplette Innenausbau und die technische Inbetriebnahme des neuen Schiffes erfolgen in Papenburg. Neun Beschäftigte, ein Team aus Deutschen und Niederländern, sind von Bodewes im Deverhafen tätig. Im Frühjahr soll die „Coralius“ an den Auftraggeber, die schwedische Reederei Sirius Vedder Gas AB, übergeben werden. Nach Mitteilung von Sirius Vedder soll der Neubau als schwimmende Tankstelle in der Ostsee und im Skagerrak Schiffe mit LNG versorgen. Der Tanker wird von Bodewes gleichzeitig so ausgerüstet, dass er zum Transport von LNG aus den großen Tanklagern in Norwegen zu Abnehmern in den Ostseehäfen eingesetzt werden kann.

Der alternative Kraftstoff wird beispielsweise auf immer mehr Kreuzfahrtschiffen eingesetzt. Die Papenburger Meyer-Werft-Gruppe hat derzeit insgesamt sieben Kreuzfahrtschiffe im Auftragsbestand, die mit LNG angetrieben werden. Bisher meist angetrieben mit Schweröl, gelten Kreuzfahrtschiffe wegen ihrer Emissionen als klimaschädlich. Auflagen der Internationalen Maritimen Organisation (IMO) verpflichten Reedereien dazu, die Ausstöße von Schadstoffen bis 2020 noch stärker zu reduzieren. Nach Angaben von Schiffsmotorenherstellern reduziert der Einsatz von LNG den Ausstoß von Feinstaub und Schwefeldioxid um über 92 Prozent.